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Kreis Neuwied

Holzklau in heimischen Wäldern nimmt zu

Der Diebstahl von Holz aus heimischen Wäldern hat in jüngster Zeit stark zugenommen. Das bestätigen sowohl die Neuwieder Polizei als auch das für den Kreis zuständige Forstamt Dierdorf. Und dabei handelt es sich sowohl um kleinere Gelegenheitsmitnahmen, als auch um offensichtlich professionell organisierte Taten.

Langholz wie dieses, das in der Regel für die Möbelindustrie bestimmt ist, wird in jüngster Zeit immer häufiger Ziel von professionellen Dieben aus den hiesigen Wäldern gestohlen. Aber auch das fertige Brennholz von sogenannten Selbstwerbern wird öfter illegal mitgenommen. Foto: Rolf Niemeyer
Langholz wie dieses, das in der Regel für die Möbelindustrie bestimmt ist, wird in jüngster Zeit immer häufiger Ziel von professionellen Dieben aus den hiesigen Wäldern gestohlen. Aber auch das fertige Brennholz von sogenannten Selbstwerbern wird öfter illegal mitgenommen.
Foto: Rolf Niemeyer

Vor allem zwei spektakuläre Einzelfälle im Raum Oberbieber – nahe der alten Bundesstraße nach Rengsdorf – sind dabei in den vergangenen Wochen aufgefallen. Der dreisteste: Satte 160 Raummeter Langholz (Douglasienstämme) haben die noch unbekannten Täter gestohlen.

Die Stämme, die eine Möbelfirma aus Thüringen bereits bezahlt hatte und abtransportieren lassen wollte, waren rund 6000 Euro wert, wie der zuständige Revierförster Heinrich Kron im Gespräch mit der RZ berichtet. "Wirklich kriminell", schimpft der Förster und meint, dass für den Abtransport mindestens drei, eher fünf Lkw-Touren nötig waren. Ähnlich sieht es Oberkommissar Karl-Heinz Tross von der Neuwieder Polizei. Die Täter, auf deren Identität bislang leider noch keine Hinweise vorliegen, müssten über professionelles Material wie einen Lkw mit Ladevorrichtung (Kran) verfügt haben.

Beim zweiten "großen" Fall geht es um 40 Raummeter, in diesem Fall aber Brennholz eines Selbstwerbers. "Es war extra ziemlich abseits gelagert worden", berichtet Kron. "Die Diebe müssen es vorher ausgekundschaftet haben und dann mit dem Traktor hingefahren sein", meint er und spricht von einem Schaden in Höhe von 2000 Euro – die viele Arbeit des Selbstwerbers nicht eingerechnet.

Und gerade letzteres ist es auch, was bei den ebenfalls steigenden Gelegenheitsmitnahmen oft am meisten schmerzt. Deshalb, so berichtet Tross, seien die von der Polizei bereits durchgeführten Kontrollen von den Selbstwerbern auch sehr begrüßt worden. "Etliche haben uns berichtet, dass ihnen im kleineren Rahmen schon einmal etwas gestohlen worden ist", sagt er und weiß: "Holz ist mittlerweile aufgrund des steigenden Preises sehr lukrativ geworden." Es verwundere daher nicht, dass die Diebstähle – ähnlich wie bei Metallen (vor allem Kupfer) seit längerem zu beobachten – zunehmen.

Eine Entwicklung, die auch Uwe Hoffmann, Leiter des Forstamtes Dierdorf, beobachtet hat. "Es ist eindeutig eine Tendenz zu erkennen. Wir versuchen, mit Schranken und einer schnelleren Abfuhr entgegenzuwirken. Leider sind aber gerade die professionellen Diebe sehr gewitzt", sagt er im Gespräch mit der RZ.

Und die Kleindiebstähle, so ergänzt Förster Kron, seien schwer zu kontrollieren. "Kürzlich dachte ich, dass ich einen erwischt habe, aber dann hatte der eigentliche Besitzer sein Holz an denjenigen weiterverkauft", berichtet er. Sonst seien es mitunter auch "Verwechslungen": "Das Holz wird nach Nummern vergeben. Wenn jemand seinen Stapel nicht sofort findet, nimmt er einfach einen anderen mit, der ihm gerade günstig erscheint", erzählt Kron. Bei einer Kontrolle kann er dann aber doch einen Berechtigungsschein zeigen.

Trotzdem: Kron will weiter verstärkt kontrollieren. Und das kündigt auch die Neuwieder Polizei an. Eine Großkontrolle an einem Samstag hat bereits stattgefunden, außerdem sind die normalen Streifen angewiesen, verstärkt ein Auge darauf zu halten. "Das sind keine Kavaliersdelikte", unterstreicht der Leiter der Neuwieder Polizeiinspektion Wolfgang Meeß, der auch an die Geschädigten appelliert, Diebstähle möglichst zeitnah anzuzeigen.

Von unserem Redakteur Ulf Steffenfauseweh

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