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Mainz

Schiersteiner Brücke: 1,4 Millionen Euro Schaden pro Tag

Die weiterhin gesperrte Schiersteiner Brücke zwischen Mainz und Wiesbaden bringt nicht nur lange Staus für die Pendler mit sich, sie verursacht auch erhebliche Schäden in der Wirtschaft rechts und links des Rheins. Auch deshalb hat Infrastrukturminister Lewentz für den Fall der länger notwendigen Sperrung einen Plan B in der Tasche, sagte er im SWR.

Foto: dpa

Von unserer Mitarbeiterin Gisela Kirschstein

Pro Tag entstehe derzeit ein Schaden von 1,2 Millionen Euro allein den täglich pendelnden Pkws, sagte Klaus Schröter, Verkehrsexperte der Industrie- und Handelskammer (IHK) Wiesbaden. Für Lastwagen entstünden derzeit mindestens 216 000 Euro pro Tag an Verlusten, damit verursache die Brücke pro Tag einen Schaden von rund 1,4 Millionen Euro, so Schröter.

Die Schiersteiner Brücke ist seit dem 11. Februar voll gesperrt, weil bei Bauarbeiten ein Pfeiler absackte und sich die Fahrbahn absenkte. Seither bilden sich täglich Staus von bis zu 16 Kilometern, weil nur noch zwei Rheinbrücken zur Verfügung stehen. Über die Schiersteiner Brücke fuhren laut Pendlerstatistik der Bundesagentur für Arbeit pro Tag 79 205 Pkw sowie 6120 Lkw.

Nach Schröters Rechnung müssen nun die 79 205 Pkw jeden Tag einen Umweg von insgesamt 1,2 Millionen Kilometern fahren, hochgerechnet mit den üblichen 0,65 Cent pro Kilometer macht das allein 360 000 Euro aus. Dazu stehe jeder Pkw im Schnitt eine halbe Stunde im Stau, und das sei noch konservativ gerechnet, sagte der IHK-Mann weiter. Die Zeit für den Umweg koste täglich 180 000 Euro, die halbe Stunde im Stau noch einmal 713 000 Euro – macht zusammen 1,2 Millionen Euro an Schäden nur für die Autofahrer.

Bei den Lkw kam Schröter nach derselben Methode auf einen Schaden von 216 429 Euro pro Tag, allerdings seien da die Folgekosten wie längere Lieferzeiten oder höherer Personaleinsatz nicht eingerechnet. Die aber sind erheblich: Für 16 Logistikunternehmen im Kreis "schätzen wir die Kosten auf 10 000 Euro pro Tag", sagt Dirk Beenken, Geschäftsführer des Schott Music Verlags, der weltweit Noten und Partituren verschickt.

Es gebe Unternehmen, die von vier Touren über den Rhein auf eine reduzieren mussten. Andere bräuchten mehr Fahrer, weil sich die Lenkzeiten verlängerten. Auch verzögerte Lieferfristen und Auftragsausfälle seien Folgen der Brückensperrung. Die Mainzer und Wiesbadener IHK fordern deshalb, die Brücke so schnell es geht zu reparieren und auch die A 643 dreispurig auszubauen. "Wir wollen ein Konzept der Landesregierung, und zwar relativ schnell", sagte der Mainzer IHK-Hauptgeschäftsführer Günter Jertz.

Problemstellen müssten genau untersucht werden, um weitere Schäden auszuschließen. Und die IHK macht noch einen Vorschlag: Der Schaden liege doch auf der Fahrbahnseite von Mainz nach Wiesbaden, es müsse geprüft werden, ob nicht die Richtung Wiesbaden-Mainz schneller wieder befahren werden könne.

[Update] Sollte gegen alle Erwartungen eine Sperrung länger als bis Ende März notwendig werden, hat Infrastrukturminister Lewentz einen Plan B in der Schublade.

Am Mittwoch äußerte sich der Infrastrukturminister dazu im SWR. Sollte die Anhebung und Reparatur der Brücke nicht rechtzeitig gelingen, werde eine Behelfsbrücke eingesetzt. So eine Ersatzbrücke liege derzeit in Rheinhessen bereit.

Wirtschaft
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