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    Sex mit Kind: Rollstuhlfahrer muss hinter Gitter

    Westerwald/Koblenz - Er saß jahrelang wegen Kindesmissbrauchs in Haft, kam in Freiheit – und vergriff sich erneut an einem Kind: Jetzt hat das Landgericht Koblenz den Kinderschänder (45) aus Neuwied zu achteinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

    Symbolfoto
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    Von unserem Redakteur Hartmut Wagner

    Der Mann, der querschnittsgelähmt ist und im Rollstuhl sitzt, muss in Sicherungsverwahrung. Er gilt als gemeingefährlich, kommt darum unbefristet hinter Gitter. Aber das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Anwalt des Mannes will es per Revision anfechten.

    Der Kinderschänder vergriff sich laut dem Urteil an einem Nachbarkind. Er ist pädophil, uro- und koprophil, war bei den Taten aber voll schuldfähig. Staatsanwalt Thorsten Kahl beantragte im Prozess zehn Jahre Haft, Verteidiger Gerhard Prengel forderte hingegen Freispruch. Er betonte, sein Mandant habe gar kein Tatmotiv: „Sein Genitalbereich ist wegen der Querschnittslähmung taub. Er kann keine sexuelle Lust mehr empfinden."

    So berichteten wir 2007 über den ersten Prozess gegen den Mann.
    So berichteten wir 2007 über den ersten Prozess gegen den Mann.

    Der Verurteilte sagte während der 13 Prozesstage kein Wort. Doch er stellte über seinen Anwalt zahlreiche Anträge und veranlasste, dass der Computer des Nachbarjungen durchsucht wurde. Er wollte beweisen, dass sein Opfer den Missbrauch erfunden hat. Und er wollte dessen Glaubwürdigkeit erschüttern. Aber: ohne Erfolg.

    Der Kinderschänder ist einschlägig vorbestraft. Das Landgericht verurteilte ihn bereits 2007 zu viereinhalb Jahren Haft. Grund: Er verbrachte bis 2005 viel Zeit in seinem Wohnwagen auf einem Campingplatz in der Verbandsgemeinde Selters – und erzählte den Eltern von fünf Jungen, er fühle sich einsam. Die Eltern ließen es darum zu, dass ihre Söhne ihn oft besuchten. Er machte ihnen Geschenke und vergriff sich an ihnen – fast 60-mal. Bis sich ein Opfer seiner Mutter anvertraute.

    Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb

    Im Prozess Mitte 2007 gestand der Mann die Missbrauchstaten. Sein Anwalt sagte: „Mein Mandant weiß, dass das, was er tat, nicht in Ordnung war, und er schämt und entschuldigt sich dafür." Die Anwältin der Jungen sagte: „Die Kinder wollten seine Freunde sein, und das hat er ausgenutzt."

    Der Mann saß bis 2010 in Haft, kam dann auf Bewährung frei. Er zog nach Neuwied in ein Mehrfamilienhaus und freundete sich mit einem Paar an, das dort wohnte. Einige Zeit später missbrauchte er erstmals dessen 13-jährigen Sohn, so das Urteil. Die Staatsanwaltschaft ging ursprünglich davon aus, dass er den Jungen bis 2012 insgesamt 161-mal missbrauchte. Doch im Prozess konnte dieser nur sieben Taten konkret schildern – zum Beispiel wie der Mann ihm erst Pornofilme zeigte und dann begann, ihn zu begrapschen.

    Doch Anwalt Prengel will gegen die erneute Verurteilung des Mannes per Revision vorgehen. Er kritisiert unter anderem, dass das Gericht im Prozess nicht alle relevanten Zeugen gehört hat. haw

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