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    Löws Einflüsterer: Berater des Bundestrainers

    Durchschnaufen, mal auf andere Gedanken kommen, Kraft tanken für das, was da kommt: Joachim Löw und die Spieler der deutschen Nationalmannschaft genossen den freien Tag bei hochsommerlichen Temperaturen am Fuß der Savoyer Alpen. Bevor heute die Vorbereitung auf das Achtelfinalspiel gegen die Slowakei startet (Sonntag, 18 Uhr, ZDF), schlug am Donnerstag die Stunde der beiden Männer hinter dem Bundestrainer.

    Löws Assistenten Thomas Schneider und Marcus Sorg standen den Medien Rede und Antwort, anschließend ging es ab vor den Fernseher: Videostudium war angesagt, schließlich wollen sie beim DFB über den nächsten Kontrahenten in Lille im Bilde sein.

    Chefs in Stuttgart und Freiburg

    Schneider und Sorg - von den Trainern an Löws Seite und ihrer Arbeit weiß die Öffentlichkeit herzlich wenig. Beide haben bereits als Cheftrainer gearbeitet. Als ehemaliger Spieler des VfB schien Schneider im August 2013 der richtige Mann, um die strauchelnden Stuttgarter auf Vordermann zu bringen. 23 Spiele später war dann Schluss für den so hochgelobten Jung-Trainer. Der Klub hatte nicht die Nerven, ob der Abstiegsgefahr an Schneider festzuhalten. Sorg ist beileibe kein Trainernovize. 2011 hatte der heute 50-Jährige das zweifelhafte Vergnügen, als erster Cheftrainer in der Geschichte des SC Freiburg entlassen zu werden.

    Was beide Fußball-Lehrer eint, ist der Fakt, gut damit leben zu können, nicht unbedingt im Rampenlicht stehen zu müssen, zuarbeiten zu können. "Das richtige Rollenverständnis ist wichtig. Wir sind da, um Joachim Löw möglichst viele Details zu liefern. Jogi ist dann so eine Art Supervisor", erklärte Schneider. Sorg, mit 17 Trainerjahren zweifellos weitaus erfahrener als Schneider, beteuert, Spaß zu haben an seiner Assistenzarbeit. "Sie setzt neue Impulse, du musst dich immer wieder verändern. Und du darfst kein Problem damit haben, dich zurückhalten zu müssen", erläuterte Sorg, der nach den Olympischen Spielen in Rio als Nachfolger von Horst Hrubesch die U 21-Nationalmannschaft übernehmen wird.

    Es ist diese Sozialkompetenz, dieser Altruismus, der die Arbeit mit und bei der Nationalmannschaft wie ein roter Faden durchzieht. Die Fähigkeit, sich dem großen Ganzen unterordnen zu können, wird als besondere charakterliche Fertigkeit sozusagen vorausgesetzt. Bei Trainern und Spielern gleichermaßen. Und so war es natürlich so etwas wie ein Glaubensbekenntnis, als Benedikt Höwedes nach dem Nordirland-Spiel nicht nur die tolle Leistung von Joshua Kimmich lobte, sein Nachfolger auf der Position des rechten Außenverteidigers. Nein, Höwedes pries diese Entscheidung der Trainer gar als die einzig richtige. Erfolg bis zur Selbstaufgabe, so haben sie es gern im Hause DFB.

    Daraus zu schließen, dass es gar nicht so wichtig ist, wer spielt, ginge indes in die falsche Richtung. Die Besten sollen es schon sein - und zu denen gehört zweifellos Jerome Boateng. Auch zwei Tage nach dem vorzeitigen Abgang des Abwehrchefs gegen Nordirland wegen einer Wadenverletzung gab es nur eingeschränkt Entwarnung. "Die Verhärtung klingt ab", meinte Schneider, beeilte sich aber anzufügen, dass in den Trainingstagen vor dem Spiel "immer was passieren kann". Nicht zuletzt stehen in Shkodran Mustafi und Höwedes zwei Spieler hintan, "die wir jederzeit bringen können".

    Credo: Ohne Einheit kein Erfolg

    Wie überhaupt alle Spieler, nicht zuletzt die sieben bis dato nicht eingesetzten Akteure, "einen unglaublichen Zusammenhalt leben. Das hat mich sehr beeindruckt", ergänzte Sorg, erst seit März dieses Jahres zweiter Co-Trainer der A-Nationalmannschaft. Ohne Einheit kein Erfolg, dieses Credo wird auch vom Beraterduo Sorg und Schneider gebetsmühlenartig wiederholt. Und wer von den bis dato nur zuschauenden Spielern hat die größten Chancen auf sein EM-Debüt? Schneider gibt sich diplomatisch: "Einige werden sicher noch ihre Momente im Turnier haben."

    Selbiges gilt für Bastian Schweinsteiger, der laut Schneider "mit jeder Woche stabiler wird". Ohnehin fällt kein schlechtes Wort über welchen Akteur auch immer. Selbst ein wenig glanzvoll agierender Sami Khedira ist "in bester körperlicher Verfassung und wird immer besser", so Sorg. Das große Ganze ... Wer stört, fliegt. Aber nicht von ungefähr ist die DFB-Auswahl ja schon seit Jahren ein Hort frei von Skandalen und lästigen Nebengeräuschen.

    EM-Kolumne
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