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Selters

Schütz plant Erweiterung: Anlieger sind verärgert

Vor dieser Entscheidung haben sich die Anlieger des Brautweges und der Luisensraße in Selters gefürchtet: Der Stadtrat hat den Erweiterungsplänen der unmittelbar angrenzenden Firma Schütz in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht gegeben. Das Unternehmen plant, eine seiner Hallen auf dem Firmengelände geringfügig zu vergrößern. Die Anlieger haben Angst, dass der Lärm durch den Umbau der Halle zunimmt. Auch eine geplante Schallschutzwand trifft auf massiven Widerstand, weil dadurch der ohnehin schon kleine Abstand zwischen Firmengelände und Wohnhäuser womöglich verkleinert wird.

Nur die Straße trennt die Häuser im Brautweg vom Betriebsgelände der Firma Schütz.
Nur die Straße trennt die Häuser im Brautweg vom Betriebsgelände der Firma Schütz.
Foto: Verena Hallerman

Gudrun Gilgenberger wohnt seit vielen Jahren in dem Haus in der Luisenstraße, das in den 60er-Jahren bereits ihrer Tante gehört hat – bevor sich die Firma Schütz angesiedelt hatte. Anfang des Jahres hatte das Unternehmen bereits eine neue Halle oberhalb ihres Wohnsitzes gebaut. „Da sind bei uns die Tassen im Küchenschrank gehüpft, das ganze Haus hat vibriert“, erinnert sich die 65-jährige Rentnerin mit Schrecken an die Baumaßnahme. „Meine Enkel haben Angst gekriegt.“ Sie befürchtet, dass das nun von vorne losgehe, jetzt, wo die Firma Schütz erneut auf ihrem Gelände bauen darf. „Ich möchte Lebensqualität haben“, betont Gilgenberger, die aufgrund von Herzproblemen den Weg zu den Sitzungen des Stadtrates mittlerweile meidet. „Ich möchte doch im Sommer draußen sitzen können.“

Die Sorgen der Anlieger gehen noch weiter. Frank und Pia Birkhahn wohnen im Brautweg. Wenn sie aus dem Fenster schauen, blicken sie auf kalten Beton. Denn schon jetzt grenzt eine Mauer das Betriebsgelände von der Wohnbebauung ab. Doch was passiert, wenn die Firma Schütz die geplante Schallschutzwand errichtet? Wird die Wand größer, höher und rückt sie noch näher an die Häuser ran als die Betonmauer? Fragen, die erst im Rahmen einer städtebaulichen Vereinbarung zwischen Firma Schütz und der Stadt Selters geklärt werden.

Schon längst hat sich eine Interessengemeinschaft gebildet, die sich für den Erhalt der Grenzen des Industriegebietes einsetzt. Heribert Neuhaus, Sprecher der Gemeinschaft, kündigt an, weiterhin gegen die Pläne vorzugehen. „Für die Anlieger ist das ganz schlecht“, betont Neuhaus. „Ich kann mein Grundstück da verschenken. Da bekomme ich doch eh nichts mehr für.“

Stadtbeigeordneter Hanno Steindorf kann die Emotionen der Bürger verstehen. „Es war keine einfache Entscheidung. Das hat sich jeder zu Herzen genommen“, sagt Steindorf. „Ich hoffe aber, dass es nun mit Verständnis und Verstand weiter geht.“ Insgesamt sei ein „tragbarer Kompromiss“ für die meisten Anlieger zustande gekommen, ist sich der Beigeordnete sicher. „Wir haben unser Möglichstes getan. Ich habe selten ein Verfahren gesehen, das so intensiv beraten wurde.“ Es seien mehrfach beide Seiten angehört und abgewägt worden. Steindorf betont, dass die Stadt jeden Betrieb – auch wenn dieser nur zehn Mitarbeiter hätte – unterstützen würde, sofern die rechtlichen Grundlagen vorlägen.

Winfried Heibel, Geschäftsführer bei der Firma Schütz, betont, dass der Schallschutz für die Anlieger ein wesentliches Ziel der Planung sei. „Wir sind überzeugt davon, dass sich nach Umsetzung der Schallschutzmaßnahme die Situation für die Anwohner im Hinblick auf den Schallschutz verbessern wird“, sagt er. Eine Vergrößerung der Halle sei nur zulässig, wenn dies keine höheren Lärmbelastungen zur Folge habe. Die etwa 300 Meter lange Schallschutzwand, dessen Kosten von der Firma getragen werden, soll am südöstlichen Rand des Werksgeländes verlaufen. Man habe die Bedenken der Anwohner hinsichtlich möglicher optischer Beeinträchtigungen ernst genommen und suche derzeit nach einer Lösung. Der Stadtrat hatte beschlossen, dass die Wand begrünt werden soll. Die Firma benötigt eine größere Halle für ihre Werkzeuge. Denn derzeit fehlt es an Lagerkapazitäten. „Insgesamt ist die Baumaßnahme für uns ein weiterer wichtiger Baustein zur langfristigen Sicherung des Betriebsstandortes in Selters“, sagt Heibel.

Von unserer Reporterin Verena Hallermann

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