Archivierter Artikel vom 15.11.2019, 11:17 Uhr
Neuwied

VdK-Kreisverband Neuwied lud seine Ortsverbände zur jährlichen Tagung

Zu einer Arbeitstagung trafen sich kürzlich Vorstandsmitglieder aus den Ortsverbänden des VdK-Kreisverbandes Neuwied im Berufsbildungswerk Heimbach-Weis.

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Das Foto zeigt Carmen Boulabiar, AOK Rheinland-Pfalz/Saarland, bei ihrem Referat zum Thema "Hilfsmittelversorgung".
Das Foto zeigt Carmen Boulabiar, AOK Rheinland-Pfalz/Saarland, bei ihrem Referat zum Thema „Hilfsmittelversorgung“.
Foto: VdK Neuwied

Die Herbstkonferenz wurde einberufen, um die Ortsverbandsvorstände über neue Beschlüsse und Entwicklungen auf Bundes-, Landes- und Kreisverbandsebene zu unterrichten, wie Kreisvorsitzender Hans Werner Kaiser in seiner Begrüßung betonte. Neben den beiden Referenten zum Thema „Hilfsmittelversorgung“, Carmen Boulabiar, AOK Rheinland-Pfalz, und Richard Erben, Sanitätshaus Pierdolla, konnte er den Ersten Kreisbeigeordneten Michael Mahlert und Carina Breßler, Sozialplanerin des Kreises, begrüßen. Sein Willkommensgruß galt weiterhin Kreisgeschäftsführerin Doreen Borges sowie den Mitarbeiterinnen Claudia Schnur und Verena Claudy.

Das Foto zeigt die aufmerksame Zuhörer beim Referat von Carmen Boulabiar (am Mikrofon).
Das Foto zeigt die aufmerksame Zuhörer beim Referat von Carmen Boulabiar (am Mikrofon).
Foto: VdK Neuwied

Nach den einleitenden Worten von Michael Mahlert zur Initiative “Gut versorgt vor Ort“ stellte Carina Breßler in ihrer Präsentation die einzelnen Bausteine der Initiative vor. Dabei geht es um folgende Themenbereiche: Wohnen, Unterstützung im Alltag, Pflege, Mobilität, Einzelhandel und gesundheitliche Versorgung. In ihrem Referat ging sie auf die einzelnen Handlungsfelder und die Rolle der Kreisverwaltung ein. Ziel der Initiative ist eine Verbesserung der Strukturen für alle Altersgruppen. Wie sie abschließend betonte, wird es zu den einzelnen Bausteinen sicherlich noch weitere Informationsveranstaltungen geben.

Zum Thema „Hilfsmittelversorgung“ referierte anschließend Carmen Boulabiar, Leiterin Hilfsmittelversorgung bei der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland, zu den gesetzlichen und rechtlichen Auswirkungen der Hilfsmittelversorgung aus Sicht der Krankenkassen. Zunächst ging sie auf die gesetzlichen Änderungen durch das Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz (HHVG) und das Terminservice- und Versorgungsgesetz näher ein und erläuterte den Zuhörern, welche Vorgaben der Gesetzgeber bei der Verordnung von Hilfsmitteln den Krankenkassen auferlegt hat. So ist eine Versorgung nur möglich, wenn Verträge vorhanden sind und eine Versorgung nur durch qualifizierte Vertragspartner gewährleistet ist. Durch das seit dem 11. Mai 2019 in Kraft getretene Terminservice- und Versorgungsgesetz entfällt bei Hilfsmitteln die Ausschreibungsoption. Zum Schluss ihrer Ausführungen ging Boulabiar noch auf einige Fragen aus dem Teilnehmerkreis näher ein.

Im weiteren Verlauf der Tagung berichtete Richard Erben von seinen Praxiserfahrungen. Er attestierte der Technik gute Fortschritte erzielt zu haben, allerdings werde heutzutage das Augenmerk mehr auf Standard als auf eine individuelle Versorgung von Hilfsmitteln gelegt. In diesem Zusammenhang kritisierte er auch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK), deren Mitarbeiter oftmals realitätsfremde Entscheidungen treffen. Er wünsche sich, dass dort mehr Mitarbeiter mit Praxiserfahrung über die Versorgung von Hilfsmitteln entscheiden würden. Nach seiner Feststellung wehren sich aber heute viele Betroffene bei negativen Entscheidungen, deren Erfolgsaussichten er durch Einschalten des VdK vergrößert sieht. Auch an Richard Erben wurden noch einige Fragen gerichtet, deren Beantwortung er gerne nach kam. Kreisvorsitzender Hans Werner Kaiser bedankte sich bei beiden Referenten für ihre sehr informativen Ausführungen und überreichte beiden ein Präsent.

Zum Schluss der Tagung vermittelte Hans Werner Kaiser den Vorstandsmitgliedern aus den Ortsverbänden in seinem Beitrag einige Neuigkeiten aus Bundes-, Landes- und Kreisverband, wobei er besonders auf den Kreisverbandstag im März und den Landesverbandstag im Mai einging. Der Informationsstand des VdK beim Ehrenamtstag fand ebenso eine positive Resonanz wie die erstmalige Teilnahme einer VdK-Mannschaft am Jedermannslauf des Heinrich-Hauses in Engers. Kurz ging der Kreisvorsitzende noch auf die Mitgliederentwicklung ein, denn im Juni konnte der Kreisverband Neuwied sein 7000-stes Mitglied begrüßen. Inzwischen ist der Kreisverband Neuwied auf 7186 Mitglieder angewachsen. Zum Schluss seiner Ausführungen wies er noch auf die aktuelle Rentenkampagne „Rente für alle“ des VdK hin und informierte zu der kürzlich stattgefundenen Plakat-Werbeaktion „Tritt ein für soziale Gerechtigkeit!“ mit einem Foto der VdK-Präsidentin Verena Bentele.

In seinem Schlusswort lobte er die gute Beratungstätigkeit der Mitarbeiterinnen in der Kreisgeschäftsstelle und dankte Kreisgeschäftsführerin Doreen Borges und den Mitarbeiterinnen Ulla Over, Sandra Schmitz, Claudia Schnur und Verena Claudy für die Vorbereitung der Herbstkonferenz. Dank sprach er auch den Mitarbeitern des Berufsbildungswerkes, hier insbesondere Josef Jungbluth für die Technik und das Küchenteam für die Bewirtung, aus.