40.000
Aus unserem Archiv
Westerburg

CDU-Empfang: Stärkung der Polizei ist ein Ziel fürs neue Jahr

Thorsten Ferdinand

Fast vier Monate nach der Bundestagswahl hat Deutschland zwar noch immer keine neue Regierung. In einem Punkt aber sind sich fast alle Parteien einig: Die Innere Sicherheit muss gestärkt werden – es braucht mehr Polizisten. Für den traditionellen Neujahrsempfang der Westerburger CDU konnte es somit keinen passenderen Gastredner geben als den Bundesvorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft.

Klare Kante für einen starken Staat: Rainer Wendt von der Deutschen Polizeigewerkschaft sprach beim Neujahrsempfang der Westerburger CDU.  Foto: Ferdinand
Klare Kante für einen starken Staat: Rainer Wendt von der Deutschen Polizeigewerkschaft sprach beim Neujahrsempfang der Westerburger CDU.
Foto: Ferdinand

Rainer Wendt ist vielen Menschen als mitunter polarisierender Kämpfer für einen starken Staat bestens bekannt. Sein Plädoyer für ein härteres Durchgreifen bei kriminellen Zuwanderern sowie bei Gewalt gegen Staatsbeamte und Rettungskräfte traf somit auch im Pfarrheim an der Christkönigkirche den Nerv des Publikums – und damit den Zeitgeist, wie es stets der Anspruch des CDU-Ortsverbands beim Neujahrsempfang ist.

Sich bei politischen Entscheidungen nur vom Zeitgeist leiten zu lassen, könne gleichwohl nicht richtig sein, machte Wendt deutlich. Die Kritik des 61-Jährigen galt dabei aber eher dem Zeitgeist in den 90er-Jahren, in denen nach seiner Auffassung viele Fehlentwicklungen im deutschen Staat ihren Ursprung hatten. Nach der Wiedervereinigung habe man geglaubt, die Zeiten der Kriege und Konflikte in Europa seien vorbei. „Deutschland ist nur noch von Freunden umgeben“, habe es damals geheißen, und diese Überzeugung sei ein Grund für das Streben nach einem „schlanken Staat“ gewesen. „Heute hört sich das ganz anders an“, meinte Wendt. Der Staat stehe zwar nicht am Abgrund, aber er sei schwach und in einigen Bundesländern fast schon handlungsunfähig, kritisierte Wendt. „In Bayern ist es nicht so schlimm, in Berlin ist es am schlimmsten“, so Wendt.

Dass in den Sondierungsgesprächen zwischen CDU, CSU und SPD nun vereinbart worden sei, 15.000 zusätzliche Stellen für Polizisten zu schaffen, sieht der Gewerkschaftssprecher als Schritt in die richtige Richtung. Doch dabei dürfe es nicht bleiben, meinte Wendt. Auch bei der Technik und bei einigen Gesetzen müsse noch nachgebessert werden. Wenn etwa ein Zuwanderer straftätig werde und im Gefängnis lande, müsse die Abschiebung bei Haftende obligatorisch sein, forderte der Funktionär. „Jedes andere Land macht das so“, betonte Wendt, der sich außerdem härtere Strafen für Angriffe auf Ordnungskräfte wünscht. „Wer Flaschen auf Polizisten und Feuerwehrleute wirft, der muss in den Knast – und zwar lieber ein Jahr länger als ein Jahr kürzer“, sagte der Polizeisprecher unter dem Applaus des Publikums.

Bei der CDU freilich rannte Wendt mit vielen seiner Forderungen offene Türen ein. Schließlich ist er schon seit Jahrzehnten selbst Parteimitglied und Unterstützer einiger CDU-Spitzenpolitiker. Die gemeinsame Hoffnung vieler Unionsanhänger ist nun, dass der starke Staat auch dort an Akzeptanz gewinnt, wo Vertreter anderer Parteien in der Verantwortung stehen – sei es in Landesparlamenten oder auch auf kommunaler Ebene. Frank Spiek vom Westerburger Ortsverband brachte als Gastgeber die zentrale Botschaft der Veranstaltung auf den Punkt, indem er ganz dem Zeitgeist folgend forderte: „Die Bürger müssen sich wieder sicherer fühlen.“

Von unserem Redakteur Thorsten Ferdinand

Montabaur Hachenburg
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Online regional
Markus Eschenauer Markus Eschenauer (me)
Online regional
Tel. 02602/160474
E-Mail
epaper-startseite
Regionalwetter Westerwald
Donnerstag

12°C - 28°C
Freitag

16°C - 30°C
Samstag

15°C - 26°C
Sonntag

13°C - 25°C
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
Bildergalerien: Fotos unserer Leser
&bdquo;Pfui Spinne&ldquo; mag der ein oder andere beim Anblick dieses Fotos von Volker Horz denken. Und doch hat die Detailaufnahme dieses Festmahls ihren ganz eigenen Reiz. Jedenfalls ist dem Achtbeiner hier ein dicker Fang ins Netz gegangen.&nbsp;Wenn auch Sie ein sch&ouml;nes Bild f&uuml;r unsere Leserfoto-Rubrik haben, dann schicken Sie es an die Adresse <a href="mailto:montabaur@rhein-zeitung.net">montabaur@rhein-zeitung.net</a>. Beachten Sie dabei bitte die erforderliche Mindestaufl&ouml;sung von 2500 mal 1500 Pixel.

Mit der Kamera im Westerwald unterwegs: Hier zeigen wir die schönsten Fotos unserer Leser. Zusenden per E-Mail.