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Emmelshausen

Gegen AfD-Veranstaltung: Demonstration und Friedensgebet mobilisiert breites Bündnis in Emmelshausen [Updates/Fotos]

Mit einem "Aufruf an alle Demokraten gegen AfD, Rassismus und Hetze" rief am Freitagabend in Emmelshausen ein parteiübergreifendes Bündnis aus dem gesamten Rhein-Hunsrück-Kreis zum friedlichen, aber lauten Protest auf die Straße. Circa 500 Menschen kamen. Der Demonstration ab 18:30 Uhr ging ein Friedensgebet voraus. Wir berichteten von den Ereignissen in Emmelshausen.

Im Café Atempause in der Simmerner Straße in Emmelshausen trifft man sich regelmäßig zum ökumenischen Friedensgebet. Thema ist aus aktuellem Anlass natürlich Migration. Der Andrang war diesmal ungleich größer als normalerweise. Pfarrer Markus Risch von der evangelischen Kirchengemeinde erläuterte, dass der Freitagstermin vorverlegt wurde, um den Teilnehmern, die es wünschen, die Gelegenheit zu geben, an der Kundgebung am Agrarhistorischen Museum teilnehmen zu können.

Für diese Inhalte werben in diesem Zusammenhang auch Pfarrer Markus Risch und Pfarrer Johannes Dübbelde (evangelische Kirche Emmelshausen-Pfalzfeld), Superintendent Hans-Joachim Hermes (evangelischer Kirchenkreis Simmern-Trarbach), die Syrienhilfe Vorderhunsrück sowie eine Privatinitiative aus Morshausen.
Für diese Inhalte werben in diesem Zusammenhang auch Pfarrer Markus Risch und Pfarrer Johannes Dübbelde (evangelische Kirche Emmelshausen-Pfalzfeld), Superintendent Hans-Joachim Hermes (evangelischer Kirchenkreis Simmern-Trarbach), die Syrienhilfe Vorderhunsrück sowie eine Privatinitiative aus Morshausen.

Für für Frieden und Zusammenhalt in der Gesellschaft und für eine menschenfreundliche Politik werben auch Pfarrer Johannes Dübbelde (evangelische Kirche Emmelshausen-Pfalzfeld), Superintendent Hans-Joachim Hermes (evangelischer Kirchenkreis Simmern-Trarbach), die Syrienhilfe Vorderhunsrück sowie eine Privatinitiative aus Morshausen.

Pfarrer Risch: „Ich hoffe sehr, dass die Demonstration friedlich verläuft. Wenn es uns schon um eine demokratische Gesellschaft geht, müssen wir uns auch friedlich verhalten.“

Der  Demonstration ab 18:30 Uhr ging ein Friedensgebet voraus, zu dem sich über 60 Menschen einfanden. Einige mussten vor der Tür stehen bleiben, der Andrang war unerwartet groß.
Der Demonstration ab 18:30 Uhr ging ein Friedensgebet voraus, zu dem sich über 60 Menschen einfanden. Einige mussten vor der Tür stehen bleiben, der Andrang war unerwartet groß.

Und der Zuspruch ist groß: Wo üblicherweise zwischen 6 und 15 Menschen zusammen kommen, sind es an diesem Freitagabend mindestens 60 Gläubige, die das Angebot zum gemeinsamen Friedensgebet angenommen haben. Unter ihnen auch die Rheinböllener Stadtbürgermeisterin Bernadette Oberthür von der CDU. Einige müssen sogar draußen vor dem Eingang stehen bleiben.

Inzwischen versammeln sich vor dem Geländes des Agrarhistorischen Museums die Demonstrationsteilnehmer. Die Polizei bittet darum, sich in die vorbereiteten Bereiche zu begeben.

Das Demo-Bündnis kündigt „lautstarken Protest gegen Rassismus und Hetze“ an.
Das Demo-Bündnis kündigt „lautstarken Protest gegen Rassismus und Hetze“ an.

Zwei Bereiche wurden den Demonstranten am Agrarhistorischen Museum zugeteilt.

"Wehret den Anfängen", war dort auf Plakaten zu lesen, "Brüderlichkeit statt Herzlosigkeit" soll das Motto der Versammelten zum Ausdruck bringen.

Mit einem "Aufruf an alle Demokraten gegen AfD, Rassismus und Hetze" geht in Emmelshausen am Freitagabend ein parteiübergreifendes Bündnis aus dem gesamten Rhein-Hunsrück-Kreis zum friedlichen, aber lauten Protest auf die Straße gehen.
Mit einem "Aufruf an alle Demokraten gegen AfD, Rassismus und Hetze" geht in Emmelshausen am Freitagabend ein parteiübergreifendes Bündnis aus dem gesamten Rhein-Hunsrück-Kreis zum friedlichen, aber lauten Protest auf die Straße gehen.

Anlass für die Demonstration war eine AfD-Vortragsveranstaltung mit Diskussion: „Zeitbombe Migration – Deutschlands Selbstauflösung“, die in Emmelshausen um 19 Uhr begann.
Anlass für die Demonstration war eine AfD-Vortragsveranstaltung mit Diskussion: „Zeitbombe Migration – Deutschlands Selbstauflösung“, die in Emmelshausen um 19 Uhr begann.

Beobachter am Straßenrand – die Polizei zeigt Präsenz.
Beobachter am Straßenrand – die Polizei zeigt Präsenz.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite finden sich Schaulustige ein. Die Polizei zeigt Präsenz.

"We shall Overcome" – mit Gesängen und Trillerpfeifen machten die Demonstranten auf sich aufmerksam.
"We shall Overcome" – mit Gesängen und Trillerpfeifen machten die Demonstranten auf sich aufmerksam.

Und natürlich mit Plakaten.
Und natürlich mit Plakaten.

Kreative Lösung für plakative Botschaft.
Kreative Lösung für plakative Botschaft.

Der Aufruf mobilisierte viele Menschen in der ansonsten so ruhigen kleinen Stadt auf dem Hunsrück. Erste Schätzungen sprechen von 400 bis 500 Teilnehmern. Rechts und links der Straße zum Museumsgelände postierten sich die Demonstranten, die die Besucher der AfD-Veranstaltung mit lauten Pfiffen und Trillerpfeifen auf ihrem Weg zum Vortrag begleiteten.

Eingepfercht in zwei Abteilungen waren die Demonstranten an der Einfahrt zum Gelände des Agrarhistorischen Museums, in dem die AfD-Veranstaltung stattfand. Gäste und Parteimitglieder der AfD wurden mit Pfiffen und Buhrufen empfangen.
Eingepfercht in zwei Abteilungen waren die Demonstranten an der Einfahrt zum Gelände des Agrarhistorischen Museums, in dem die AfD-Veranstaltung stattfand. Gäste und Parteimitglieder der AfD wurden mit Pfiffen und Buhrufen empfangen.

Die AfD-Veranstaltung „Zeitbombe Migration – Deutschlands Selbstauflösung“ findet in einem Saal des Agrarhistorischen Museums statt, das die Stadt an einen Verein vermietet hat. Hier versammeln sich gut 70 Parteimitglieder und Gäste der AfD.

Im Agrarhistorischen Museum in Emmelshausen versammelten sich gut 70 Parteimitglieder und Gäste der AfD.
Im Agrarhistorischen Museum in Emmelshausen versammelten sich gut 70 Parteimitglieder und Gäste der AfD.
"Ist ja mächtig viel los hier", wunderten sich denn auch die Teilnehmer der AfD-Veranstaltung. "So heftiger Protest kommt doch eher selten vor", meinte Redner Matthias Joa, Landtagsabgeordneter der AfD in Mainz.

Der Aufruf mobilisierte viele Menschen in der ansonsten so ruhigen kleinen Stadt auf dem Hunsrück.
Der Aufruf mobilisierte viele Menschen in der ansonsten so ruhigen kleinen Stadt auf dem Hunsrück.

Aufgerufen hatten zur Demonstration der Arbeitskreis Asyl Flüchtlingsrat Rheinland-Pfalz, die Arbeiterwohlfahrt Rhein-Hunsrück, der Kreisverband der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen, der Beirat für Migration und Integration des Rhein-Hunsrück-Kreises, der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen, der Kreisverband Die Linke, die Flüchtlingshilfe in der Region Emmelshausen, das Forum Integration Rhein-Hunsrück, der Kreisverband der Jusos Rhein-Hunsrück, der SPD-Kreisverband und auch der Emmelshausener Ortsverein der Sozialdemokraten.

Dicht an dicht standen die Demonstranten auch in dem Bereich der Privatinitiative aus Morshausen.
Dicht an dicht standen die Demonstranten auch in dem Bereich der Privatinitiative aus Morshausen.

Neben diesen Gruppen und Parteien nahmen auch viele Menschen, oft Familien mit Kindern, teil, die sich einfach angesprochen fühlten und ein Zeichen setzen wollten. Darunter auch die Stadtbürgermeisterin von Emmelshausen, Andrea Mallmann, und ebenso einzelne Mitglieder der örtlichen CDU. Die Polizei bestätigt circa 500 Teilnehmer, dazu etliche Schaulustige.

Die ersten Reaktionen der Initiatoren sind hocherfreut über den Zuspruch: "Wir wollten ein Zeichen setzen. Das ist uns eindrucksvoll gelungen", sagt etwa Michael Maurer, stellvertretener Vorsitzender der SPD Rhein-Hunsrück.

Nur etwa 70 Personen passen in den Versammlungsraum der AfD – dem standen circa 500 Demonstranten gegenüber.
Nur etwa 70 Personen passen in den Versammlungsraum der AfD – dem standen circa 500 Demonstranten gegenüber.

Drinnen im Saal spricht der AfD-Kreisverbandsvorsitzende Ralf Schönborn auch regionalpolitische Themen an – Past, Kirchenasyl -, die seine Partei lange vor der CDU aufgegriffen habe. Und Landtagsabgeordneter Joa fasst zusammen: "Die Freunde der Antifa, die Kirchen, und so weiter: Die, die pfeifen, sind die wirklichen Antidemokraten."

„Die CDU versucht derzeit auffällig, sich in ein positives Licht zu rücken“, stellt AfD-Kreisverbandsvorsitzender Ralf Schönborn fest. Themen wie die Polizeiautobahnstation (Past) Emmelshausen habe seine Partei lange vor der CDU aufgegriffen.
„Die CDU versucht derzeit auffällig, sich in ein positives Licht zu rücken“, stellt AfD-Kreisverbandsvorsitzender Ralf Schönborn fest. Themen wie die Polizeiautobahnstation (Past) Emmelshausen habe seine Partei lange vor der CDU aufgegriffen.

Gegen 20 Uhr verlassen einige Demonstranten die Kundgebung, doch ein großer Teil harrt noch länger aus. – vielleicht um den AfD-Besuchern auch auf dem Heimweg noch einmal die Meinung zu zeigen.

tor/ces/to

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