40.000
Aus unserem Archiv

Guantánamo-Häftling noch im September erwartet

Mainz – Rheinland-Pfalz und Hamburg rechnen noch im September mit der Überstellung der beiden ehemaligen Häftlingen aus dem US-Gefangenenlager Guantánamo.

Mainz – Rheinland-Pfalz und Hamburg rechnen noch im September mit der Überstellung der beiden ehemaligen Häftlingen aus dem US-Gefangenenlager Guantánamo.

Diese Erwartung äußerten Hamburgs Innensenator Heino Vahldieck (CDU) und ein Sprecher des rheinland-pfälzischen Innenministeriums am Montag. Nach Vahldiecks Angaben bereitet sich der Stadtstaat darauf vor, einen staatenlosen Palästinenser aufzunehmen. Der andere Mann ist ein Familienvater aus Syrien. Der rheinland-pfälzische Innenminister Karl Peter Bruch (SPD) hatte bereits im Juli erklärt, es gebe die Tendenz, dass sein Bundesland sich um diesen Mann kümmere. Deutschland hat zugesagt, zwei Häftlinge des US- Gefangenlagers aufzunehmen.

Ob tatsächlich der Syrer nach Rheinland-Pfalz kommt, stehe aber noch nicht fest, sagte der stellvertretende Sprecher des rheinland- pfälzischen Innenministeriums, David Freichel. "Letztlich wissen wir es erst, wenn er aus dem Flieger aussteigt." Bruch hatte erklärt, das Land wäre auch bereit, Frau und Kind des ehemaligen Obsthändlers aufzunehmen. Nach Angaben des Innenministers vom Juli hatten Befragungen ergeben, dass beide Männer keine radikalen Tendenzen hätten.

Vahldieck erklärte am Montag, von dem Palästinenser gehe nach seinen Erkenntnissen keine Gefahr aus. Beide Männer seien in Guantánamo von Bundesbeamten befragt worden und hätten dem Djihad (Heiligen Krieg) abgeschworen. "Die Prüfung hat ergeben, dass diese Leute in Ruhe leben wollen." Gegen den 34-Jährigen gebe es keine strafrechtlichen Vorwürfe und auch keine Hinweise darauf, dass er terroristische Anschläge begangen habe. "Wir sind aber nicht naiv, er wird in enge Manndeckung genommen." Sollte er sich wieder islamistischen Kreisen zuwenden, werde die Behörde alle notwendigen Maßnahmen ausschöpfen.

Nach Angaben des Senators war der Palästinenser im Sommer 2001 in Richtung Afghanistan gereist, um in den "Heiligen Krieg" zu ziehen. Er wurde gefangen genommen und im Januar 2002 in das US-Lager auf Kuba gebracht. Nach seiner Ankunft in Hamburg wird der im Dezember 1975 im saudiarabischen Djidda geborene Mann zunächst in einem Krankenhaus untersucht. Um ihm das Zurechtfinden in Deutschland zu erleichtern, wird ihm ein arabisch sprechender Betreuer zur Seite gestellt, der sich allein um ihn kümmert.

Bruch hatte im Juli gesagt, auch in Rheinland-Pfalz werde eine Einrichtung gesucht, in der der Mann nach acht bis neun Jahren in Guantánamo psychisch stabilisiert und auf das Leben vorbereitet werden könne. "Ich gehe davon aus, dass wir über ein Jahr reden müssen, vielleicht auch länger." Der Syrer soll 35 Jahre alt sein.

Rheinland-Pfalz
Meistgelesene Artikel
Anzeige
epaper-startseite
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
Das Wetter in der Region
Donnerstag

°C - °C
Donnerstag

°C - °C
Donnerstag

°C - °C

Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

Anzeige
Anzeige
Event-Kalender
Veranstaltungstipps

Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!