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    Schlecker streicht fünf Filialen im Kreis Neuwied

    Betroffen, auch resigniert: So reagierten die Menschen vor Ort auf die Auflösungspläne von Schlecker. Am Montag wurde eine Schließliste öffentlich, die die Betriebsräte der wankenden Drogeriemarktkette erhalten hatten. Um Neuwied sind sechs Filialen vom "Gesundschrumpfen" betroffen: Der Markt in Neuwied-Niederbieber, am Rhein die Märkte in Erpel und Rheinbrohl, sowie mit Dierdorf (Gewerbegebiet), Oberhonnefeld-Gierend und Horhausen drei im Westerwald.

    Kreis Neuwied – Betroffen, auch resigniert: So reagierten die Menschen vor Ort auf die Auflösungspläne von Schlecker. Am Montag wurde eine Schließliste öffentlich, die die Betriebsräte der wankenden Drogeriemarktkette erhalten hatten. Um Neuwied sind sechs Filialen vom "Gesundschrumpfen" betroffen: Der Markt in Neuwied-Niederbieber, am Rhein die Märkte in Erpel und Rheinbrohl, sowie mit Dierdorf (Gewerbegebiet), Oberhonnefeld-Gierend und Horhausen drei im Westerwald.

    Am schlimmsten ist der vorgesehene Verlust wohl für den 2560-Einwohner-Ort Erpel: "Ich bin schockiert", sagte Ortsbürgermeisterin Cilly Adenauer. Gerade für ältere und nicht so flexible Menschen ist Schlecker eine Säule im Alltag, weiß sie. Und trotz der schlechten Wirtschaftsschlagzeilen, die Schlecker seit Januar schrieb, hatte sie für Erpel immer noch Hoffnung: Denn die Drogerie ist groß und hatte Kunden aus Unkel dazubekommen, nachdem die dortige Filiale dicht gemacht hatte. Die Chefs von Dierdorf und Niederbieber, Thomas Vis und Manfred Keller, bedauern die geplante Schließung mehr aus allgemeinen Gründen – "weil es für einen Bürgermeister immer schlimm ist, wenn ein Laden schließt", sagen beide unisono. Und sehen ihre Orte noch Glück im Unglück haben: Denn Dierdorf hat noch eine weitere Filiale in der Innenstadt, und in Niederbieber bieten auch Aldi und Lidl Drogerieartikel an, wenn auch keinen Fotoservice wie Schlecker, wo es "immer sehr ruhig war", sagt Keller.

    Setzt das Unternehmen diese Schließliste komplett um, bleiben also zumindest vorerst die Läden in Waldbreitbach, Puderbach, Bad Hönningen, Linz, Vettelschoß und Neustadt. Endgültig ist das Dokument jedoch noch nicht, betont besonders Verdi, weil "Zukunftsprognosen und Nahversorgungsverpflichtungen" noch nicht mit einbezogen worden seien. Die Dienstleistungsgewerkschaft veranstaltet am Donnerstag Betriebsversammlungen, um die Liste zu prüfen. Deswegen bleiben die Filialen dann für einige Stunden geschlossen. Doch nicht in allen Märkten sind die Mitarbeiter organisiert; die beiden Verkäuferinnen in Erpel etwa wussten am Montag noch nichts vom Aus ihres Arbeitsplatzes. Bei jedem Einkauf hatte Adenauer sie nach dem Stand der Dinge gefragt. "Proteste haben keinen Zweck, wenn das Unternehmen Insolvenz angemeldet hat", sagt die CDU-Frau jetzt. Sie will sich in Absprache mit dem Vermieter um Ersatz bemühen und hofft, dass die Apotheke, Blumenladen und Getränkehandel von ortsansässigen Einkäufern so "unterstützt" werden, dass sie "bleiben".

    Von unserer Redakteurin Dorothea Müth

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