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Beltheim

RZ-Wandertag startet beim Dorfjubiläum

Das Wetter hatte unsere Zeitung so bestellt. Zum RZ-Wandertag lachte die Sonne vom blauen Himmel.

Ganz unschuldig am schönen Wetter waren allerdings auch die Beltheimer und die Dörfer der Gruppengemeinde nicht. Denn zur Einweihung des neuen Lippertswegs sowie für die 1125-Jahrfeier Beltheims hatten die Organisatoren natürlich ebenfalls bestes Wetter geordert.

Da passte es in die Planung, dass für die Würdigung der ersten urkundlichen Erwähnung Beltheims im Jahr 893 gar nicht viel Aufhebens gemacht wurde. Es gab nur einen kurzen Festakt im Jugendheim, damit die Wanderungen zügig beginnen konnten. Bürgermeister Uwe Hammes begrüßte die Gäste, unter ihnen Landrat Marlon Bröhr, der Europa-Abgeodnete Norbert Neuser und Kastellauns Bürgermeister Christian Keimer. Er erinnerte an die erste urkundliche Erwähnung der Gemeinde – und leitete dann über zum anderen Teil des Festtags. 1888 erblickte Josef Lippert in Sevenich das Licht der Welt. Später habe er in Beltheim in einem heruntergekommenen Haus gelebt – das ihm nicht gehörte. „So gesehen war Josef Lippert der erste Hausbesetzer“, scherzte Hammes.

Bei der Namensgebung für den neuen Wanderweg habe man sich bewusst gegen einen Namen aus einem Adelsgeschlecht entschieden. Der Wanderweg, der die sechs Orte der Gruppengemeinde – Beltheim, Mannebach, Heyweiler, Frankweiler, Sevenich und Schnellbach – auf 26 Kilometern verbindet, erhielt schließlich den Namen eines Hunsrücker Originals, der durch manche Anekdote bekannt wurde. Landrat Marlon Bröhr freute sich, dass es dem Leiter des Hunsrück-Museums, Fritz Schellack, gelungen war, zu den bekannten Lippert-Geschichten eine weitere hinzufügen zu können. Bröhr las aus dem historischen Dokument vor und hatte am Ende die Schmunzler auf seiner Seite, als sich herausstellte, dass die Hunsrücker seinerzeit dem etwas ungehobelten und schroffen Josef Lippert den Vorzug vor einem zugereisten Schulmeister gaben, der nach Kirn versetzt wurde, nachdem er sich über angeblichen Lärm Lipperts bei der „Obrigkeit“ beschwert hatte. In gerahmter Form überreichte Bröhr Uwe Hammes das historische Dokument. Weitere Details über Josef Lippert konnten die Wanderer später auf Hinweistafeln entlang der Strecke erfahren.

Dass der Lippertsweg alle sechs Ortsteile der Gruppengemeinde einbindet, gehe auf eine Idee von Stefan Steffen zurück, der etwas Verbindendes zwischen den Ortsteilen angeregt hatte, erklärte Uwe Hammes. Alle sechs Dörfer wirkten an der Realisierung des Lippertswegs mit, wofür Hammes ausdrücklich allen Beteiligten dankte.

„Mer Beldemer blicke stolz uf dat Erreischte zurick“, sagte im Anschluss die Ortsvorsteherin. Und Kornelia Kremer meinte damit nicht nur den neuen Wanderweg, sondern auch die Stellung Beltheims in der Vergangenheit: „Beldem domols – dat wor schun wat.“ Nicht umsonst habe man am Ortseingang die erste urkundliche Erwähnung im Jahr 893 herausgestellt. Beltheim sei eben ein lebenswertes Dorf, sagte Kremer.

Dass dazu auch die Umgebung gehört, erfuhren die Teilnehmer des RZ-Wandertags schnell. Die Landschaft präsentierte sich im Spätsommer von ihrer besten Seite, sodass die Wanderer die Strecken wahrlich genießen konnten. Und dass der RZ-Wandertag über den neuen Weg führte, war ebenfalls ein Volltreffer. Überall sah man zufriedene Teilnehmer, die das Wandervergnügen sichtlich genossen.

In den Orten der Gruppengemeinde gab es Raststationen für die Wanderer, die verschieden lange Strecken absolvierten – geführt oder auf eigene Faust. Eine gute Ausschilderung lobten die Teilnehmer, als sie am Jugendheim Beltheim wieder ankamen, wo ein buntes Rahmenprogramm mit einem kleinen Markt und Unterhaltung, Speis' und Trank am Ende auf die Wanderer wartete.

Von unserem Redaktionsleiter Thomas Torkler

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