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    Westerwaldkreis

    Justiz: Anlagebetrügerin zu drei Jahren Haft verurteilt

    Kurz nach ihrer Festnahme am 19. Februar am Frankfurter Flughafen ist eine Anlagebetrügerin am Donnerstag vom Schöffengericht des Amtsgerichts Montabaur zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt worden.

    Von unserer Redakteurin Stephanie Kühr

    Die 62-jährige Westerwälder ist damit des gewerbsmäßigen Betruges und Urkundenfälschung in 29 Fällen schuldig. Der Versicherungsberaterin wurde vorgeworfen, ihre Kunden unter Vortäuschung unrealistischer Gewinnerwartungen zur Anlage von Geldbeträgen in Höhe von über 883 000 Euro veranlasst und diese um rund 266 000 Euro geprellt zu haben. Zu Prozessbeginn legte die Angeklagte, die seit ihrer Festnahme in Untersuchungshaft sitzt und dem Schöffengericht in Handschellen vorgeführt wurde, ein Geständnis ab. Dies hatte ihr Rechtsanwalt Philipp Grassl bereits vor Beginn der Hauptverhandlung angekündigt. „Meine Mandantin räumt die Vorwürfe ein und bedauert alles. Sie versucht, Rede und Antwort zu stehen, soweit sie das kann“, sagte Grassl. Auf die Frage des Vorsitzenden Richters Ludger Griesar, ob die Anklageschrift zutreffend sei, antwortete die Angeklagte mit einem kurzen „Ja“.

    Aufgrund des Geständnisses konnten Gericht und Staatsanwaltschaft auf eine weitere Zeugenvernehmung verzichten. Die Beweislast gegen die Angeklagte war ohnehin erdrückend, wie Staatsanwalt und Richter ausführten. Laut Anklage hat die 62-jährige Westerwälderin zwischen Mai 2012 und Januar 2016 in 29 Fällen Anleger um rund 266 000 Euro betrogen. Die Masche: Die Westerwälderin bot ihren Kunden, die sie aus ihrem persönlichen Umfeld kannte, an, Geld mit einer Verzinsung zwischen 1,9 und 4 Prozent im Jahr für sie anzulegen. Dabei hatte die 62-Jährige, die zunächst als Vertriebspartnerin einer Versicherung und später als selbstständige Versicherungsberaterin und Vermittlerin von Finanzdienstleistungen tätig war, aber zu keiner Zeit vor, das Kapital wie vereinbart anzulegen. In dem Schneeballsystem, das die Angeklagte über viele Jahre aufrechterhielt, wurden aus den Kapitalanlagen neu gewonnener Kunden die angeblichen Renditen und fälligen Zahlungen an andere Kunden geleistet, wie die Kontounterlagen belegen. Um die Anleger in Sicherheit zu wiegen, präsentierte sie ihnen fingierte Bestätigungsschreiben mit dem gefälschten Briefkopf einer Versicherungsbank. „Die Menschen kannten sie und vertrauten ihnen zum Teil ihre Lebensersparnisse an“, sagte Ludger Griesar missbilligend.

    Auf seine Frage, wie sie auf diese Idee gekommen sei und wie sie Menschen aus dem persönlichen Umfeld derart täuschen konnte, fand die 62-Jährige keine befriedigende Antwort. „Es hat sich so ergeben. Ich kam aus dem Kreislauf nicht mehr heraus. Es tut mir sehr leid. Ich entschuldige mich“, sagte sie undeutlich, ohne die zahlreich erschienenen Geschädigten anzuschauen. Weiter wollte sich die Angeklagte nicht zur Sache äußern. Während die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten forderte und die Verteidigung für zwei Jahre auf Bewährung plädierte, verurteilte das Schöffengericht die Frau zu drei Jahren Haft. Das Urteil ist rechtskräftig. In der Begründung fand Richter Griesar klare Worte: „Sie haben eine schwere Schuld auf sich geladen. Sie haben das Vertrauen der Anleger schamlos, hinterlistig und niederträchtig ausgenutzt.“ Sie habe die Anleger zielgerichtet um ihr Geld geprellt.

    Besonders schlimm sei das Schicksal derer, die der Angeklagten ihre Altersvorsorge anvertraut hätten. „Dass Sie das Vertrauen nahestehender Personen ausgenutzt haben, fanden wir besonders schamlos.“ Trotz des Geständnisses habe sie nicht verraten, wo die fehlenden 266 000 Euro sind. „Ich bin sicher, das Geld ist noch da. Das haben Sie nicht verpulvert“, sagte Griesar. In einem weiteren Prozess vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Koblenz muss sich die Westerwälderin wegen gewerbsmäßigen Betruges und Urkundenfälschung in weiteren 59 Fällen verantworten. Hier soll den Anlegern ein Schaden von 569 000 Euro entstanden sein.

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