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Laufersweiler

Landwirtschaft: Vankorb entwickelt mobilen Saatgutreiniger

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft findet nicht nur auf dem Bauernhof statt. Auch Handwerksbetriebe und Industrieunternehmen, die Dienstleistungen und technische Ausrüstung liefern, müssen sich neuen Herausforderungen stellen.

Ursprünglich bauten die Vankorbs Mühlräder. Heute konstruiert Alfred Vankorb (rechts) Metallkonstruktionen, wie die mobile Saatgutreinigungsanlage. Foto: Werner Dupuis
Ursprünglich bauten die Vankorbs Mühlräder. Heute konstruiert Alfred Vankorb (rechts) Metallkonstruktionen, wie die mobile Saatgutreinigungsanlage.
Foto: Werner Dupuis

Von unserem Reporter Werner Dupuis

Die Alfred Vankorb GmbH ist ein Paradebeispiel dafür. Aus dem Mühlenbauer im Rhein-Hunsrück-Kreis ist ein Spezialist für Blechverarbeitung, Metallbau und gesuchter Partner beim Bau von Großmühlen geworden. Besonders stolz sind Firmenchef Alfred Vankorb (57) und seine Mitarbeiter auf eine fahrbare Saatgutreinigungsanlage, die von den Spezialisten in den vergangenen Wochen gebaut und in der kommenden Woche ausgeliefert wird. Die elektronische Steuerung der Anlage stammt von Elektro Franzen aus Kirchberg.

Die Anfrage zum Bau einer mobilen Reinigungsanlage für Saatgut erhielt der Mühlen- und Maschinenbauer Vankorb im Februar von der Landwirtschaftsgenossenschaft Baro Lagerhaus in Bülstringen in Sachsen-Anhalt. Ihre Kapazität sollte zwischen fünf und zehn Tonnen Getreide pro Stunde liegen.

Eine einfache Skizze war für Vankorb der einzige Anhaltspunkt, wie die Konstruktion aussehen sollte. Auf dem Markt existierte bisher keine fahrbare Maschine dieser Größenordnung. Vankorb begann zu konstruieren und zu kalkulieren. Nach einer guten Woche standen die ersten Pläne, die mit dem Auftraggeber abgestimmt wurden. Herzstück der Anlage ist ein Mantel oder Trommeltrieur. In diesem rotierenden Zylinder, wird das durchlaufende Saatgut nach Kornlängen getrennt. Im anschließenden Rundkorntrieur werden kurze, runde, zumeist von Unkräutern wie Raden und Wicken stammende Samen, sowie alle gebrochenen Getreidekörner aussortiert.

Im daran anschließenden Langkorntrieur wird Getreide mit längerem Körnern – zum Beispiel Hafer – ausgelesen. Der Entgranner trennt schließlich die langen Fortsätze (Grannen) von der Gerste. Er dient auch zum Klippen – das ist das Abbrechen der Kornspitzen – bei Hafer und Gerste. Durch diesen Arbeitsschritt lösen sich alle anhaftenden Schmutzteile. Die abschließende Feinreinigung erfolgt in einem Behälter mit Rüttelsieben. Falls notwendig, kann das Getreide in dieser Anlage auch gebeizt werden. Dieser Arbeitsschritt bewirkt die Abtötung aller schädlichen Pilze, von Schimmel oder Brand und kann sowohl trocken als auch nass erfolgen. Die vollständige Verteilung und das lückenlose Überziehen eines jeden einzelnen Kornes mit einer exakten Dosierung war hier die Anforderung, die technisch umzusetzen war.

250.000 Euro kostet die auf einen Lkw-Anhänger montierte Anlage. Alle technisch Interessierten können am kommenden Samstag, 3. August, von 10 bis 14 Uhr die Neukonstruktion in Augenschein nehmen. Alfred Vankorb wird, falls erwünscht, technische Details erläutern.

Wirtschaft
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