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Hachenburg/Marienstatt

Faszination pur: Fotos spüren Aura der Klosterbibliothek nach

Bibliotheken im Allgemeinen üben auf viele kulturinteressierte Menschen eine große Faszination aus. Wenn diese dann noch nicht-öffentlich sind und nur begrenzt in Augenschein genommen werden können, dabei aber gleichzeitig jahrhundertealtes Wissen und Lehren zu den wichtigen Fragen menschlicher Existenz beherbergen, entwickeln solche Einrichtungen einen zusätzlichen Reiz. Ungewöhnliche Einblicke in eine derartig fremde, aber ebenso anziehende „Schatzkammer“ voller altehrwürdiger Bücher gewährt seit Freitagabend eine Fotoausstellung mit Motiven aus der Klosterbibliothek der Zisterzienserabtei Marienstatt in der öffentlichen, für jedermann zugänglichen Stadtbücherei „Werner A. Güth“ in Hachenburg.

Die beiden Fotografen Ulrich Persch (von rechts) und Thorsten Mehlfeldt freuen sich über die Glückwünsche zu ihrer gelungenen Ausstellung zu Ansichten aus der Marienstatter Klosterbibliothek von Abt Andreas Range und Marion Röttig, Mitarbeiterin der Stadtbücherei Hachenburg.
Die beiden Fotografen Ulrich Persch (von rechts) und Thorsten Mehlfeldt freuen sich über die Glückwünsche zu ihrer gelungenen Ausstellung zu Ansichten aus der Marienstatter Klosterbibliothek von Abt Andreas Range und Marion Röttig, Mitarbeiterin der Stadtbücherei Hachenburg.
Foto: Röder-Moldenhauer

Die beiden größten Bibliotheken der Region gehen somit eine wunderbare Verbindung ein, die Geschichte und Gegenwart miteinander verknüpft. Erstellt wurden die beeindruckenden Aufnahmen von den beiden ambitionierten Amateurfotografen Ulrich Persch und Thorsten Mehlfeldt.

Jedes der Bilder, die noch bis mindestens Januar in Hachenburg ausgestellt sind, offenbart die besondere Aura der Marienstatter Klosterbibliothek mit ihren rund 80.000 Bänden. Der Betrachter der Fotos kann die Spiritualität und die Ruhe, die diesen zweistöckigen Raum voller Widersprüche erfüllen, spüren. Die Bibliothek wird als für unsere Region bedeutendes Zeugnis religiösen Lebens und christlicher Gelehrsamkeit klar erkennbar. Die Macht der Worte nimmt in wuchtigen, ledernen Buchrücken, in kunstvoll-filigranen Buchmalereien, aber auch in vom Verfall bedrohten Einbänden äußerliche Gestalt an.

Ulrich Persch (seit Jahrzehnten Lehrer am Privaten Gymnasium Marienstatt sowie Leiter der Foto-AG) und Thorsten Mehlfeldt (war ebenfalls einige Zeit Lehrer an der Schule) haben der neoklassizistischen Strenge und Ordnung der Raumwirkung bei mehreren Aufenthalten in der Bibliothek einfühlsam nachgespürt. Umgesetzt haben sie ihre Wahrnehmungen in etwa 20 Einzelaufnahmen sowie in sieben großformatigen Tableaus, in denen ein bestimmtes Motiv in Form einer Bilderreihe dokumentiert wird. Licht und Schatten wechseln sich ebenso ab wie Farb- und Schwarz-Weiß-Bilder. Auf architektonische Totalansichten folgen beispielsweise Details eines auf einem Fensterbrett aufgeschlagenen Buches, über das der Blick durch die Glasscheibe hinausschweift auf den Abteihof. Bei der Vernissage am Freitag verfehlten die Fotos ihre Wirkung bei den zahlreichen Besuchern nicht.

Büchereimitarbeiterin Marion Röttig hatte den Gästen bereits bei ihrer Begrüßung eine „außergewöhnliche Ausstellung“ versprochen. Abt Andreas Range lobte im Anschluss die „wunderbaren Perspektiven“ auf seinen „Lieblingsraum“. Dieser Raum der Bücher und des Wissens im Südflügel des Klosters sei für ihn einmalig. Er gratulierte Persch und Mehlfeldt zu ihrer Idee. Gleichzeitig kündigte er an, dass der Bibliothek in naher Zukunft einige weitere Projekte bevorstehen: So müsse der Raum aus Platzgründen dringend erweitert werden. Zum anderen plant ein Computergrafiker, die Buchmalereien in der Bibliothek in moderne, kunstvolle Grafiken umzusetzen.

Dass Persch und Mehlfeldt mit ihrer Arbeit die Gratwanderung zwischen Dokumentation und bildmäßiger Gestaltung geglückt ist, hob Eckhard Schaust, Bezirksleiter des Deutschen Verbands für Fotografie (DVF), in einem spontanen Grußwort hervor. Er könne sich gut vorstellen, wie sehr die Aura der Bibliothek die beiden Fotografenkollegen gefangen genommen habe. „Gleichzeitig ist die fotografische Gestaltung erkennbar“, sagte er. Besonders hob er die Strahlkraft der sieben Tableaus hervor, von denen auch jedes einzelne Bild eine starke Wirkung entfalte. Anerkennung für die Werkschau gab es zudem vom DVF-Landesvorsitzenden Hessen/Rheinland-Pfalz, Bernd Krause, Mitgliedern der Westerwälder Fotofreunde sowie zahlreichen Bekannten und Familienmitgliedern.

Die Fotoausstellung „Blick ins Innere – Ansichten der Klosterbibliothek Marienstatt“ kann zu den Öffnungszeiten der Hachenburger Stadtbücherei (montags und freitags von 14-18 Uhr, dienstags und donnerstags von 10-12.30 und 14 bis 18 Uhr, samstags von 10-12.30 Uhr) besucht werden.

Von unserer Redakteurin Nadja Hoffmann-Heidrich

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