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    NeuwiedNeuwieder Marktkirche: Sanierung wird erheblich teurer

    Pfarrer Werner Zupp macht sich Sorgen um die Kostenentwicklung. Das berichteten wir in unserem jüngsten Bericht über die Sanierung der Marktkirche. Und diese Sorgen sind mehr als berechtigt. Das hat sich nach der jüngsten Begehung der Großbaustelle gezeigt. Wie Kirchbaumeister Henning Peter der RZ während eines Rundgangs in 21 Meter Höhe zeigt, hat man zahlreiche neue Schäden im oberen Dachfirst des Gotteshauses bemerkt. „Wir haben uns zunächst um die Sanierung im unteren Bereich des Dachstuhls gekümmert, doch leider mussten wir feststellen, dass auch in der Höhe viele Balken marode, ja sogar bereits gebrochen sind“, erklärt Peter. Besonders davon betroffen ist die Apsis.

    Und das macht die Sache kompliziert. Denn dort herrscht ein Gewirr an Stützbalken, um die herum nun in aufwendiger Arbeit Quergerüste gestellt werden müssen, damit die Arbeiter in der Höhe tätig werden können. „Das wird eine technische Herausforderung“, weiß der betreuende Architekt Peter Schwenkmezger. Und Peter fügt an: „Damit sind die Statiker mehr als nur ein paar Stunden beschäftigt.“ Es sei en Glück, dass mit Gerüstbau Fleck absolute Experten mit im Boot sitzen. „Wenn die Feuchtigkeit von oben eindringt, hat das massivste Schäden zur Folge“, betont Schwenkmezger. Deshalb sei es wichtig, nun da die Arbeiten im Hauptschiff abgeschlossen sind, nochmals ein Innengerüst – eben in der Apsis – zu stellen. Das soll Ende März geschehen.

    Kirchbaumeister Peter blickt weiter voraus, durchaus mit Sorgenfalten auf der Stirn. „Angesichts der nun festgestellten Schäden können wir den bisherigen Finanzierungsplan nicht einhalten. Mit den ursprünglich veranschlagten 650.000 Euro werden wir nicht auskommen, allein schon wegen der Kosten für die weiteren Gerüstaufbauten.“

    Was die Sanierungsarbeiten bislang schon in die Höhe getrieben hat, sind beispielsweise die neuen Dachrinnen, die rund um das Kirchdach angebracht wurden. Das war aus gleich zwei Gründen notwendig: Zum Einen mussten auf dem Dach neue der EU-Norm angepasste Schalbretter angebracht werden. Da diese 26 statt 12 Millimeter dick sind, veränderte sich der gesamte Dachaufbau. Zum Anderen wiesen die alten Rinnen eine Neigung hin zum Gebäude auf. Die Folge: Wasser aus überlaufenden Dachrinnen traf zuerst auf die Gebäudemauern, statt ins Freie zu fallen. Das hat man sinnvollerweise nun behoben.

    Doch nicht nur über die Art und Weise wie die alten Dachrinnen angebracht worden waren, wundern sich die Fachleute, sie haben generelle Probleme ausgemacht. „Offensichtlich war in früheren Jahrzehnten viel Gottvertrauen im Spiel“, meint Peter. Man habe wohl mehr auf Erfahrungswerte denn auch exakte Berechnungen gesetzt. Ein Beweis: Es gab tragende Pfeiler, die nicht wie eigentlich erforderlich aus einem Stück gearbeitet sind, sondern zusammengesetzt wurden. Auch das wurde geändert, teilweise mithilfe gesondert angefertigter verstärkender Stahlkonstruktionen.

    Behoben haben die Arbeiter mittlerweile auch durch einen Sturm hervorgerufene Schäden am Seitenschiff. Weitere marode Stellen, die wohl in naher Zukunft nicht beseitigt werden können, betreffen den Innenraum und die Fassade sowie die Steinmetzarbeiten am Dach. „Der Sandstein ist nach 130 Jahren an vielen Stellen angegriffen, wenn wir das sanieren, kommen noch höhere Kosten auf uns zu“, erläutert Peter. Bislang gehen Architekt und Kirchbaumeister von 200.000 Euro mehr aus. „Wie wir das stemmen werden, ist noch unklar“, gibt Peter zu bedenken. „Wir müssen neue Expertisen einholen und auch neu verhandeln. Klar ist, wir können nicht alles machen, was eigentlich gemacht werden müsste.“ Und das, obwohl die bisherige Spendenbereitschaft der Neuwieder laut Peter schon „fantastisch“ war.

    Immerhin: „Pünktlich zu ,Kunst in Neuwieder Höfen' Anfang Mai, bei dem das Gelände rund um die Marktkirche traditionell Ausstellungsfläche ist, wird zumindest die dem Gemeindehaus zugewandte Seite weitestgehend gerüstfrei sein“, verspricht der Kirchbaumeister.

    Von unserem Redakteur Frank Blum

    200 000

    Euro Mehrkosten könnten auf die Gemeinde zukommen, schätzt Architekt und Kirchbaumeister Henning Peter.

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