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Westerwald

Westerwald will eigene Gerichte auftischen

Was dem Pfälzer der Saumagen und dem Hunsrücker der Spießbraten ist dem Westerwälder ... Sie stutzen auch? Den wenigsten dürfte wohl so ganz spontan ein Gericht einfallen, das unverwechselbar mit dem Westerwald in Verbindung gebracht wird, dass wie keine zweite Speise für die Region zwischen Sieg, Rhein, Lahn und Dill steht.

Den Gästen mehr bieten als Jägerschnitzel, Pommes und Salat will Christoph Hoopmann, Geschäftsführer der Regionalagentur. Zurzeit arbeitet er an der richtigen Rezeptur und den regionalen Zutaten, um beim kulinarischen Image der Region kräftig nachzuwürzen. Karikatur: Rudolf Grabowski
Den Gästen mehr bieten als Jägerschnitzel, Pommes und Salat will Christoph Hoopmann, Geschäftsführer der Regionalagentur. Zurzeit arbeitet er an der richtigen Rezeptur und den regionalen Zutaten, um beim kulinarischen Image der Region kräftig nachzuwürzen. Karikatur: Rudolf Grabowski
Foto: Rudolf Grabowski

Von unserem Chefreporter Markus Kratzer

Das muss sich ändern, fordert der Westerwald Touristik-Service. Und nicht nur das. Dass, was den Westerwald künftig kulinarisch ausmachen soll, soll aus heimischer Zucht und heimischem Anbau kommen.

"Wir müssen im Westerwald mehr bieten als Jägerschnitzel, Pommes und Salat", ist Christoph Hoopmann, Geschäftsführer der Regionalagentur, überzeugt. Gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Jörg Hohenadl arbeitet er derzeit an der richtigen Rezeptur, um beim kulinarischen Image der Region kräftig nachzuwürzen. "Wäller Küche " heißt die Marke, bei der Touristen und Einheimischen das Wasser im Mund zusammenlaufen soll. "Ein gastronomisches Angebot aus Regionalprodukten kann ein entscheidender Erfolgsfaktor in der touristischen Vermarktung sein", argumentiert Hohenadl. Er sollte wissen, wovon er redet. Er war maßgeblich am Aufbau des Regionalprojekts "Kräuterwind" der Gemeinschaftsinitiative "Wir Westerwälder" beteiligt, die das Ziel hat, in den verschiedensten Sparten aus dem zu schöpfen, was die Region zu bieten hat.

Und genau diese Idee soll sich auch in dem Topf wiederfinden, in dem die kulinarische Identität des Westerwaldes zubereitet wird. "Wir streben an, dass alles, was auf dem Teller serviert wird, zusammen nicht mehr als 150 Kilometer zurückgelegt hat", bringt es Hoopmann anschaulich auf den Punkt.

Heißt: Regionale Anbieter und deren Produkte sind eine wichtige Zutat zu dem Konzept. "Das Projekt Wäller Küche verbindet Tourismus mit Gastronomie und landwirtschaftlicher Erzeugung" führt der Geschäftsführer weiter aus. So richtig in die Töpfe schauen kann man Hoopmann und Hohenadl noch nicht – und zwar ganz bewusst. Denn wie die speziell entwickelten Gerichte aussehen und welchen Namen sie als kulinarische Botschaft über die Grenzen der Region tragen, soll den Gastronomen nicht aufgestülpt sondern gemeinsam mit ihnen entwickelt werden. Ob tatsächlich irgendwann einmal der "Euler-Topf" in Anlehnung an die Töpfertradition serviert wird, und was dort alles hineinkommt, steht also noch in keinem Kochbuch. Man will nicht das Dessert vor der Suppe auftischen.

Erste Zielsetzung für den Westerwald Touristik-Service ist es vielmehr, die Restaurantbetreiber, Landwirte und Logistiker an einen Tisch zu holen. "Es ist wichtig, dass man sich gegenseitig kennenlernt, dass man mit Produkten und Lieferkonditionen vertraut ist", so Christoph Hoopmann. Dazu soll bereits der Westerwälder Branchentag für Gastronomie und Tourismus am Donnerstag, 8. September, in Hachenburg genutzt werden. Hier soll durch eine gezielte Direktansprache die Herdplatte schon einmal angeschaltet werden. Bei den 1. Westerwälder Genusstagen, die am Freitag, 11. November,und Samstag, 12. November, im Stöffelpark in Enspel geplant sind (siehe auch Zweittext), soll dann der offizielle Startschuss für die Initiative erfolgen.

Die Experten sind sich einig, dass eine solche Initiative eine gewisse Anlaufzeit braucht, um am Markt nachhaltig wahrgenommen zu werden. Und dennoch sind sie sicher, dass eine spezielle "Wäller Küche" sowohl den (Geschmacks-)Nerv von Touristen wie auch der heimischen Bevölkerung treffen kann. "Regionale Produktangebote schärfen das Profil, unterstützen regionale Wirtschaftskreisläufe und leisten einen Beitrag zum Erhalt der landwirtschaftlichen Kulturlandschaft", zählt Hoopmann gleich drei Vorteile auf, die auch zur Steigerung der Attraktivität der touristischen Region beitragen können. "Unsere zentralen Angebote Wandern und Rad werden mit dem Thema Genuss sinnlich aufgeladen", ist sich der Geschäftsführer sicher.

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