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    Theater locken Nachwuchs mit Kinder- und Jugendstücken

    Mainz/Koblenz – Zwar hat eine Studie jüngst einen dramatischen Niedergang der Konzert- und Opernhäuser in Deutschland vorausgesagt, weil das Publikum immer älter werde. Für Rheinland- Pfalz aber geben die Kulturschaffenden Entwarnung. Die Publikumszahlen sind überwiegend stabil, ein breites Angebot von Kinder- und Jugendtheater sorgt für Nachwuchs, wie eine Umfrage ergeben hat.

    "Selbst wenn der demografische Wandel natürlich auch vor der Kultur nicht haltmacht, sieht man hier im Land nicht die Gefahr, dass die Konzerthäuser vor dem Aus stehen würden", teilte eine Sprecherin des Kulturministeriums in Mainz mit.

    Der Kulturwissenschaftler Martin Tröndle von der Zeppelin Universität Friedrichshafen hatte gewarnt, dass das Klassik-Publikum in den nächsten 30 Jahren um mehr als ein Drittel zurückgehen wird. Das große Problem der Konzert- und Opernhäuser sei der mangelnde Nachwuchs in jüngeren Altersgruppen.

    Es sei eine Art Daueraufgabe, und nicht nur dem demografischen Wandel geschuldet, ein kulturelles Angebot für die ganze Bevölkerung zu bieten, hieß es aus dem Kulturministerium. Alle Theater mit eigenem Ensemble in Rheinland-Pfalz hätten Stücke in ihrem Programm, die als besondere Kinder- und Jugendstücke ausgewiesen sind. Vielfach seien sie sogar als mobiles Theater angelegt, also zur Aufführung in Schulklassen geeignet und inzwischen auch sehr stark nachgefragt – etwa das Angebot des Pfalztheaters in Kaiserslautern.

    Die Orchester bieten durchweg auch Kinder- und Jugendkonzerte. Bei der "opera mobile" des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz fährt eine kleine Oper mit kleinster Orchesterbesetzung in Schulen. Dort wird das Genre erläutert und ein Stück aufgeführt – die Resonanz ist laut Ministerium durchweg sehr positiv. Das Land habe seit Mitte 2008 ein Programm "Aufführungsförderung" aufgelegt, das es freien Theatergruppen ermöglicht, in Kindergärten, Schulen und Jugendzentren gerade auch außerhalb der großen Kommunen so aufzutreten, dass der Zugang sehr niedrigschwellig ist, die Eintrittspreise erschwinglich bleiben und die Gruppen auf ein angemessenes Honorar kommen.

    Familienkonzerte, Klassenzimmer-Stücke und Theaterjugendclub – das Theater TRIER hat für jüngeres Publikum viele Angebote. Auch neue Veranstaltungen wie die Schauspielreihe "Maximierung Mensch", das Tanzfestival "Transfrontalier" und das Festival für Neue Musik "Mensch am Limit" zielen auf junge Zuschauer, die Modernes und Experimentelles suchen, teilte das Theater Trier mit. In der Spielsaison 2008/09 hat das Haus – trotz ausgefallenen Antikenfestspielen – ein Besucher-Plus verzeichnet. Mit insgesamt 117 000 Zuschauern kamen rund 6000 mehr als im Vorjahr.

    Insgesamt hatte das Theater Trier 415 Vorstellungen im Angebot. Für die Kleinsten gab es die Märchenproduktion der "Bremer Stadtmusikanten" mit 35 ausverkauften Vorstellungen. Auch Stücke, bei denen das Theater die gewohnten Bühne verlässt und sich zu neuen Spielstätten wie Kaufhäusern oder Bankfilialen begibt, gehören zu der bunten Programmpalette.

    Das Pfalztheater KAISERSLAUTERN kann nach Angaben von Sprecher Günther Fingerle "in allen Sparten" keine Überalterung des Publikums feststellen. "Es gibt auch keinen Publikumsschwund – zur Zeit sieht es bei uns gar nach Zuschauersteigerung aus", sagte Fingerle. Nach seinen Angaben lag die Auslastung bis Dezember bei rund 90 Prozent, in den vergangenen Spielzeiten hatte es zum Ende einer Saison immer zwischen 80 und 85 Prozent geschwankt.

    Der Etat des Pfalztheaters blieb nach Fingerles Worten konstant und deckt den laufenden Bedarf. "Nebenverdienste" mit zusätzlichen Aktionen könne das Theater nicht erwirtschaften, das sei für ein Dreispartenhaus nicht zu stemmen. "Um Kosten einzusparen, setzen wir allerdings immer mehr auf Koproduktionen – vor allem in der nächsten Saison." Ein Höhepunkt soll dann die Wiederaufnahme der "Falstaff"- Produktion mit Kammersänger Bernd Weikl in der Doppelfunktion des Regisseurs und Titelhelden sein.

    Das Publikum des Staatstheaters MAINZ habe sich in den vergangenen Jahren sogar leicht verjüngt, teilte die Sprecherin mit. "Wir freuen uns, dass vor allem immer mehr Mainzer Studenten auf unser vielseitiges Angebot aufmerksam werden." Das derzeitige Motto GELD MACHT GIER betreffe Fragen nach den Fehlentwicklungen des Wirtschaftssystems genauso wie nach ethischen und moralischen Grundsätzen. Diese Themen beträfen gerade auch die Zukunft junger Generationen. "Viele unserer Inszenierungen werden durch Publikumsgespräche nach Vorstellungen und ein zusätzliches Angebot der Theaterpädagogik begleitet", erklärte die Sprecherin. Zahlreiche Angebote gebe es auch für ein ganz junges Publikum – etwa das jährliche Weihnachtsmärchen. "Und vor allem unsere Kinder- und Jugendkonzerte zeigen wir stets vor ausverkauftem Haus."

    Nach dem Engagement eines neuen Intendanten zur Spielzeit 2009/2010 wird am Deutschen Eck gespannt die Entwicklung des Theaters KOBLENZ beobachtet. Mit dem 35 Jahre jungen Markus Dietze wurde im Sommer 2009 ein Generationenwechsel an dem Dreispartenhaus für Musiktheater, Schauspiel und Ballett eingeläutet. In den vergangenen Jahren hatten die Besucherzahlen stark geschwankt. Für das vergangene Jahr liegen noch keine Zahlen für das mit rund 6,9 Millionen Euro pro Jahr von der Stadt geförderte Bühnenhaus vor. Und wegen des neuen Intendanten und des neuen Spielplans seien derzeit keine Prognosen möglich, sagte der Sprecher. Höhepunkte der Saison seien "Dantons Tod", "Don Giovanni" und die Oper "Drei Schwestern" von Peter Eötvös nach Anton Tschechows gleichnamigem Drama. Bericht: Andrea Löbbecke, dpa ( www.theater-koblenz.de, www.pfalztheater.de, www.theater-trier.de, www.staatstheater-mainz.de)

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