Archivierter Artikel vom 06.05.2019, 14:20 Uhr
Koblenz

Museen brauchen mehr denn je Freunde – fast 500 Mitglieder unterstützen die städtischen Museen

Gerade in Zeiten knapper Kassen muss die öffentliche Hand sparen. Auch die Stadt Koblenz. Somit ist ein Förderverein für die städtischen Museen schon für deren tägliche Arbeit unerlässlich.

Foto: privat

Wie wichtig der Verein der „Freunde des Mittelrhein-Museums und Ludwig Museums zu Koblenz“ ist, unterstrich die Erste Vorsitzende Elisabeth Sauer-Kirchlinne in ihrem Rechenschaftsbericht aus Anlass der Mitgliederversammlung der Freude des Mittelrhein-Museum und Ludwig Museum zu Koblenz im Ludwig Museum.

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Fast 500 Mitglieder zählt der Verein, aktuell sind 452 Beitragszahler aktive Kulturförderer, die durch ihren Mitgliedsbeitrag die Arbeit des Vereins im wesentlichen möglichen machen. „Museen brauchen Freunde“ betonte Sauer-Kirchlinne und forderte die anwesenden Mitglieder auf, selbst auch Mitglieder zu werben.

Zick-Ankauf gestemmt

Das bürgerliche Kulturengagement hilft den Museen auch bei Ankäufen von Kunstwerken. So konnte der Verein ganz wesentlich dazu beitragen, dass die städtische Kunstsammlung nunmehr um zwei hochinteressante Gemälde des Januarius Zick reicher ist. „Die Enthaltsamkeit des Scipio“ und „Alexander der Große und die Familie des Darius“ wurden dereinst im Auftrag des Kurfürsten für das Kurfürstliche Schloss zu Koblenz gemalt und waren auch in der Residenz und im Besitz der Koblenzer Industriellenfamilie Mayer-Alberti. Diese verkauften die Gemälde vor ihrer Flucht aus Nazi-Deutschland und haben zum Ankauf durch ihren Verzicht auf Restitution ganz wesentlich beigetragen. „Der wichtigste Ankauf seit Jahrzehnten“ titelte die Rhein-Zeitung und auch Museumsdirektor Matthias von der Bank hob die Bedeutung hervor.

Insbesondere die Museumspädagogik im Ludwig Museum profitierte von der Unterstützung des Museumsvereins, der durch seinen Beitrag eine weitere Förderung des Museumsverbandes Rheinland-Pfalz generieren konnte. Museumsdirektorin Beate Reifenscheid konnte auch die umfangreiche Ausstellungs-Arbeit im Ludwig Museum mit Hilfe der Museumsfreunde leisten. Allein im vergangenen Jahr sind 63.221 Euro an Vereins- und Spendenmitteln an die Museen geleitet worden. Mithin wurde die stolze Summe von 467.193 Euro seit 2007 generiert, um die städtischen Museen bei Ausstellungen, Museumspädagogik oder nur den einfachen täglichen Dingen zu unterstützen.

Dass die Museen auch das Vermögen der Stadt bereichern, zeigte der Bericht von Reifenscheid. In den letzten Monaten hat das Ludwig Museum großzügige Schenkungen in einem Wert von über 800.000 Euro einholen können. Diese stärken auch das bedeutende Ausstellungshaus am Deutschen Eck. Frischen Schwung in den Museumsverein brachte der neue stellvertretende Vorsitzende Christian Altmaier. Zur „Langen Nacht der Museen“ brachte er die Besucher dazu, im wahrsten Sinne des Wortes „am Rad zu drehen“. Ein Glücksrad versprach hochwertige Gewinne und pro Dreh gingen fünf Euro zu Gunsten des Vereins in die Kulturarbeit. Gleich nebenan hatte auch die Koblenzer Kulturstiftung, deren Gründerin Ingrid Bàtori und Vorsitzende Ingeborg Henzler auch anwesend waren, ihren Stand aufgebaut und so konnten beide Einrichtungen in der Museumsnacht für die Kultur in Koblenz werben. Personell stellte sich der Museumsverein auch auf anderen Vorstandspositionen neu auf, in dem als Schriftführerin nunmehr Petra Scherhag fungiert.

Mit Blick auf die Kommunalwahl betonte die Vorsitzende der Museumsfreunde, Elisabeth Sauer-Kirchlinne, bewusst die Kandidaten aller Listen zu unterstützen, die sich engagiert für die Kultur in die Politik im Stadtrat einbringen und einbringen werden. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Fördervereinen, etwa dem des Stadttheater Koblenz, dessen Vorsitzender Fabian Freisberg ebenfalls anwesend war, nehmen sich die Museumsfreunde vor. „Kulturstiftung, Theaterfreunde oder Förderverein der Rheinischen Philharmonie, alle Vereine die sich für die traditionellen Kultureinrichtungen in Koblenz engagieren, sollten den Gedankenaustausch zusammen fördern, um dann auch aktiv auf die Akteure der Kulturpolitik zugehen zu können“, so der stellvertretende Vorsitzende Christian Altmaier.