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Mainz

Bestes Ergebnis aller SPD-Vize: Regierungschefin mit Lächeln und Durchsetzungsvermögen

Malu Dreyer weiß, was sie will. Sie garniert es stets mit einem Lächeln. Die rheinland-pfälzische Regierungschefin hat in der SPD an Bedeutung gewonnen. Mit ihrer Wahl zur stellvertretenden Bundesvorsitzenden unterstreicht sie ihren Anspruch, an der Parteispitze mitzureden. Beim Bundesparteitag in Berlin erhielt sie am Donnerstagabend eine Zustimmung von 97,5 Prozent und damit das beste Ergebnis der Stellvertreter von SPD-Chef Martin Schulz.

Malu Dreyer (SPD)
Malu Dreyer wurde auf dem Bundesparteitag der SPD zur SPD-Vizechefin gewählt.
Foto: M. Kappeler – dpa

Ambitionen auf mehr in der Partei hat Dreyer bisher aber nicht, das hat sie mehrfach deutlich gemacht. Ihren Platz sieht sie in Rheinland-Pfalz. Außerdem weiß sie, was ihr Vorgänger Kurt Beck als SPD-Chef für Erfahrungen in Berlin gemacht hat. Beck trat 2008 nach internen Querelen von dem Posten zurück.

Die Ministerpräsidentin rechnet sich keinem Flügel zu und ist kein "Hau drauf"-Typ. Sie gilt in der Partei als beliebt – und als Beispiel dafür, dass die SPD auch gewinnen kann: Bei der Landtagswahl 2016 lag ihre rheinland-pfälzische SPD überraschend deutlich vorn. Das verschaffte ihr bundesweit Rückenwind, ihr Urteil ist gefragt. Die Pfälzerin gilt als warmherzig und ist auch über Parteigrenzen hinweg anerkannt.

Als sie 2013 Regierungschefin wurde, sagte sie: "Ich kann auch anders." SPD-Landeschef Roger Lewentz sagt über sie: "Malu Dreyer ist extrem sympathisch, sehr beliebt, aber auch entscheidungsstark." Sie finde die Themen, die den Menschen unter den Nägeln brennen.

Dreyer studierte Jura, wurde Staatsanwältin, Bürgermeisterin von Bad Kreuznach, Sozialdezernentin von Mainz und 2002 Sozialministerin. Dreyer hat Multiple Sklerose (MS) und geht damit offen um. Seit 2004 lebt sie mit ihrem Mann Klaus Jensen in Trier. Als Kurt Beck nach 18 Jahren Amtszeit wegen der Nürburgring-Insolvenz in Bedrängnis geriet, bestimmte er Dreyer 2013 zur Nachfolgerin.

Bei einer Kabinettsumbildung 2014 zeigte sie Durchsetzungsvermögen. Nach der Wahl 2016 schmiedete sie mit anderen die erste Ampel-Koalition im Land. In der Affäre um den geplatzten ersten Verkaufsversuch des Flughafens Hahn überstand sie ein CDU-Misstrauensvotum im Landtag. Bis November 2017 war sie ein Jahr lang Bundesratspräsidentin.

Von Oliver von Riegen (dpa)

Rheinland-Pfalz
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