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Ransbach-Baumbach

Firma Jasba-Ofenkachel besteht nicht mehr

Das bislang in Ransbach-Baumbach ansässige Westerwälder Traditionsunternehmen Jasba Ofenkachel, das im Juli vergangenen Jahres Insolvenz angemeldet hatte (die WZ berichtete), besteht nicht mehr. Der Geschäftsbetrieb des Unternehmens wurde jetzt eingestellt. Das hat der Koblenzer Rechtsanwalt Jens Lieser, der im vergangenen Jahr vom Amtsgericht Montabaur als Insolvenzverwalter eingesetzt worden war, gegenüber unserer Zeitung bestätigt.

Ransbach-Baumbach – Das bislang in Ransbach-Baumbach ansässige Westerwälder Traditionsunternehmen Jasba Ofenkachel, das im Juli vergangenen Jahres Insolvenz angemeldet hatte (die WZ berichtete), besteht nicht mehr. Der Geschäftsbetrieb des Unternehmens wurde jetzt eingestellt. Das hat der Koblenzer Rechtsanwalt Jens Lieser, der im vergangenen Jahr vom Amtsgericht Montabaur als Insolvenzverwalter eingesetzt worden war, gegenüber unserer Zeitung bestätigt.

Damit sind alle Versuche gescheitert, das Unternehmen an einen Investor zu veräußern und so ein Fortbestehen am Standort Ransbach-Baumbach zu ermöglichen. Dadurch gehen 53 Arbeitsplätze in der Töpferstadt verloren. Die Jasba Mosaik GmbH mit Sitz in Ötzingen ist davon nicht betroffen.

"Seitens des Insolvenzverwalters wurden alle Versuche unternommen, um das Unternehmen fortzuführen", betonte Pietro Nuvoloni, Medienberater von Jens Lieser. Ein Team der Kanzlei war damals vor Ort, um sich einen tieferen Einblick in das Unternehmens zu verschaffen und ein Fortführungskonzept zu erarbeiten. "Es gab diverse Gespräche, aber die Investoren sprangen entweder ab, oder die Finanzierung kam nicht zustande", sagte Nuvoloni der WZ. Dabei hatten die Perspektiven für ein Fortbestehen von Jasba Ofenkachel ursprünglich gut ausgesehen. Dem Vernehmen nach gab es erfolgversprechende Gespräche mit der österreichischen Ortner Holding, die den Marktführer für die Herstellung hochwertiger Ofenkacheln im Sommer vergangenen Jahres ganz übernehmen wollte. Schließlich hatte der damalige Jasba Ofenkachel-Geschäftsführer Dr. Ralph Dieter Schrey seine Geschäftsanteile bereits Anfang 2011 an die Ortner Holding verkauft.

"Wir haben versucht, alle Register zu ziehen, um das Unternehmen zu retten", sagte Nuvoloni. Doch vergeblich: "Der ursprüngliche Mitinvestor Ortner Holding war im Zuge der Gespräche ebenfalls abgesprungen", räumte er ein. Nuvoloni begründete dies mit der schwierigen Marktsituation und der rückläufigen Nachfrage nach Ofenkacheln. Mangels finanzstarker Investoren verblieb damit nur ein Weg: Der Geschäftsbetrieb von Jasba Ofenkachel wurde eingestellt. Zugleich gelang es Insolvenzverwalter Jens Lieser, Unternehmensteile zu veräußern. Die Firma Kaufmann Keramik im bayerischen Rehau hat sowohl den Kundenstamm als auch das Sortiment und das Know-how bezüglich Formen, Design und Glasuren sowie den Firmennamen erworben.

"Der Kaufpreis war so ordentlich, dass alle Mitarbeiter von Jasba Ofenkachel bis zum letzten Tag voll bezahlt werden konnten", unterstrich Nuvoloni. "Es gibt keine Verbindlichkeiten mehr", versicherte er. Zu der Höhe des Kaufpreises wollte er indes keine Angaben machen. Darüber hinaus sind drei frühere Jasba Ofenkachel-Mitarbeiter derzeit dabei, mit der Firma KeCerà Produktions GmbH am Standort Ransbach-Baumbach ein neues Unternehmen zu gründen. "Das Unternehmen ist in einem Teil der ehemaligen Räume tätig und hat einen kleinen Teil der Anlagen übernommen", bestätigte Nuvoloni. In diesem Teil der alten Produktionsstätte wird das Unternehmen mit derzeit sechs Mitarbeitern klassische Industriekacheln fertigen, die im Fassadenbau verwendet werden.

Die Arbeitnehmerseite sei in alle Maßnahmen einbezogen worden, sämtliche Entscheidungen wurden im Einvernehmen mit dem Betriebsrat getroffen, betonte der Sprecher Liesers. Arbeitsgerichtsklagen habe es nicht gegeben. Die gute Nachricht: "Rund 60 Prozent aller ehemaligen Mitarbeiter haben inzwischen einen neuen Arbeitsplatz gefunden", bekräftigte Nuvoloni.

Von unserer Redakteurin Stephanie Kühr

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