Archivierter Artikel vom 16.07.2021, 11:21 Uhr
Vallendar

Frauenkongress deutschlandweit

Frausein leben mit Zusage, Herzensbegabung und Gestaltungskraft.

In der Aula der Anbetungskirche war es ohne Probleme möglich, sich unter Beachtung aller derzeit gültigen Regeln zu treffen.
In der Aula der Anbetungskirche war es ohne Probleme möglich, sich unter Beachtung aller derzeit gültigen Regeln zu treffen.
Foto: Brehm

Er ist ganz anders als ursprünglich geplant, der Frauenkongress der Schönstatt-Frauenbewegung, der eigentlich im Mai vergangenen Jahres hätte stattfinden sollen. Aus der zentralen Großveranstaltung ist ein Veranstaltungsformat geworden, dass sich über fünf Monate und knapp 30 Veranstaltungen in ganz Deutschland hinzieht, um den Corona bedingten Maßnahmen und Einschränkungen gerecht werden zu können.

Der Kernimpuls des Kongresses von Sr. M. Caja Bernhard wurde in Schönstatt per Video eingespielt.
Der Kernimpuls des Kongresses von Sr. M. Caja Bernhard wurde in Schönstatt per Video eingespielt.
Foto: Sr. M. Anna-Theres Reiling

Kürzlich fanden zwei Tagesveranstaltungen am Gründungsort der Schönstatt-Bewegung in Vallendar, Diözese Trier, statt, an denen zusammen rund 140 Frauen teilnahmen. Die deutschlandweit stattfindenden Veranstaltungen realisieren sich mit einem Programmmix aus den zentral angebotenen digitalen Produktionen und lokal organisierten Workshops und Kreativ-Angeboten. Die Veranstalter vor Ort können auf ein digitales Videopaket zurückgreifen mit Moderationsbeiträgen, Erklärungen für inhaltliche Weiterbildungen und einem zentralen Kongress-Kernimpuls von Sr. M. Caja Bernhard, der inhaltlich in Verbindung steht mit einer beeindruckenden Sanddarbietung der Sandmalerei-Künstlerin Frauke Menger, Aßling bei München, die für die Veranstaltung produziert wurde. Die beiden Veranstaltungen in Schönstatt, Vallendar, die am Vormittag jeweils in der Aula der Anbetungskirche auf Berg Schönstatt begann, gab es am Nachmittag im Tagungszentrum Marienland neben einer Vielzahl von Marktständen zu verschiedensten Themen eine Reihe von Workshops zum Kreativwerden und zu inhaltlichen Themen.

Erfahrungen mit Corona, mit der globalen Klima-Krise und der digitalen Revolution machten immer deutlicher, dass die Frage nach der „Innenseite des Menschen“, nach seiner seelischen Entwicklung und Belastbarkeit, nach seiner Persönlichkeitsstärke und emotionalen Intelligenz die eigentliche Zukunftsfrage sei, so Sr. M. Caja Bernhard in ihrem Kernimpuls zum Kongressthema „DU wirkst – Von innen her mehr bewegen“. „Wird der Mensch das Menschliche verlieren oder entfalten?“ so die provokante Frage der Referentin, deren Impuls per Video eingespielt wurde. Pater Kentenich, der Gründer Schönstatts habe in einer Zeit, in der das durchaus noch ungewöhnlich gewesen sei, bereits das mehrfache Plus herausgearbeitet, „das Frauen als Geschenk des Schöpfers sozusagen von Natur aus mitbringen: Ein Plus an Intuition, ein Plus an Lebensbeziehungen, ein Plus an Liebe, konkret an Zartgefühl, Vergeistigung, Mütterlichkeit und Opferkraft, sowie ein Plus an Herzenstiefe und Herzensfülle.“ Natürlich sehe Kentenich die Frau nicht reduziert auf diese „Plus-Faktoren“ und er realisiere durchaus, dass das prozentuale Mischungsverhältnis je nach Person sehr unterschiedlich sein könne. Es gehe ihm um die Akzentsetzung eines gewissen „Mehr“, von dessen Entfaltung seiner Einschätzung nach ungemein viel abhänge im Blick auf das Gelingen des Menschseins heute und morgen. Unter den Stichworten „Frausein mit Zusage“, „Frausein mit Herzensbegabung“ und „Frausein mit Gestaltungskraft“ erläuterte die Referentin wie Frauen heute alle Lebensbereiche und die Kultur geistig-seelisch mitprägen können.

Am Nachmittag luden Gesprächsangebote, Kreativ-Workshops und „Marktstände“ zum interessierten Verweilen, Gedankenaustausch und praktischen Lernen ein. Vom abschließenden Treffen in der Kongress-Aula konnten die Teilnehmerinnen die Anregung mitnehmen, sich dem Schutz und der Begleitung von Maria, der ersten und einzigartigen Christin, die ganz bei Gott und ganz bei den Menschen ist, anzuvertrauen.