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Hachenburg

Hardeck: Kulturarbeit ist Teil der Daseinsvorsorge

Professionelle Kulturarbeit kann in Zeiten des demografischen Wandels ein Standortvorteil für Kommunen sein. Sie kann begünstigen, dass sich junge Leute an einem Ort niederlassen. Das betonten der Geschäftsführer des Kultursommers Rheinland-Pfalz, Professor Jürgen Hardeck, sowie die Hachenburger Kulturreferentin Beate Macht unter Berufung auf Umfragen bei einer Veranstaltung zum Thema "Was vermag Kulturarbeit?".

Von unserer Redakteurin Nadja Hoffmann-Heidrich

Unter den Gästen waren beispielsweise Kulturschaffende, aber auch kommunalpolitisch Verantwortliche, die Jahr für Jahr über die finanzielle Förderung von Kultur entscheiden müssen. Hardeck wies darauf hin, dass Kulturarbeit und die Verpflichtung, dem gesamten Volk die Teilnahme an Kultur zu ermöglichen, durch die Landesverfassung als wichtiger Teil des gesellschaftlichen Zusammenlebens vorgegeben ist. Kulturausgaben seien daher keine Subventionen, sondern Fördermittel zur Sicherung der grundlegenden Daseinsvorsorge. Vor diesem Hintergrund rief er politische Entscheidungsträger dazu auf, in Zeiten leerer Kassen nicht immer nur am Punkt "Freiwillige Leistungen/Kultur" zu sparen. Die staatlichen Ebenen könnten nicht dauerhaft aufs Ehrenamt bauen.

Er selbst hat, zunächst ehrenamtlich und gegen teils noch große Widerstände aus der Politik, vor 27 Jahren die professionelle Kulturarbeit in Hachenburg begründet. So viel Idealismus, so Hardeck, gebe es aber heutzutage nicht mehr. Gerade jungen Menschen, die gute Kulturarbeit betreiben (wollen), müssten auf diesem Feld auch berufliche Perspektiven geboten werden. Er ist glücklich, dass in seiner Heimatstadt die Akzeptanz von Kultur deutlich gestiegen ist. Als eine von wenigen vergleichbaren Kommunen leiste sich Hachenburg inzwischen 1,5 Stellen für dieses Gebiet, verteilt auf drei Personen, die mit ihrer Arbeit beste Werbung für die Stadt betrieben.

An der Spitze der Kulturarbeit steht seit 1999 Beate Macht, die beispielhaft an ihrem Einsatzgebiet darstellte, welche Vorteile die Kultur einer Region bescheren kann. Entstanden ist ihr Vortrag zunächst für eine Einladung in den Landkreis Osnabrück, der auf die Kulturzeit aufmerksam geworden war und mehr darüber erfahren wollte. Macht unterstrich, dass sie keine Eventmanagerin sei. Kulturarbeit sei vielmehr ein Beitrag zur Demokratie. "Unser Auftrag ist es, der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten, Fragen aufzuwerfen und Perspektiven aufzuzeigen." Durch qualitätvolle Kultur würde die Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt gestärkt, das subjektive Lebensgefühl verbessere sich, es werde ein Beitrag zur Bildung geleistet, die Integration von Neubürgern erleichtert, die Attraktivität für Touristen erhöht, und Gastronomie und Gewerbe würden gestärkt. Für ihr Programm steht der Hachenburger Kulturzeit ein jährlicher kommunaler Etat von 36 000 Euro zur Verfügung, etwa 30 000 Euro Sponsorengelder kommen hinzu. Die Resonanz von durchschnittlich 200 Besuchern (bei Großveranstaltungen auch mehrere Tausend) sei ein Beleg für die Annahme des Angebotes, so Macht.

Montabaur Hachenburg
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