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    Bei E-Bussen ist Geduld gefordert – Autokonzerne haben Entwicklung verschlafen

    Koblenz, Mainz und Ludwigshafen drohen Fahrverbote wegen Überschreitungen der Grenzwerte von giftigen Stickoxiden, für die vor allem Dieselfahrzeuge verantwortlich gemacht werden. Bei der Diskussion darüber, wie diese zu verhindern sind, tauchte zuletzt immer wieder das Stichwort Elektrobusse als schnelle Lösung auf. Der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) warnt allerdings vor überzogenen Erwartungen in Bezug auf eine prompte Reduzierung der Stickoxid-Messwerte.

    In vielen Städten werden, wie hier in Hannover, E-Busse getestet. Wer allerdings jetzt erst welche bestellt, wird Geduld aufbringen müssen.  Foto: dpa
    In vielen Städten werden, wie hier in Hannover, E-Busse getestet. Wer allerdings jetzt erst welche bestellt, wird Geduld aufbringen müssen.
    Foto: dpa

    „Ich habe gelacht, als manche Kollegen sagten, wir bestellen ganz schnell E-Busse“, sagte Leibe im Gespräch mit unserer Zeitung. „Sie brauchen einfach zwei Jahre Vorbereitungszeit, mindestens anderthalb Jahre – aber schneller geht's nicht.“ Für eine ganz schnelle Lösung sorgen seiner Meinung nach also auch E-Busse nicht.

    Trier will zum Spätherbst drei Elektrobusse im Alltagsbetrieb einsetzen. „Vor zwei Jahren haben wir im Rat beschlossen, dass wir es tun“, sagte Leibe, seither sei man mit Vorarbeiten beschäftigt. Bei den Stadtwerken müsse neues Know-how und eine neue Infrastruktur aufgebaut werden, zudem brauche es Menschen, die Fahrstrecken für E-Busse berechnen.

    „Wir haben jetzt ausgeklügelt, welche Strecken mit Elektrobussen gefahren werden können“, erklärte Leibe: „Wir können bei der jetzigen Technik nur die Flachstrecken bedienen, damit wir mit einer Batterie durchkommen.“ Man wolle die Elektrobusse nicht zwischendurch an Endhaltestellen mit Schnellladestationen aufladen, weil das auf Dauer die Batterien schädige. Stattdessen sollen in Trier die E-Busse über Nacht wieder aufgeladen werden: „Unsere Stadtwerke produzieren nachts Energie, die nicht genutzt wird, damit wollen wir die Busse laden“, sagte Leibe.

    550.000 Euro kostet ein Elektrobus, wie ihn die Stadt Trier anschaffen will. Bis heute gebe es keinen rein deutschen Autohersteller, der E-Busse anbiete, „Mercedes ist bis heute dazu nicht in der Lage“, sagt Leibe. In Trier entschied man sich für den E-Bus-Hersteller Sileo aus Salzgitter, dort brannte allerdings vor wenigen Tagen eine Produktionshalle ab. Trotzdem rechne man mit der Lieferung der drei E-Busse im ersten Quartal 2018.

    Die Mehrkosten im Vergleich zu Dieselbussen will Trier mithilfe des Bundes stemmen: Die Stadt habe als eine der ersten Fördermittel des Bundes beantragt und erhalte nun 407.000 Euro, sagte Leibe. Die Fördersumme, verteilt auf zwei Jahre, gleicht die Mehrkosten für die Elektrobusse zu 40 Prozent aus, die Stadtwerke übernehmen die restlichen Mehrkosten von einer halben Million Euro. Insgesamt werden nach Angaben der Stadtwerke 1,7 Millionen Euro investiert – die Ladeinfrastruktur sowie zwei kleine E-Fahrzeuge inklusive.

    Ziel sei es, die Busflotte insgesamt auf Elektromobilität umzustellen. Das werde allerdings einige Jahre dauern – in Trier sind derzeit 85 Busse unterwegs. Der Antrag für den neuen Mobilitätsfonds des Bundes „ist praktisch schon geschrieben“, fügte Leibe hinzu.

    Von unserer Mitarbeiterin Gisela Kirschstein

    Koblenz schickt E-Busse in den Härtetest

    Auch Koblenz beschäftigt sich derzeit mit dem Einsatz von Elektrobussen im öffentlichen Nahverkehr. Die EVM Verkehrs GmbH mit ihren 79 Bussen will auf eventuelle Fahrverbote vorbereitet sein – aber auch einen Teil zu saubererer Luft beitragen, wie Sprecher Marcelo Peerenboom sagt. Daher sollen auch E-Busse getestet werden – insbesondere an steilen Strecken.

    Denn hier war in der Vergangenheit ein Erdgasbus beim Test durchgefallen – zu wenig Leistung. Die Reichweite wäre in Koblenz kein Problem: 300 Kilometer schaffen E-Busse ohne Nachladen, im Schnitt ist jeder Linienbus 150 Kilometer am Tag unterwegs.

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