40.000
Aus unserem Archiv
Neuwied-Oberbieber

Reitsport: Zuschauer sehen ein Mittelrheinisches Springderby zum Atemanhalten

Schnürlregen am Sonntag und das Plitsch Platsch der Pferdehufe auf dem sich spiegelnden, regennassen und trotzdem griffigen Sandplatz nahmen weder den Aktiven die Motivation für vollen Einsatz im Parcours – noch den vielen Zuschauern die hörbare Freude am Springreiten erster Güte.

Die Luxemburgerin Charlotte Bettendorf, hier auf Kiwi, trumpfte in Neuwied mit einer ganzen Reihe von vorderen Platzierungen auf, darunter drei Siege in M*-Springen und ein Erfolg in einem Springen der Klasse S*.  Foto: Achim Heinrich
Die Luxemburgerin Charlotte Bettendorf, hier auf Kiwi, trumpfte in Neuwied mit einer ganzen Reihe von vorderen Platzierungen auf, darunter drei Siege in M*-Springen und ein Erfolg in einem Springen der Klasse S*.
Foto: Achim Heinrich

Das Mittelrheinische Derby als Krönung am Finaltag des Herbstmeetings beim Reiterverein Neuwied hatte wie stets seine individuelle Choreografie und führte erst einmal zum allgemeinen Atemanhalten. 25 Bewerber standen auf dem Zettel für die höchst anspruchsvollen Kombinationen von Natur- und klassischen Hindernissen. "Vier, acht, zwölf, 20 Fehlerpunkte", verkündete der Platzsprecher, selbst bewährte Champions hoben die Hand.

Ein Regulativ für das Aufgeben war der sogenannte Trakehnergraben, ein überbauter Graben, in dem manche Pferde urplötzlich erschreckende Dinge vermuten und die "Bremse ziehen", außerdem die dreifache Kombination, in Richtung Ausgang. Für 15 Starter applaudierte das Publikum lediglich zum Trost.

Das folgende Paar, Michael Deppe aus Plaidt und Eastwood, der Derby-Zweite vom Vorjahr, legte eine fehlerlose Traumrunde hin, und damit war der Bann gebrochen für erlösenden Jubel. Es folgten der Niederländer, Heino van Loon und Fidel Chin, Gilbert Tillmann mit Hadjib aus Grevenbroich und der Hesse Frank Plock mit seinem dritten Pferd Gretel vd Bokke mit jeweils blanker Weste für einen Krimi im Stechen um den Sieg.

Eastwood hatte keinen Springfehler, duckte sich aber vor der knallroten Mauer, 15 Fehler in 64,26 Sekunden für Platz vier. Fidel Chin blieb fehlerlos, 0/46,08 Sekunden, Platz zwei, dann führte Hadjib mit 0/43,02 Sekunden. Frank Plock wollte den Sack zumachen und flog mit Gretel vd Bokke nur so über die Piste. Ein Abwurf am letzten Oxer kostete den Sieg trotz der schnellsten Zeit, 4/41,44 für Platz drei. Dennoch blieb "Plocki", wie sie ihn nennen, der Absahner in diesem Springen, denn mit Miss Picky und Cinderella gab es mit nur je einem Abwurf noch Platz fünf und sieben. So konnte er mit seiner Gesamtbörse von 2750 Euro sogar den Sieger übertreffen: Gilbert Tillmann, musste sich mit 2500 Euro zufrieden geben, bekommt allerdings zudem einen Container mit Flohr-Reitsportspänen vor die Tür geliefert. Tillmann hatte 2013 überraschend das Hamburger Derby gewonnen (mit Hallo Max) und war in diesem Jahr dort Siebter mit eben seinem Neuwieder Siegerpferd.

Auch der Neuwieder Frank Scheffel hatte sich für das Hauptereignis etwas vorgenommen mit seinen beiden Pferden. Mit Arenal war er zuvor Vierter in der ersten Qualifikation. Beim Derby wurden es zwei Abwürfe, die ihn knapp an einer Platzierung vorbeischrappen ließen. Mit Chieco musste er aufgeben.

Am Samstagabend stand zum zweiten Mal mit dem Barrierespringen ein weiterer Publikumsrenner im Neuwieder Abendprogramm in der großen Reithalle. Vor lebhaft besetzter Tribüne ging die Reise von 16 "Hochsprungexperten" über eine Reihe von sechs Steilsprüngen, deren letzter nach jedem Durchgang erhöht wurde. Jeder Abwurf führte zum Ausscheiden. Die Reihen lichteten sich rapide bis für ein drittes und letztes Stechen nur mehr der Vorjahressieger Heinz Roevenich aus Merzenich mit Atlantic und Christian Slawinski mit Gagenio aus Kerpen übrig blieben. Letzteres Paar bestach als Sieger mit insgesamt vier Nullrunden und noch Luft nach oben. Der Reiter bestätigte damit seine Form als einer der Sieger im SB-Springen von Hachenburg vor zwei Wochen, zusammen mit Johannes Eiden, dem Reitlehrer vom Koblenzer RV, der hier Dritter wurde mit Quilano.

Die Luxemburgerin Charlotte Bettendorf trumpfte wieder einmal groß auf in Neuwied, mit drei Siegen und zwei zweiten Rängen in der Klasse M*, einem ersten und einem zweiten Platz im Stechen der Klasse S* und weiteren Platzierungen. Die humorvolle Sportlerin hat ihr BWL-Studium an den Nagel gehängt, weil Springreiten einfach "ihr Ding" ist. Sie arbeitet selbstständig mit circa zwölf Pferden im Stall Nettekoven in Meckenheim und pendelt von dort in die Heimat ins nahe Großherzogtum Luxemburg wo ihr Vater Pferde züchtet. Sie haben alle das Suffix "du Gibet", und weil das "Galgen" bedeutet, wird lieber das altfranzösische Wort benutzt – "zur Tarnung" schmunzelt sie.

Richtig guter Sport in richtig gutem Rahmen, so befanden alle Sportler und Gäste das Geschehen im Aubachtal. Zu einer richtig prächtigen Immobilie hat sich die Reitanlage kontinuierlich gemausert innerhalb der vergangenen fünf Jahre seitdem die Firma Kaiser und Engel als Eigner zeichnen unter dem Motto: Fortsetzung folgt.

Und als richtig gute Idee gilt bei allen Turnierteilnehmern und Helfern das Angebot an appetitlichen Schnittchen und Selbstgebackenem sowie die Lolli- und Schokoladenschwemme in Cordulas Meldestelle, die als richtig Klasse betitelt wird – für Kompetenz und Freundlichkeit. Einen richtig guten Job machten wieder alle freiwilligen Helfer um das Team Elke Vetter, Familie Flohr und Klaus Kaiser als Turnierleiter.

Von unserer Mitarbeiterin Christiane Webendoerfer

Z Die Ergebnisse stehen im Internet auf der Seite www. equi-score.de

Regionalsport extra (A)
Meistgelesene Artikel
Fußball Männer
Fußball Frauen
Neuzugang Yuko Aizawa (links; rechts kommt Mitspielerin Angelika Weber einen Schritt zu spät) steuerte zwei Treffer für den SC 13 zum 4:0-Sieg gegen den MSV Duisburg II bei. Foto: Vollrath

im Rheinland

- Westerwald

- Mittelrhein/Mosel

- Rhein-Lahn

im Südwesten

 späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?Wohin am späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?

Fußball Mix
Kapitän Tim Schulz (links) bemühte sich mit seinen Betzdorfer Mitspielern zwar, doch auch gegen Elversberg reichte es am Ende nicht.

Jugendfußball

- im Rheinland

- im Südwesten

Fußballpokale

Hallenfußball

 späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?Wohin am späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?

Regionalsport Mix
Sport-Lokalteile
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach