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    Rheinland-PfalzWirtschaft in der Region trotzt weiterhin allen Risiken

    Die Wirtschaft im nördlichen Rheinland-Pfalz zeigt sich ausgesprochen robust: Trotz eines unberechenbaren US-Präsidenten, trotz des anstehenden Brexits und trotz eines schwächeren Wachstums im wichtigen Abnehmerland China hält sich der Konjunkturklimaindex der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz auf hohem Niveau.

    Foto: picture alliance

    Fast schon langweilig sei der Wert von aktuell 123 Punkten, sagte Robert Lippmann, Geschäftsführer Standortpolitik, bei der Präsentation der Zahlen. Denn der Saldowert aus Geschäftslage und -erwartungen liegt nach wie vor weit über dem neutralen Niveau von 100 Punkten und signalisiert damit einen anhaltenden Boom.

    Die geopolitischen Risiken lassen sich noch am ehesten bei den Herstellern von Investitionsgütern, also beispielsweise Maschinen, erkennen. Sie sind äußerst exportstark und damit anfällig für die Entwicklungen in anderen Ländern. Und hier zeigt sich sowohl bei der aktuellen Geschäftslage als auch bei den Beschäftigungsabsichten für die kommenden zwölf Monate eine negative Tendenz. Insgesamt rutscht der Indikatorwert für diesen Teilbereich auf 112 Punkte ab. Schlecht ist das auch nicht. Konjunkturreferentin Anna Buchta betont aber: „Da diese Teilbranche der konjunkturellen Entwicklung tendenziell vorausläuft, könnten hier Signale für eine nachlassende Wachstumsdynamik sichtbar sein.“

    Rund 400 Unternehmen haben sich an der Konjunkturumfrage beteiligt, insgesamt bezeichnet Hauptgeschäftsführer Arne Rössel die Ergebnisse als „erfreulich“. Die Industrie bleibt der Taktgeber in der Region. Im Gegensatz zu den Herstellern von Investitionsgütern zeigen sich die Lieferanten von Vorleistungen sehr gut gelaunt. Bessere Geschäfte erwarten sie – ausgehend von einem ohnehin schon hohen Niveau – für die kommenden zwölf Monate, sie wollen auch mehr investieren und exportieren sowie Personal aufbauen.

    Auffällig ist die Entwicklung im Handel. Der Großhandel expandiert zwar, doch im Einzelhandel wächst die Skepsis. Der Klimaindex für diesen Sektor ist auf nur noch 105 Punkte gefallen – ein herber Einbruch, der allerdings schwer zu erklären ist. Denn an den Rahmenbedingungen hat sich wenig geändert: Der Arbeitsmarkt ist stabil, die Löhne steigen, die Zinsen sind niedrig, all dies spricht für anhaltend hohe Konsumausgaben. Es macht sich wohl Bauchgefühl in den Antworten der Händler bemerkbar – nach dem Motto: Die Geschäfte laufen so gut, dass es kaum noch besser werden kann, sondern eher schlechter.

    Generell wächst die Sorge, nicht mehr genügend Fachkräfte zu finden. 47 Prozent der befragten Unternehmen nennen dies als größtes Risiko, und speziell den Dienstleistern bereitet dieser Punkt heftiges Bauchgrummeln. Es scheint also derzeit weniger um die Frage zu gehen, Aufträge zu bekommen – sondern darum, sie auch ausführen zu können. Jörg Hilpert

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