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Neustadt

Neustadt: Bachpaten wollen Wied ökologisch aufwerten

Simone Schwamborn

Die Wied ist ein Kleinod für viele Wanderer und Spaziergänger, die sich am gurgelnden Wasser des kleinen Flüsschens erfreuen. Wie in vielen anderen Gewässern hat aber die Artenvielfalt durch den Einfluss des Menschen in den vergangenen Jahrzehnten gelitten. Der ökologische Gewässerzustandsbericht von 2010 ordnet den Zustand der Wied lediglich als „mäßig“ ein. Bürger aus Neustadt und Umgebung haben sich nun zur Bachpatenschaft Altenwied zusammengeschlossen, um die ökologische Güte der Wied und damit auch die Artenvielfalt wieder zu erhöhen. Offizieller Startschuss war die Unterzeichnung eines Vertrags zwischen dem Landkreis Neuwied und der neu gegründeten Bachpatenschaft, deren Mitglieder Anwohner, Jäger, eine Biologin und Angehörige der Fischereigenossenschaft Neustadt-Wied sind.

Ihre Partnerschaft zur Aufwertung der Wied haben Michael Mahlert (Mitte) als Vertreter des Kreises sowie die Bachpaten Michael Roth (links) und Michael Kötting besiegelt.  Foto: Simone Schwamborn
Ihre Partnerschaft zur Aufwertung der Wied haben Michael Mahlert (Mitte) als Vertreter des Kreises sowie die Bachpaten Michael Roth (links) und Michael Kötting besiegelt.
Foto: Simone Schwamborn

Ein großer Teil von ihnen kam nun zur Besiegelung der Partnerschaft im Bürgerhaus in Neustadt zusammen, wo Kreisbeigeordneter Michael Mahlert sowie Michael Roth und Michael Kötting den Vertrag unterzeichneten. Begradigungen, Uferbefestigungen und weitere Einflüsse des Menschen haben viele Gewässer zu monotonen Lebensräumen für Tiere gemacht. „Heute geht man die Hochwasserproblematik ganz anders an als früher. Zum Teil werden Begradigungen wieder zurückgenommen. Wir können hier keine gebauten Brücken, Straßen und Häuser wegnehmen. Aber wir können dennoch viel für die Verbesserung der Wasserqualität und Artenvielfalt tun. Zum Beispiel hat sich durch den Bau von Kläranlagen die Wasserqualität der Wied verbessert“, sagte Roth. Dies allein reiche jedoch nicht aus.

Ihre erste Besatzmaßnahme hat die Bachpatenschaft Altenwied gleich am Mittwoch umgesetzt: 25 Vorschulkinder des evangelischen Kindergartens Neustadt erlebten, wie der Fischmeister Bachforellen und Aale in die Wied setzte. Die Kleinen waren begeistert und durften die Fische sogar anfassen, die sich nun Unterschlüpfe suchen und bis 1. Juni Schonzeit haben. Fotos: Bachpatenschaft
Ihre erste Besatzmaßnahme hat die Bachpatenschaft Altenwied gleich am Mittwoch umgesetzt: 25 Vorschulkinder des evangelischen Kindergartens Neustadt erlebten, wie der Fischmeister Bachforellen und Aale in die Wied setzte. Die Kleinen waren begeistert und durften die Fische sogar anfassen, die sich nun Unterschlüpfe suchen und bis 1. Juni Schonzeit haben. Fotos: Bachpatenschaft
Foto: Bachpatenschaft

Die Altenwieder Bachpatenschaft bezieht sich auf einen rund 16 Kilometer langen Wiedabschnitt zwischen der Einmündung des Mehrbachs nahe Kloster Ehrenstein und der Einmündung des Brochenbachs nahe Campingplatz Arnsau und ist die erste Bachpatenschaft für einen Wiedabschnitt im ganzen Landkreis. Mit verschiedenen, mit der Kreisverwaltung und der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord abzustimmenden Maßnahmen wollen die Paten erreichen, dass die Wied sich in ihrem ausgewählten Gebiet wieder zu einem vielfältigen Lebensraum für Tiere und Pflanzen entwickelt. „Wir werden uns vornehmlich um die Gewässerstruktur kümmern und hoffen, dass die Natur uns unter die Arme greift und sich Tiere ansiedeln“, sagte Roth.

Die Idee zur Gründung der Bachpatenschaft wurde geboren, als der Neustädter im November 2017 einen Vortrag über die Wied hielt und sich mehrere Zuhörer für ein gemeinschaftliches Engagement begeisterten. Der gewählte Wiedabschnitt liegt innerhalb der Grenzen des ehemaligen Amtes Altenwied. Auch weil die Mitglieder der Bachpatenschaft aus Neustadt und Umgebung kommen, habe sich der Name für die Bachpatenschaft angeboten.

„Bachpaten vor Ort können die Gewässer wesentlich intensiver beobachten, die Kreisverwaltung informieren und konkrete Anregungen für Verbesserungen geben. Sie sind damit ein wichtiger, ehrenamtlicher Partner für unser Ziel, Gewässer als Lebensadern der Landschaft zu erhalten und zu entwickeln. Bachpatenschaften fördern damit die biologische Wirksamkeit der Gewässer und das öffentliche Bewusstsein für die Erhaltung intakter, naturnaher Gewässer gleichermaßen“, sagte Michael Mahlert. Der Kreisbeigeordnete, Asbachs Verbandsgemeindebürgermeister Michael Christ und Ortsbürgermeisterin Jutta Wertenbruch lobten das Engagement der Ehrenamtlichen und sagten ihre Unterstützung zu.

Laut Rainer Jodes vom Umweltreferat der Kreisverwaltung gibt es zurzeit mehr als 700 Bachpatenschaften unter dem Dach der rheinland-pfälzischen Aktion Blau Plus. Seit den 1990er-Jahren bestehen im Landkreis Neuwied bereits Bachpatenschaften für Abschnitte von Holzbach und Saynbach.

Von unserer Mitarbeiterin
Simone Schwamborn

Neuwied Linz
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