Vallendar

Urkunde für Patenschaft von „Baum 289“ überreicht

Im Vallendarer Stadtwald wurde ein wichtiger Beitrag für den Natur- und Artenschutz geleistet. Eine schöne alte Eiche, die im Stadtwald auf dem Pedel steht, darf nun so lange leben wie sie kann.

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Foto: Bündnis 90/Die Grünen Vallendar

Sie wird nicht gefällt oder forstwirtschaftlich genutzt. Denn der Ortsverband Vallendar von Bündnis 90/Die Grünen hat die Patenschaft über „Baum 289“ übernommen. Jetzt hat der Vallendarer Revierförster Achim Kern Mitgliedern der Grünen die Patenschaftsurkunde während einer kleinen Feierstunde an der Pedelhütte überreicht.

Die private Spendenaktion „Methusalem-Projekt“ von Katrin Pletsch und Norbert Scheidweiler während des Weihnachtsmarktes in Vallendar hatte den Grundstock für die Patenschaft gelegt. Sie bewirteten Weihnachtsmarktbesucher kostenlos mit heißen und kühlen Getränken und baten die Besucher in ihrem Hof in der Hellenstraße um Spenden für die Baumpatenschaft. So kamen gut 450 Euro zusammen. Grüne Gemeinderäte aus Urbar sammelten weiter und spendeten selbst. So kamen die ersten 900 Euro für das Baumpatenschaftsprojekt von Stadtförster Achim Kern zusammen.

Die Grünen haben bei der feierlichen Übergabe ihren Baum im Pedel-Wald besucht. Die ausgewählte Eiche mit der Kartierungs-Nummer 289 kann noch rund 200 Jahre leben und CO2 speichern, Sauerstoff produzieren und Tieren und Pflanzen eine Heimat bieten.

Der Buchenwald Pedel bei Vallendar ist ein etwa 300 Hektar großer Wald mit riesigen alten Eichen und Buchen, unter denen bereits die nächste Baumgeneration heranwächst. In dieser naturnah bewirtschafteten Waldgesellschaft leben viele geschützte Vogel-, Fledermaus- und Insektenarten. Es gibt hier überdurchschnittlich viele Höhlenbäume, die Quartier für Fledermäuse sein können. Auf dem Pedel wird etwa der Kolkrabe häufig beobachtet und auch die scheue Wildkatze kommt hier vor. Hier brüten Habicht und Hohltaube, viele Singvögel und seltene Spechtarten. Die dicken alten Bäume sind ökologisch sehr wertvoll, so Förster Achim Kern. Auch wenn sie sterben und zerfallen, haben sie eine wichtige Funktion für die Tier- und Pflanzenwelt.

Um diesen für die Natur sehr wichtigen Wald besonders zu schützen, hat die Stadt Vallendar in den 2000er Jahren auf einem Gebiet von 35 Hektar mehrere hundert starke, für den Naturschutz bedeutende Buchen und Eichen GPS-kartieren und katalogisieren lassen. Für diese Bäume können Unternehmen, Vereine, Privatpersonen oder Institutionen Baumpatenschaften übernehmen. Die Bäume werden dann nicht gefällt und bleiben bis zu ihrem natürlichen Zerfall an ihrem Standort und garantieren so die Artenvielfalt des Waldes. Jeder Baum hat eine Nummer und kann dadurch dem Baumpaten zugeordnet werden.

„Jeder Bürger, Verein oder ein Unternehmen kann Baumpate von diesen wertvollen Bäumen im Waldgebiet Pedel werden“, so Förster Achim Kern. Ein Baum kostet 900 Euro. Interessierte Firmen, Institutionen oder private Interessengemeinschaften können einen von rund 450 Bäumen mit einem Alter zwischen 50 und 180 Jahren auswählen. Die Stadt Vallendar garantiert für mindestens 100 Jahre den Verzicht auf die forstwirtschaftliche Nutzung des Baums. Jeder Baumpate unterstützt so den Naturschutz und den Erhalt der Baumriesen auch noch für die Urenkel.

Die Grünen wollen weiter für das „Methusalem-Projekt“ Spenden sammeln. Privatleute, Vereine und Unternehmen, die sich für eine Baumpatenschaft interessieren, können sich von Revierförster Achim Kern beraten lassen unter Telefon 02620/951 987, oder per E-Mail an achim.kern@wald-rlp.de.