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    Sex mit Stieftochter: Bewährungsstrafe für Mayen-Koblenzer (52)

    Koblenz/Kreis Mayen-Koblenz - Der „Mayener Kinderschänder“ Christoph G. hat unter anderem Zwillinge monatelang missbraucht. Jetzt wurde deren Vater verurteilt. Auch er ist ein Kinderschänder. 

    Bewährungsstrafe im Sex-Prozess gegen einen Stiefvater (52): Im Jahr 1999 versucht er in einem kleinen Ort im Kreis Mayen-Koblenz mit seiner achtjährigen Stieftochter den Beischlaf zu vollziehen. Sie legt im Kinderzimmer Wäsche zusammen – plötzlich steht er neben ihr. Als beide nackt sind, kommt zufällig der Stiefsohn des Mannes herein. Dann lässt der 52-Jährige von dem Mädchen ab.

     

    Am neunten Prozesstag hat das Landgericht Koblenz den Stiefvater wegen dieses Übergriffs zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten verurteilt. Begründung: versuchter schwerer sexueller Missbrauch eines Kindes. Der Staatsanwalt hatte zweieinhalb Jahre Haft gefordert. Der Verteidiger des Stiefvaters plädierte auf Freispruch.

     

    Der nicht vorbestrafte 52-Jährige nahm das Urteil regungslos zur Kenntnis. Er ist der Vater der Zwillinge, die der bundesweit bekannte „Mayener Kinderschänder“ Christoph G. missbrauchte. Das Landgericht Trier hat G. wegen dieser und anderer Delikte im April zu zehneinhalb Jahren Haft und Sicherungsverwahrung verurteilt.

     

    Nach dem Urteil verließ der Stiefvater, der seit Oktober 2009 in Untersuchungshaft saß, das Gericht als freier Mann. Sein Anwalt sagt über ihn: „Er ist mit dem Leben völlig überfordert. Er lebt nicht, ihm passiert das Leben.“

     

    Das Opfer von damals ist heute 19 Jahre alt. Im RZ-Gespräch wertete es das Urteil so: „Ich bin recht zufrieden. Mein Stiefvater hat genug gelitten.“ Die Frau ist mit dem Urteil zufrieden – das ist alles andere als selbstverständlich.

     

    Sie hatte im Prozess geschildert, dass ihr Stiefvater mit ihr immer wieder den Beischlaf vollzog. Sie sagte: Beim ersten Mal war sie zehn Jahre alt. Später hatte der Stiefvater auf dem Dachboden des Familienhauses regelmäßig Sex mit ihr. Danach gab er ihr oft Geld, mal 10, mal 50 Euro. „Ich habe mich nie gewehrt, er bedrohte mich nie“, sagte sie.

     

    Der Angeklagte und sein Stiefsohn sagten im Prozess kein Wort. Darum hatte das Gericht unter Vorsitz von Richterin Monika Fay-Thiemann nur ein Beweismittel: die Aussage des Opfers. Und die war widersprüchlich und oft vage, so das Gericht. Zum Beispiel erinnerte sich das Opfer nur schlecht an ihren mutmaßlich ersten Beischlaf mit dem Stiefvater. Auch darum berücksichtigte das Gericht viele Vorwürfe der Frau nicht. Die Richterin: „Das Opfer wollte den Angeklagten offenbar möglichst nicht belasten.“ Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

    Hartmut Wagner

     

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