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    Staudt/WirgesEs hat sofort gefunkt: Wie die Cardinals Jessicas Leben veränderten

    Mit den „Cardinal Singers“ kommt einer der weltbesten Chöre in den Westerwald und nimmt am „Harmonie-Festival“ in Lindenholzhausen teil. Der Chor aus Studenten der University of Louisville im US-Bundesstaat Kentucky plant auch einen ganz besonderen Auftritt im Westerwaldkreis.

    Bei einem Aufenthalt der Cardinal Singers aus den USA in Staudt lernte Jessica Burggraf 2005 (Foto) ihren Mann Oliver kennen. Bei der Abreise nahm sie seine Krawatte vom MGV Staudt mit – zwei Jahre später heirateten sie. Foto: Privat
    Bei einem Aufenthalt der Cardinal Singers aus den USA in Staudt lernte Jessica Burggraf 2005 (Foto) ihren Mann Oliver kennen. Bei der Abreise nahm sie seine Krawatte vom MGV Staudt mit – zwei Jahre später heirateten sie.
    Foto: Privat

    Der Männergesangverein Frohsinn Staudt und die ChoryFeen Staudt präsentieren am Montag, 29. Mai, um 19.30 Uhr einen Konzertabend mit den Cardinal Singers unter Leitung von Professor Kent Hatteberg im Bürgerhaus in Wirges. Warum die Cardinal Singers das Leben der Staudter Chorleiterin Jessica Burggraf, geborene Towse, verändert haben – das verrät sie im Interview mit der WZ.

     

    Vor 12 Jahren waren Sie als Studentin selbst Mitglied der Cardinal Singers und waren beim Harmonie-Festival dabei. Untergebracht waren Sie in Staudt. Wie war Ihr erster Eindruck?

    Wir hatten das Gefühl, das ganze Dorf war da, um uns zu begrüßen. Es gab ein gemeinsames Essen mit dem MGV Staudt und den Gastfamilien, wir haben spontan Lieder in der „Alten Kirche“ gesungen. Alles war so familiär, und wir waren begeistert von der Gastfreundlichkeit. Ich habe mich direkt in Staudt verliebt. Als wir nach einer Woche zum Kammerchorwettbewerb nach Marktoberdorf fahren mussten, sind viele Tränen geflossen.

    Die Zeit in Staudt hat Ihr Leben verändert: Hier haben Sie Ihren Ehemann Oliver kennengelernt.

    Wir haben uns eigentlich erst am letzten Abend vor unserer Abreise kennengelernt. Nach einem Konzert in Moschheim kamen wir ins Gespräch. Wir haben uns direkt sehr gut verstanden und bis 5 Uhr morgens gefeiert und geredet. Oliver konnte Gott sei Dank sehr gut Englisch sprechen. Es hat bei uns sofort gefunkt, und wir hatten das Gefühl, dass wir seelenverwandt sind, aber am Anfang war es nur eine enge Freundschaft. Danach waren wir ständig im Kontakt, meistens über Skype.

    Ist Ihnen die Entscheidung, in den USA alle Zelte abzubrechen und nach Deutschland zu gehen, schwer gefallen?

    So eine Entscheidung trifft man nicht auf einmal. In der Zeit hatte ich gerade mein Studium abgeschlossen und wollte Oliver „nur“ in den Sommerferien besuchen. Danach habe ich erst entschieden, in Deutschland zu bleiben – aber hatte immer im Hinterkopf, dass wir vielleicht in die USA umziehen. Über die Jahre bin ich aber immer mehr mit Deutschland verwurzelt. Und so haben wir entschieden, dass wir hier leben.

    Sie haben in den USA Musik studiert, die Abschlüsse wurden aber nicht anerkannt: Wie haben Sie beruflich Fuß gefasst?

    Andreas Jung, damals Dirigent des MGV Staudt, hat mir vorgeschlagen, Chöre zu übernehmen. Der Männerchor in Oberahr suchte einen Dirigenten – und letztendlich sind sie mein erster Chor gewesen. Das war abenteuerlich: ein Mädchen von 25 Jahren mit 30 Männern, aber sie haben mich direkt in die Familie aufgenommen. Hinzu kamen später mehr Chöre – wie die ChoryFeen, mein Frauenchor in meinem Heimatort Staudt.

    Gibt es Parallelen zwischen Ihrem Heimatort Ashland in Kentucky und Staudt? Was gefällt Ihnen im Westerwald besonders?

    Ja, es gibt viele Parallelen. Erstens viel Wald, viel Grün, es ist sehr ländlich. Das ist wie in einer kleinen Familie, jeder kennt jeden. Von daher war Staudt genau das Richtige für mich, ich bin kein Stadtmensch. Ich könnte ein Buch schreiben, was ich am Westerwald liebe. Mein Lieblingsgericht ist alles rund um die Kartoffel: Bratkartoffeln, Dippekuchen, Reibekuchen. Das beste am Westerwald sind aber die Leute. Die engagieren sich alle sehr in der Dorfgemeinschaft – die Staudter bringen auch jetzt wieder die Cardinal Singers unter. Ich bewundere diesen Einsatz jeden Tag. Da meine Großfamilie über den Ozean wohnt, ist das unglaublich wichtig für mich.

    Sind Sie hier heimisch geworden oder haben Sie manchmal Heimweh?

    Ich fühle mich hier richtig wie zu Hause und identifiziere mich als Staudterin. Ich bin auch immer stolz zu sagen, dass ich in Staudt wohne. Manchmal mache ich sogar Bemerkungen wie „wir Deutschen“ oder „wir Staudter“ – als ob ich eine Deutsche bin! Das Heimweh wird aber nie weggehen. Solange meine Familie in den Staaten wohnt, werde ich sie sehr vermissen. Bei jedem Konzert wünsche ich, dass meine Mama oder meine Oma und Opa da sein könnten…

    Was erwartet die Besucher Konzert der Cardinal Singers in Wirges?

    Ein einmaliges Konzert! Die Cardinal Singers sind ein Weltklasse-Chor mit einem perfekten, reinen Chorklang. Ob Renaissance, Romantik, Modern, Spiritual oder Pop – sie singen in allen Stilrichtungen. Dadurch ist es immer ein sehr kurzweiliges Programm, für jeden ist etwas dabei.

     

    Das Gespräch führte Stephanie Kühr

    Montabaur Hachenburg
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