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Westerwaldkreis

Ebola: Krankenhäuser sehen sich gewappnet

Müssen die Menschen im Kreis Angst vor einer Ebola-Infektion haben? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass das gefährliche Virus hier auftaucht?

Von unserem Chefreporter Markus Kratzer

Zwar rechnen Experten in den kommenden Monaten mit mehr Ebola-Verdachtsfällen in Deutschland, da einerseits die Grippesaison vor der Tür steht und andererseits deutsche Helfer aus Westafrika zurückkehren. Dennoch hält man in heimischen Krankenhäusern das Infektionsrisiko für gering, wie eine Umfrage in den Kliniken des Kreises ergab. Einhelliger Tenor: Es besteht kein Grund zur Panik, dennoch sehen sich die Krankenhäuser für den „unwahrscheinlichen Fall" gewappnet.

„Das Risiko, dass Reisende die Krankheit nach Deutschland oder Europa mitbringen, ist gering, es ist aber nicht auszuschließen", heißt es im Katholischen Klinikum Koblenz-Montabaur. Deshalb sei das Vorgehen für die Erstversorgung eines Verdachtsfalls auf Ebola oder andere schwere Infektionskrankheiten intern definiert und geschult. Für die Erstversorgung wird ein Patient demnach in einem Isolationsbereich untergebracht, das weitere Vorgehen wird dann mit dem Gesundheitsamt und dem für den Westerwaldkreis zuständigen Kompetenz- und Behandlungszentrum an der Uniklinik Frankfurt abgestimmt. „Wir streben für diesen Fall eine zeitnahe Verlegung ins Behandlungszentrum an", heißt es weiter. Das Klinikum verweist zudem darauf, dass es bereits 2013 an einem Pilotprojekt teilgenommen hat, dessen Ziel es ist, „die Notfallpläne der Krankenhäuser bezüglich aufkommender biologischer Gefahrenlagen zu verbessern". Zudem sollte dabei die Zusammenarbeit der Krankenhäuser mit dem öffentlichen Gesundheitsdienst optimiert werden.

Dr. Peter Stiefelhagen, Chefarzt der internistischen Abteilung am DRK-Krankenhaus in Hachenburg, warnt vor Hysterie. „Über die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen im Ernstfall werden die Mitarbeiter über Rundschreiben informiert. Diese können auch jederzeit im Intranet eingesehen werden", erklärt der Mediziner auf Anfrage. Bei Verdacht auf eine Ebola-Infektion würde auch Hachenburg sofort Kontakt mit dem Klinikum in Frankfurt aufnehmen und den Patienten dorthin verlegen. Auch beim Thema Ansteckungsrisiko für das medizinische Personal bleibt Stiefelhagen besonnen. „Die Infektion wird nicht über die Luft verbreitet, sondern nur über den direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten oder -ausscheidungen wie Blut, Speichel oder Erbrochenem. Es reicht somit ein Abstand von einem Meter, um sich vor einer Infektion zu schützen", erläutert er. Wichtig sei, dass das Personal beim Ausziehen der Schutzkleidung darauf achtet, dass kein Material des Patienten auf die Haut oder auf die Augen gelangt.

Auch im Herz-Jesu-Krankenhaus in Dernbach sieht man sich für den Fall gut vorbereitet, dass ein Ebola-Patient eingeliefert würde. „Wir halten uns strikt an die Richtlinien des Robert-Koch-Instituts und an die vom Gesundheitsamt vorgegebenen Standards", heißt es auf unsere Anfrage hin.

Montabaur Hachenburg
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