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Nordhofen

Gelebtes Europa: Französin ist Mitglied im Gemeinderat Nordhofen

Landesweit haben 43 Bürger der Europäischen Union, die keinen deutschen Pass besitzen, zwischen 2009 und 2014 in den Stadt- und Gemeinderäten innerhalb der Verbandsgemeinden gesessen.

Gelebtes Europa: Cathia Thomé ist Französin und sitzt im Nordhofener Gemeinderat.
Gelebtes Europa: Cathia Thomé ist Französin und sitzt im Nordhofener Gemeinderat.
Foto: Silke Müller

Von unserer Redakteurin Silke Müller

Diese Ergebnis geht aus den Zahlen des Statistischen Landesamts in Bad Ems hervor. Wie viele es seit der jüngsten Kommunalwahl sind, darüber hat die Behörde bisher noch keine Erkenntnisse. Nur so viel steht schon fest: Die Zahl der Unionsbürger, die für einen Sitz in den kommunalen Gremien landesweit kandidiert haben, ist von 322 auf 272 zurückgegangen.

Im rund 550 Einwohner zählenden Nordhofen in der Verbandsgemeinde Selters aber wird der europäische Gedanke gelebt. Denn dort sitzt seit der jüngsten Kommunalwahl im vergangenen Mai die Französin Cathia Thomé im Gremium. Eine Premiere für den kleinen Ort. "Dass ich einmal Mitglied in einem deutschen Gemeinderat bin, daran hätte ich nicht einmal im Traum gedacht", sagt die symapthische Frau, die die deutsche Sprache fast perfekt beherrscht. Der klitzekleine Akzent macht sich kaum bemerkar.

Natürlich, sagt sie, habe sie sich schon immer für das Gemeindeleben und den Rat sehr interessiert. Dass sie jetzt aber tatsächlich im Gremium sitzt und an der Gestaltung der Zukunft des Dorfes aktiv mitwirken kann, hat sie den Nordhofenern zu verdanken. Nicht nur, dass sie sie in den Rat gewählt haben, sie haben Cathia Thomé auch als Kandidatin für die Liste vorgeschlagen. "Schon damit hätte ich nicht gerechnet, aber dass ich dann auch noch gewählt wurde, das war auch eine sehr schöne Überraschung", sagt die Französin, für die alles ganz neu ist. Denn Erfahrungen auf dem Gebiet der Kommunalpolitik hat sie bisher weder in Frankreich noch in Deutschland gesammelt. "Na klar habe ich die französische Politik immer verfolgt und bin auch wählen gegangen, aber politisch aktiv war ich nicht", erzählt Cathia Thomé.

Ihre erste Sitzung in Nordhofen hat die 45-Jährige schon hinter sich. Allerdings hatte sich der Rat in dieser Versammlung ledig konstituiert, sodass die eigentliche kommunalpolitische Arbeit für Cathia Thomé nun erst noch beginnt. Aber die Mutter einer 14-jährigen Tochter sieht ihrer Tätigkeit im Rat ganz entspannt entgegen. "Ich lasse das mal alles auf mich zukommen", sagt sie.

Themen, die ihr besonders wichtig sind, hat sie jedoch schon. "Da ich viel und gern aktiv in der Natur unterwegs bin, liegt mir das Projekt, Wanderwege rund um Nordhofen zu schaffen, besonders am Herzen", erzählt die Französin, die sich mit ihrer Familie bestens in der kleinen Westerwaldgemeinde integriert hat. So ist ihre Tochter zum Beispiel Mitglied in der Jugendfeuerwehr. "Mir liegt wirklich viel daran, Nordhofen voranzubringen", unterstreicht Cathia Thomé.

Frankreich trauert sie, wie sie sagt, nicht nach. "Ich wähle dort auch nicht mehr, weil ich dort nicht mehr lebe. Und ich fühle mich sowieso grundsätzlich als Europäerin", fügt sie hinzu. Genauso sieht das auch Noch-Ortschef Edgar Reifenscheidt, der sich über Cathia Thomés Eintritt in das Nordhofener Gremium sehr freut. Unionsbürger im Gemeinderat: "So machen wir Europa", sagt der scheidende Ortsbürgermeister.

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