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Montabaur

Chancen im Pflegebereich: Seniorenheim hilft Zuwanderern bei Job-Start

Thorsten Ferdinand

Während in vielen Betrieben über Fachkräftemangel geklagt wird, nimmt das Alten- und Pflegeheim des Hospitalfonds in Montabaur das Problem selbst in die Hand. Die Einrichtung führt immer wieder Migranten und Flüchtlinge an Pflegeberufe heran, um drohenden Lücken in der Personaldecke vorzubeugen. Gleich mehrere junge Leute mit Migrationshintergrund befinden sich derzeit in der Ausbildung zum Altenpflegehelfer. Die Mehrzahl der überwiegend weiblichen Azubis kommt aus Osteuropa, neuerdings sind aber auch Flüchtlinge und Männer dabei, zum Beispiel ein 29-jähriger Eritreer, der aktuell ein Einstiegsqualifizierungsjahr (EQJ) in der Pflege absolviert.

Gleich mehrere Auszubildende und Praktikanten mit Migrationshintergrund ergänzen das Team im Seniorenheim des Hospitalfonds. Foto: Thorsten Ferdinand
Gleich mehrere Auszubildende und Praktikanten mit Migrationshintergrund ergänzen das Team im Seniorenheim des Hospitalfonds.
Foto: Thorsten Ferdinand

Heimleiter René Pydd begreift die Zuwanderung in Zeiten des Fachkräftemangels als Chance. Er hat aber auch die Erfahrung gemacht, dass Mitarbeiter mit Migrationshintergrund häufig etwas mehr Betreuung benötigen, um im deutschen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Zum einen mangelt es nicht selten an ausreichenden Sprachkenntnissen, zum anderen ist auch die eine oder andere bürokratische Hürde zu nehmen.

Auf beiden Feldern brauchen die Mitarbeiter mit Migrationshintergrund die Unterstützung des möglichen Arbeitgebers. Aus diesem Grund organisiert das Alten- und Pflegeheim zum Beispiel schon seit zwei Jahren selbst zusätzlichen Deutschunterricht für die jungen Leute. Die Erfolge können sich sehen lassen: Nicht nur im Pflegebereich kommen Arbeitskräfte aus zum Beispiel Syrien, Afrika, Südamerika und Osteuropa zum Einsatz. Auch in der Haustechnik oder in der Reinigung verstärken die ausländischen Mitarbeiter das Team. Zuletzt konnte sogar ein Flüchtling aus Syrien in ein Ausbildungsverhältnis bei Pulte Elektrotechnik vermittelt werden. Der 39-jährige Familienvater Adnan Mraidin hatte zuvor rund zehn Monate in der Haustechnik des Alten- und Pflegeheims mitgearbeitet und dort auch den Deutschunterricht besucht. Diese Starthilfe erwies sich als sehr hilfreich für den Syrer, der zuvor in seinem Heimatland zwar schon als Elektriker gearbeitet hatte, dies aber in Deutschland nicht mit Zeugnissen nachweisen konnte.

Auch im Alten- und Pflegeheim selbst bieten sich längerfristige Beschäftigungschancen für Bürgerkriegsflüchtlinge und Zuwanderer. So beginnt zum Beispiel die Syrerin Amar Al Arja dort im August eine Ausbildung zur Altenpflegehelferin. Mit 29 Jahren liegt sie aktuell im Durchschnitt der Mitarbeiter mit Migrationshintergrund. Die jüngsten Frauen sind erst Anfang 20, es gibt aber auch Auszubildende, die schon etwa doppelt so alt sind. Der Trend, dass auch in höherem Alter noch eine Ausbildung absolviert wird, ist dabei keinesfalls auf Zuwanderer beschränkt, macht Pydd deutlich. Das Alten- und Pflegeheim hat auch deutsche Auszubildende, die teilweise schon seit einigen Jahren stundenweise in der Einrichtung gearbeitet haben.

Da es inzwischen schwerer geworden sei, junge Leute für den Pflegeberuf zu finden, spreche man erfahrene Kräfte gerne an, um ihnen die Möglichkeit einer Ausbildung zu offerieren, erklärt der Heimleiter. „Wir brauchen auch in Zukunft gute Pflegekräfte“, betont Pydd abschließend.

Von unserem Redakteur
Thorsten Ferdinand

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