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Kastellaun

Bewegendes Sterbeamt für Pfarrer Vogt

Werner Dupuis

Die katholische Kirche Kreuzauffindung hatte nicht genügend Plätze für die Trauergäste, die am Samstag zum Sterbeamt nach Kastellaun kamen, um Abschied zu nehmen von Pfarrer Rainer Vogt, der fast 27 Jahre dort als Seelsorger und 55 Jahre lang als Priester im Bistum Trier Gott und den Menschen gedient hatte.

Vor dem Altar der Pfarrkirche, in der er 27 Jahre als Seelsorger wirkte, war der Sarg von Pfarrer Rainer Vogt aufgebahrt. Vor der Heiligen Messe konnten hier die Gläubigen direkt Abschied nehmen.  Foto: Werner Dupuis
Vor dem Altar der Pfarrkirche, in der er 27 Jahre als Seelsorger wirkte, war der Sarg von Pfarrer Rainer Vogt aufgebahrt. Vor der Heiligen Messe konnten hier die Gläubigen direkt Abschied nehmen.
Foto: Werner Dupuis

Vor dem Altar war der Sarg aufgebahrt. Hier konnten sich die Trauergäste persönlich verabschieden. „Wir danken Gott für das Dasein und Wirken, das er nach 82 Lebensjahren in die Hand seines Schöpfers zurückgeben hat“, sagte Domkapitular Hans Wilhelm Ehlen als Vertreter des Trier Bischofs Stefan Ackermann während der Heiligen Messe.

Mit ihm zelebrierten die Seelsorger der Pfarreiengemeinschaft Kastellaun, Pastor Benno Wiederstein, Pater Andreas Alavelil, Diakon Otto Gerhard, Diakon Heribert Schmitz, Pfarrer i.R. Stefan Schneider, Dechant Ludwig Krag aus Kirchberg und die Wegbegleiter des Verstorbenen Pfarrer i.R. Alois Weller, Pfarrer Alois Nagelschmitt, Dechant Günther Hardt, Pfarrer Christian Adams, Pfarrer i.R. Hermann Engel, Pfarrer i.R. Franz-Josef Robert sowie der frühere Simmerner Dechant Bernhard Fuchs und Diakon Michael Thomiczny diese besondere Eucharistiefeier. Für die musikalische Gestaltung sorgte der erweiterte Jugend- und Kirchenchor mit Solisten unter Leitung von Dekanatskantor und Organist Volker Klein.

Seine Predigt beendete Domkapitular Ehlen mit seiner Erinnerung an die gemeinsamen Jugenderfahrungen mit seinem Mitbruder Rainer Vogt bei den Pfadfindern. In seiner Ansprache rief Pastor Wiederstein rief die Eigenschaften des Verstorbenen die sein Leben prägten ins Gedächtnis.

Er habe vielen Menschen durch seine freundliches Wesen und seine theologische Kompetenz den Weg zu Gott und dem Glauben geöffnet. Wiederstein erinnerte an die Lebensfreude die Vogt immer ausstrahlte und an seine Einforderung der Solidarität anderen Menschen und Kulturen gegenüber. Vogts Primizspruch: „Gott möge unseren Predigten eine Tür öffnen, damit wir das Geheimnis Christi verkündigen können“, habe er immer gelebt.

Bewegt sprach Pfarrer Knut Ebersbach von der evangelischen Gemeinde von den guten ökumenischen Erfahrungen mit Rainer Vogt und der tiefen Verbundenheit mit ihm. Kastellauns Stadt- und Verbandsgemeindebürgermeister Christian Keimer dankte in seinen Nachruf für das menschliche Wirken des Verstorbenen über alle konfessionellen Grenzen hinweg. Landrat Marlon Bröhr würdigte ihn als einen „besonderen Menschen“, als eloquenten Prediger, als tiefsinnigen humorvollen Mitmenschen und als liebenswerten Freund.

DLRG-Bezirksleiter Roman Weber beschrieb Pfarrer Vogt als vorbildlichen Priester und Wegbegleiter durch Höhen und Tiefen vieler Mitglieder. Vogt war viele Jahre an der Spitze des DLRG-Bezirksverbandes ehrenamtlich tätig.

Werner Rössel von der katholischen Studentenverbindung dankte für die gemeinsame Zeit, und Prof. Dr.Dr. Dieter Piroth aus Buch erinnerte als Vertreter der Klassenkameraden daran, dass niemand daran gedacht hätte, dass Rainer Vogt einmal Priester würde. Ein besonderes Dankeschön an die langjährige Haushälterin Inge Kern durch den Domkapitular wurde mit großem Beifall bedacht.

Bei der vom Läuten der Totenglocke begleiteten Prozession von der Kirche zum Friedhof wurde der Wagen mit dem Sarg von den Sargträgern und Offizieren der Bundeswehr begleitet, die ihrem ehemaligen Militärpfarrer die letzte Ehre erwiesen. Pastor Wiederstein beerdigte seinen verstorbenen Vorgänger entsprechend dessen Wunsch neben der Heilig-Kreuz-Kapelle, die Pfarrer Rainer Vogt, nachdem sie viele Jahrzehnte vergessen war, renoviert wieder für Gottesdienste und Trauerfeiern geöffnet hatte.

„Ein großartiger Mensch wurde mit der ihm gebührenden Wertschätzung zu Grabe getragen“, formulierte ein Teilnehmer beim Trauerzug: „ Ich bin froh dabei gewesen zu sein.“

Von unserem Reporter Werner Dupuis

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