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    BI enttäuscht über Ergebnisse: Lkw-Parkplätze kommen trotz Wildkatze

    Die Wildkatze ist kein Ausschlusskriterium für die geplanten Lkw-Stellplätze bei Girod und Nomborn. Darüber klärten Mitarbeiter des Autobahnamtes (ABA) Montabaur während einer Bürgerversammlung in Girod auf. Thomas Schmitt, Leiter des Fachteams Stellplätze stellte entsprechende Ergebnisse vor. Der Aspekt Wildkatze war bei der bisherigen Standortsuche nicht berücksichtigt worden, die Untersuchungen wurden in den vergangenen zwei Jahren nachgeholt. Das Ergebnis des Gutachtens: Der Standort Ost 3, bei Girod in Fahrtrichtung Köln, berührt den Lebensraum der Wildkatze nur am Rande, beim Standort 4 West, zwischen Kleinholbach und Nomborn in Fahrtrichtung Frankfurt, handelt es sich laut Gutachten um einen Kernraum der Wildkatze, woraus ein hohes Konfliktpotenzial für diesen Bereich resultiert.

    Von unserer Redakteurin Susanne Willke

    Allerdings, so erklärte es Birgit Merten-Reimann vom Büro Pöyry für Umweltplanung, könnte der Lebensraum mit einem "gut ausgearbeiteten Maßnahmenkonzept" geschont und gleichzeitig die Lkw-Anlage 4 West gebaut werden. Mögliche Maßnahmen wären Kleintierdurchlässe, Wildschutzzäune oder auch der Bau eines Damms, um den Lebensraum der Wildkatze nicht einzuschränken. Dies könne aber erst am Ende der Planung für die Parkplätze im Detail ausgearbeitet werden.

    Dieses Ergebnis enttäuschte die Bürger von Girod und auch die Bürgerinitiative (BI) Girod. Sie brachten erneut Aspekte wie Lärm durch Motoren und Kühlanlagen, erhöhte Kriminalität und Verschandelung der Natur vor. Der Mensch sei in der Betrachtung zu kurz gekommen, ließen die Zuhörer verlauten. Josef Thome, Sprecher der BI, sagt es drastischer: "Das Ergebnis der weiteren Untersuchung klingt für uns wie Hohn." Die BI fand sich vor knapp drei Jahren zusammen, nachdem bekannt wurde, dass im Bereich Girod, Kleinholbach, Nomborn zwei Lkw-Parkflächen mit 64 Stellplätzen geschaffen werden sollen. Einer davon in circa 500 Meter Luftlinie von Girod entfernt. Seitdem sammelt sie Argumente und Zahlenmaterial, um zu beweisen, dass dort keine Lkw-Stellplätze entstehen dürfen. "Ihre Zahlen", so sagt Josef Thome und meint die Tabellen, die Thomas Schmitt vorstellt, "treffen nicht die Realität." Das Raster, nach dem die Standorte bewertet und letztlich ausgesucht worden seien, berücksichtige nicht den Menschen. Schließlich sei Girod schon jetzt hoch belastet, weil der Ort durch die Autobahn geteilt werde. Als Alternative schlägt Thome vor, verstärkt über die Möglichkeit des Kolonnenparkens nachzudenken, das nach seinen Informationen sehr viel Platz sparender sei als herkömmliche Parkplätze. Auch sei eine gefährliche Steigung in einem betroffenen Streckenabschnitt der A 3, die die Auffahrt der Lkw erschwert, nicht berücksichtigt. Harry Neumann als Vertreter der neu gegründeten Naturschutz-Initiative forderte eine verstärkte Alternativprüfung und dass Bürger von Anfang an in die Planungen einbezogen würden. Schmitt gestand schließlich der BI weitere Detailbesprechungen zu. Darüber hinaus gab er zu bedenken, dass das Autobahnamt auch Gutes für die Ortslage erreichen könne, und stellte eine verlängerte Lärmschutzwand in Aussicht. Gleichzeitig stellte er klar, dass das Planungsverfahren zum Bau der Parkplätze durch die Untersuchungen zur Wildkatze zwei Jahre geruht hat und jetzt trotz allem seinen Lauf nehmen muss. Die Lage sei prekär, es gäbe entlang der A 3 auch im rheinland-pfälzischen Abschnitt viel zu wenig Lkw-Stellplätze. Die Entwurfsplanung für den Standort 4 West ist in Arbeit, damit soll für den Standort Ost 3 in diesem Jahr begonnen werden. Die Standortsuche und die Vorplanung sind in beiden Fällen abgeschlossen, stellt Schmitt in der Bürgerversammlung fest. Bis zum Bau der Anlagen muss das Autobahnamt außerdem sukzessive die Genehmigungsplanung und den Bauentwurf bearbeiten. Die BI setzt derweil auf weitere Gespräche und gibt zu erkennen, dass sie in ihrem Bemühen, die Parkplätze zu verhindern, nicht nachlassen wird.

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