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Neustadt

Raub in Neustadt: Staatsanwaltschaft fordert Haftstrafen

Thomas Krämer

Die Beweisaufnahme ist geschlossen, die Plädoyers sind gehalten. Nach gut fünf Monaten ist der Prozess wegen eines schweren Raubes in Neustadt tatsächlich auf der Zielgeraden. Das Urteil ist für den nächsten Verhandlungstag zu erwarten.

Foto: dpa

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Zuerst spielten zwei Gutachten eine wichtige Rolle, die die Verteidigung beantragt hatte. Die forensisch-psychiatrische Sachverständige bescheinigte dem 25-jährigen Angeklagten eine Abhängigkeit von Kokain sowie einen Alkohol- und Cannabis-Missbrauch. Allerdings sei zum Tatzeitpunkt weder die Einsichts- noch die Steuerungsfähigkeit des Mannes dadurch eingeschränkt gewesen. Sie befürwortete jedoch dessen Einweisung in eine Entziehungsanstalt. Das zweite Gutachten kam vom Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz. Hier hatte ein Sachverständiger anhand der Tatortfotos die Werkzeugspuren an den aufgehebelten Türen begutachtet. Aufgrund der Bilder kam das Gutachten zu dem Schluss, dass sowohl ein Schlitzschraubenzieher als auch ein Brecheisen mit wohl konisch geformter Meißelseite zum Einsatz gekommen waren. Dies spielt insofern eine Rolle, als das Brecheisen auch das Tatwerkzeug war, mit dem der überfallene Rentner einen Schlag auf den Kopf erhalten hatte.

Wer diesen Schlag ausführte, ist für die Staatsanwaltschaft Koblenz klar erwiesen: Ein 45-Jähriger, der auch das längste Vorstrafenregister aufzuweisen hat und schon dreimal erfolglos aus Deutschland ausgewiesen wurde. Für ihn forderte der Staatsanwalt eine Haftstrafe von elf Jahren und sechs Monaten. Sein 25-jähriger Komplize soll für acht Jahre hinter Gitter, nach einem Vorwegvollzug von zwei Jahren soll er dann in den Maßregelvollzug in einer Entziehungsklinik wechseln. Der 20-jährige Angeklagte wird nach Jugendstrafrecht behandelt, für ihn steht eine Jugendstrafe von drei Jahren im Raum, fast ein Jahr Untersuchungshaft hat er bereits abgesessen. Der Neffe der Opfer (23), der den Tipp zum Einbruch gab und die anderen hinfuhr, soll ebenfalls für drei Jahre hinter Gitter.

Die Reaktionen der Angeklagten waren so unterschiedlich wie die Anträge. Während der 23-Jährige Tränen in den Augen hatte, betrachtete der 45-Jährige gelangweilt und teils amüsiert seine Fingernägel.

Die Vertreter der Verteidigung sahen die mögliche Strafzumessung anders. Für den Neffen wurde eine bewährungsfähige Strafe beantragt, auch die Haft für den 20-Jährigen soll geringer ausfallen. Der Verteidiger des 25-Jährigen plädierte für eine Strafe von drei Jahren und sechs Monaten sowie Unterbringung. Denselben Strafrahmen forderte der Verteidiger des 45-Jährigen für seinen Mandanten. Denn gerade dessen Tatbeitrag sei durchaus nicht so klar bewiesen. Er unterstellte dem Staatsanwalt sogar persönliche Motive bei der Gewichtung. „Der Einzige, der alles abkriegen soll, ist mein Mandant“, führte er vor Gericht aus.

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