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    Westerburg

    Nachspiel: Rüder Kopfstoß beim Fußball führt zu Geldstrafe

    Bei einem Fußballspiel im oberen Westerwald gingen einem jungen Mann mit südländischen Wurzeln im April dieses Jahres sämtliche Pferde durch

    Von unserem Redakteur Michael Wenzel

    Der Mann glaubte, dass sein Bruder gefoult worden sei. Er rannte zum Gegenspieler, der sich allerdings gänzlich regelkonform verhalten hatte, und verpasste ihm einen heftigen Kopfstoß. Daraufhin wurde der Spieler vom Platz gestellt und beleidigte anschließend noch den Schiri. Jetzt gab es eine Nachspielzeit beim Amtsgericht in Westerburg. Angeklagt: der Kicker, dem die Sicherungen durchgebrannt waren. Als Zeuge dabei: das Opfer seiner Attacke – ein Polizist.

    Ein Sportgericht hatte den Angeklagten bereits wegen seiner Entgleisung auf dem Sportplatz für zehn Pflichtspiele gesperrt. Der Schiri verzichtete auf eine Strafanzeige wegen Beleidigung. Nunmehr war es an der Strafjustiz sich mit dem Zwischenfall auseinanderzusetzen, zumal der Polizeibeamte nicht unerheblich verletzt wurde. Ein Arzt bescheinigte ihm eine Schädelprellung, ein Hämatom und eine Prellung des Kiefergelenks, was dem Polizisten etwa vierzehn Tage an Probleme bei der Nahrungsaufnahme bereitete. „Es gab eine Situation mit einem anderen Spieler, ein normaler, etwas härterer Zweikampf, wobei dieser zu Boden ging“, berichtete der Polizeibeamte. Daraufhin habe dieser nachgetreten. Dann sei er (der Polizist) auf den Mann am Boden zugegangen und habe ich gefragt, was das solle. Da sei auch schon ein Schatten von der Seite gekommen und habe ihm einen Kopfstoß verpasst. „Das alles tut mir leid. Ich habe überreagiert und mich selbst nicht mehr wiedererkannt. Ich bin kein aggressiver Typ. Ich hatte mir wirklich nur Sorgen um meinen Bruder gemacht“, erklärte der Angeklagte, der sich in dem Verfahren für sein Fehlverhalten entschuldigte.

    Die Staatsanwaltschaft forderte eine Bewährungsstrafe von drei Monaten, da der Kicker bereits mehrfach vorbestraft ist, sowie die Ableistung von 50 Sozialstunden. Der Verteidiger des Angeklagten sprach von einem Augenblicksversagen, das südländische Temperament seines Mandanten sei mit ihm durchgegangen, meinte der Rechtsanwalt und regte eine tat- und schuldangemessene Geldstrafe an. Dem kam das Gericht auch nach. Richter Hans Helmut Strüder verhängte eine Geldstrafe von 75 Tagessätzen zu je 10 Euro, was den verurteilten Fußballer erheblich treffen wird, da er bei den Eltern lebt und über keine eigenen Einkünfte verfügt. „Was er gemacht hat, gehört auf keinen Fußballplatz“, machte der Jurist, selbst ein großer Fußballfan, in seiner Urteilsbegründung deutlich. Was den Antrag der Staatsanwaltschaft betraf, erläuterte Strüder, dass die Anklage das Verfahren zunächst habe einstellen wollen. Dem aber habe er als Ermittlungsrichter nicht zugestimmt. Eine Freiheitsstrafe sei nicht vertretbar, so der Richter, wenn man zunächst sogar auf eine Strafverfolgung verzichten will.

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