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    Wahl stiftet Uneinigkeit im Asbacher Land – Wie sich Kräfte für Bewerber positionieren

    Wenn am 24. September feststeht, wer neuer Bürgermeister der Verbandsgemeinde Asbach wird, endet ein Wahlkampf, der erst mit der späten Bewerbung des unabhängigen Kandidaten Sebastian Lahr Fahrt aufgenommen hat und doch reich an Merkwürdigkeiten ist. Sehr bunt und sehr uneinheitlich ist das Bild, das entsteht, wenn man analysiert, welche politischen Kräfte eigentlich welchen Kandidaten unterstützen.

    Foto: styleuneed - Fot

    Los geht das schon bei der Kandidatur von Michael Christ, den die CDU bereits 2016 als ihren Bewerber nominiert hatte. Nun prangt zwar ein „CDU unterstützt“ auf seinen Wahlplakaten, auf dem Wahlzettel wird Christ jedoch wie Lahr als unabhängiger Kandidat geführt. Während darin einige Wähler einen Etikettenschwindel sehen – das kam zuletzt auch in einem Leserbrief an die RZ zum Ausdruck – erklärte Helmut Hecking, Verbandschef der CDU im Asbacher Land, der RZ bereits vor Wochen, dass man von Beginn an eine überparteiliche Kandidatur im Sinn gehabt habe. Und in der Außenwirkung unterscheidet die CDU-Kampagne für Christ denn auch nichts von der für einen „offiziellen“ Parteikandidaten. Für ein öffentliches Abrücken gibt es bislang jedenfalls nicht das geringste Anzeichen. Ähnlich wie es derzeit beide großen Parteien bei der Koblenzer OB-Wahl vormachen, setzen die Asbacher Christdemokraten offenbar darauf, dass ein Kandidat ohne das Kürzel CDU hinter dem Namen mehr unabhängige Wähler anspricht.

    Strikte Neutralität hat sich unterdessen die SPD als offiziellen Parteikurs verordnet, nachdem der Gemeindeverband bereits im April seinen Verzicht auf einen eigenen Kandidaten erklärt hatte – aufgrund mangelnder Erfolgsaussicht und, weil man alle Kräfte auf den Landratswahlkampf für Michael Mahlert verwenden will, wie der Vorsitzende Jürgen Jonas betont. Vereinbarungen mit der CDU über eine inhaltliche Zusammenarbeit würden dabei keine Rolle spielen, erklärt Jonas im RZ-Gespräch. Einige prominente Sozialdemokraten aus dem Asbacher Land geben dennoch öffentlich Christ den Vorzug. So lobte der Windhagener Ortsvereinsvorsitzende Thomas Stumpf den Neustädter auf Facebook als „greifbaren Kandidat mit bemerkenswerten Ansätzen“. Und einem Hinweis auf den RZ-Artikel zu Christs Inhalten gaben als erste Stumpf und der Neustädter Ortsbeigeordnete Christoph Petri ein „Gefällt mir“. Für Lahr sind, obwohl er ein SPD-Parteibuch besitzt, solche Bekundungen bisher ausgeblieben.

    Als dessen Unterstützer vorgeprescht waren Alexander Buda (FDP) und Hermann Bernardy (Freie Wähler), die dabei ihr politisches Gewicht als Kreisvorsitzende ihrer Parteien in den Ring warfen – doch mit mäßigem Erfolg. Denn der FDP-Ortsverband Windhagen hat sich geschlossen hinter Christ gestellt, „weil er an innovativen Lösungen arbeitet und sich für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit einsetzt“. So heißt es in einer Ende August erschienenen Anzeige im Mitteilungsblatt der VG, die Christ und die Windhagener Liberalen um VG-Ratsmitglied Alfons Ewens auf einem gemeinsamen Foto zeigt. Eine ähnliche Unterstützeranzeige soll kommende Woche auch mit Dietmar Lauer erscheinen, wie das FWG-Ratsmitglied aus Buchholz auf RZ-Anfrage bestätigt. „Die VG braucht eine Persönlichkeit, die Sachverstand und politische Lebenserfahrung mitbringt“, sagt Lauer – Kriterien, die er bei Christ erfüllt sieht. Gleichwohl hat Buda, der auch dem FDP-Bezirksverband vorsteht, seine Kontakte genutzt, um Lahr am Freitag in einer FDP-Veranstaltung mit Bundestagskandidatin Sandra Weeser und dem früheren Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle eine Vorstellung seiner Kandidatur zu ermöglichen (Bericht folgt).

    Präsenz zeigen will dort auch Roland Kohler, Sprecher der Grünen im Asbacher Land, auf deren Unterstützung Lahr zählen kann. „Wir haben dazu einen mehrheitlichen Beschluss gefasst“, berichtet Kohler. Lahr habe ihn mit seiner Bürgernähe und seinen politischen Inhalten überzeugen können, die sich weitgehend mit denen der Grünen decken, erklärt er im RZ-Gespräch und nennt an erster Stelle den Vorrang der Innen- vor der Außenentwicklung, den seine Partei seit Langem gefordert habe.

    Von unserem Redakteur
    Michael Fenstermacher

    Große Koalition? SPD will VG-Beigeordneten stellen

    Auch wenn den Begriff kein Beteiligter in den Mund nehmen mag: Es zeichnet sich derzeit deutlich ab, dass nach der Bürgermeisterwahl im Asbacher Land eine große Koalition zwischen CDU und SPD zum Tragen kommt. Informelle Gespräche gibt es seit gut einem Jahr, wie die beiden Verbandschefs Helmut Hecking (CDU) und Jürgen Jonas (SPD) der RZ auf Nachfrage bestätigen. Und dabei geht es auch um eine Personalfrage. Um „Augenhöhe herzustellen“, wie Jonas es ausdrückt, strebt die SPD es als Teil der Vereinbarung an, künftig einen ehrenamtlichen VG-Beigeordneten zu stellen – und hat in Vorbereitung darauf bereits in demokratischer Wahl einen Kandidaten auserkoren: Günter Behr, Mitglied im VG-Rat und bis März auch im Asbacher Gemeinderat.

    Öffentlich gemacht hat diesen Umstand allerdings nicht die SPD, sondern Alexander Buda (FDP) und Hermann Bernardy (FWG) in einer gemeinsamen Pressemitteilung, in der sie die Absprache zwischen CDU und SPD als undemokratischen Vorgang anprangern. Dies wiederum ärgert Jonas massiv. Die Wahl sei eine interne Angelegenheit der SPD. Buda wirft er vor, in populistischer Manier Vorurteile gegen SPD und CDU schüren, sich als Aufklärer gerieren und für seine FDP punkten zu wollen. Dabei stünden die Gespräche in keinerlei Zusammenhang zur Bürgermeisterwahl und seien in erster Linie inhaltlicher Natur. Infolge des starken Abschneidens der AfD bei der Landtagswahl 2016 habe man sich vorgenommen solchen Strömungen durch eine stärkere Zusammenarbeit in Sachfragen zu begegnen, statt sich in Schaukämpfen zu ergehen. „Dabei behält jeder Partner sein Profil“, sagt Jonas, der betont, dass ein partnerschaftlicher Umgang auf kommunaler Ebene einem vielfach von Wählern geäußerten Wunsch entspreche. mif

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