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Montabaur

FSJ nach dem Abi: Freiwillig noch ein Jahr an der Schule geblieben

Marvin Conradi

Am Landesmusikgymnasium in Montabaur hilft ein junger Mann einigen Schülern engagiert bei ihren Hausaufgaben. Doch schon auf den ersten Blick wird deutlich, dass es sich nicht um einen Lehrer handeln kann, denn dafür ist Paul Scheugenpflug mit 19 Jahren erkennbar zu jung. Trotzdem zählt die Hausaufgabenbetreuung derzeit offiziell zu seinem Arbeitsfeld, denn der Eschelbacher absolviert ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) an seiner ehemaligen Schule, und er hat dort noch zahlreiche weitere Aufgaben zu erledigen.

Paul Scheugenpflug (hinten links) leitet als FSJler unter anderem eine Band, die mit Boomwhackers musiziert.  Foto: Marvin Conradi
Paul Scheugenpflug (hinten links) leitet als FSJler unter anderem eine Band, die mit Boomwhackers musiziert.
Foto: Marvin Conradi

Das Peter-Altmeier-Gymnasium (PAG) kennt Scheugenpflug bereits aus seiner eigenen Schulzeit ziemlich gut: Erst im vergangenen Jahr machte der Saxofonist aus Eschelbach dort sein Abitur. Die Idee, direkt im Anschluss ein FSJ an seiner Schule zu beginnen, fand der 19-Jährige spannend: „Zum einen bietet es mir die Möglichkeit, mich im Hinblick auf ein Studium beruflich zu orientieren“, erklärt er im Gespräch mit unserer Zeitung. „Zum Beispiel konnte ich schon wichtige Erfahrungen bei der Organisation eines Konzertes sammeln. Aber es ermöglicht mir auch wertvolle Einblicke in Tätigkeiten, die das Studium nicht aufgreifen wird wie unter anderem die Betreuung von Schülern oder die vielfältigen Aufgaben im Bereich der Ganztagsschule.” Seit vergangenem Sommer ist Scheugenpflug deshalb einer von zwei Freiwilligen an dem Montabaurer Gymnasium.

Sein Arbeitsbeginn ist täglich um 7.30 Uhr. Dann unterstützt er zunächst die Sekretärinnen bei den täglichen Verwaltungs- und Organisationsaufgaben sowie bei den zahlreichen Anliegen der Schüler. Neben der bereits erwähnten Hausaufgabenhilfe hat der 19-Jährige am Nachmittag eine weitere Aufgabe, die ihm besonders am Herzen liegt: die Leitung der GTS-Band. Die Abkürzung steht für Ganztagsschule, und die Band ist eine Arbeitsgruppe, die von Schülern – je nach Interessenlage – gewählt werden kann. Daneben ist die Tischtennis-AG ein Steckenpferd des jungen Eschelbachers, da er aus einer sportbegeisterten Familie kommt.

Von den Ideen und dem Engagement des FSJlers zeigt sich Claus Peter Beuttenmüller überzeugt. „Vor allem durch seine jugendliche Sprache und seine Dynamik bringt Scheugenpflug neuen Schwung herein“, sagt der stellvertretende Schulleiter und FSJ-Betreuer. „Zudem bringt er den nötigen Blick von außen mit. Somit ist er auch für uns eine wichtige Entscheidungshilfe.” Doch zurück zur GTS-Band: Bei herrlichem Sonnenschein findet der Unterricht heute auf dem Pausenhof statt, sehr zur Freude der jungen Schüler. Mitgebracht hat Scheugenpflug Klangröhren, die auf den speziellen Namen Boomwhackers hören. Jede Röhre produziert einen anderen Ton und eine andere Länge, wodurch auch hohe und tiefe Töne gespielt werden können. Gemeinsam wird damit fehlerlos das Lied „Shape of you” von Ed Sheeran präsentiert. Inzwischen neigt sich nicht nur der Schultag dem Ende entgegen, sondern auch das Freiwillige Soziale Jahr des 19-Jährigen. Während der sich bereits auf sein Musikstudium vorbereitet, ist Beuttenmüller noch auf der Suche nach FSJlern fürs kommende Schuljahr. „Die zukünftigen Freiwilligen sollten offen für das vielfältige Schulangebot sein, welches bereit ist, ihre Stärken zu fördern“, erklärt er. Vom Freiwilligen Sozialen Jahr profitiere aber nicht nur die Schule, sondern auch die Persönlichkeit und die Weiterentwicklung jedes FSJlers, meint Beuttenmüller. Darüber hinaus sind die Freiwilligen für das Gymnasium wichtige Arbeitskräfte.

„Mit den FSJlern haben wir die Möglichkeit, den Ganztagsunterricht noch kreativer zu gestalten“, ergänzt der Pädagoge. Sollten die Stellen nicht besetzt werden, könnten gleich mehrere Arbeitsgruppen nicht angeboten werden, und das Angebot würde an Vielfalt verlieren. Allerdings zeigt sich Beuttenmüller optimistisch, dass er auch im kommenden Schuljahr mit vielseitigen Freiwilligen zusammenarbeiten wird.

Von unserem Mitarbeiter
Marvin Conradi

Montabaur Hachenburg
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