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Linz

Linz: Tausende Jecke feiern bunt und international

Michael Fenstermacher

Farbenfroh und international, so präsentiert sich die Bunte Stadt an einem ihrer höchsten Feiertage, an dem geschätzt 15.000 Jecke die Straßen säumen. Leuchtend hell strahlt pünktlich zum Start des Rosenmontagszugs die Sonne vom azurblauen Himmel und bestätigt die Prognose von Zugkommentator Gerd Börger. „Das ist schnell vorbei“, hatte der sich optimistisch gezeigt, als kurz zuvor ein kleiner Schneeschauer über dem Linzer Marktplatz niedergegangen war.

Übers ganze Gesicht strahlt auch Prinzessin Yvonne I., als sie um kurz nach 16 Uhr mit ihrem Prunkwagen mit zwei riesigen Pappmascheepferden vom Marktplatz in die Mittelstraße einbiegt und mit vollen Hände Kamelle unters närrische Volk bringt. Zu diesem Zeitpunkt hat sich Börger schon mehr als zwei Stunden lang warmgeredet, hat insgesamt 48 Zugnummern, darunter 8 Musikzüge angekündigt. Schon vor dem Zugstart um 14.11 Uhr heizt der Kommentator vor seinem Geschäft am Marktplatz die Stimmung an und plaudert an seinem Mikrofon mit jecken Besuchern von den Philippinen, aus Vietnam, Italien oder dem Saarland. Und die Gäste aus der Partnerstadt Pornic, die mit einem Wagen dabei sind, begrüßt er sogar mit einer eigens vorbereiteten Ansprache auf Französisch.

Die ganze Region von Rheinbrohl über die Rheinhöhen bis nach Bad Honnef ist unterdessen unter den 1175 Zugteilnehmern vertreten. Die Gruppen aus dem benachbarten Leubsdorf begrüßt Börger dabei humorvoll als „heimtückisches Völkchen vom hinterm Bahndamm“. Auch sonst liefert er sich so manches Rededuell mit den Zugteilnehmern – beispielsweise mit den Linzer Stadtsoldaten, die zwar nicht in der Lage sind, beim Sturm das Rathaus zu verteidigen, dafür aber mit Thomas Baars den nächsten Linzer Karnevalsprinz stellen, wie Börger beiläufig ausplaudert. Ein Sonderlob vom Kommentator gibt's für die Ockenfelser Fußgruppe Die Partisanen, die humorvoll die K 11-Baustelle in die Liste verzögerter Megaprojekte wie den Flughafen BER oder Stuttgart 21 aufnimmt. „In Hauptstadt, Ländle und am Rhein, nichts wird fertig – kann das sein?“ hat sie dazu gedichtet. „Früher gab es mehr Wagen mit politischen Themen“, sagt Börger dazu mit leichtem Bedauern.

Entschädigt werden die Zuschauer mit vielen optischen Leckerbissen. Besonders die vielen weiblichen Fußgruppen haben keine Kosten und Mühen geschaut, sich in Schale zu werfen. Die Uhlekützjer überzeugen beispielsweise als Trolle, die Roniger Veedelsjecke mit bunten Kleidern im Rokokostil, die Linzer Mädchen als Schneemänner mit extragroßen Schneeflockenballons oder die Damengruppe des Husarencorps Grün-Weiß als vielarmige Kraken. Dem stehen Freunde und Verwandte von Prinzessin Yvonne in nichts nach, die sich als Pusteblumen in den Lindwurm einreihen. Der ist nach gut zwei Stunden vorbei – ohne auch nur ein einziges Mal länger ins Stocken zu geraten, wie Börger zufrieden feststellt.

Von unserem Redakteur Michael Fenstermacher
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