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Rengsdorf-Waldbreitbach

Feuerwehr-Urgestein wird neuer Wehrleiter: Peter Schäfer gewählt

Yvonne Stock

Mit Peter Schäfer haben die Wehrführer der Löschzüge in der Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach ein echtes Feuerwehr-Urgestein zu ihrem neuen Wehrführer gewählt. 1979 auf einem Feuerwehrfest in seinem Heimatort Kurtscheid hat den damals 11-Jährigen die Begeisterung gepackt und bis heute nicht wieder losgelassen.

Foto: ys

Bis zur Wahl war er als Wehrführer der VG Rengsdorf für 220 aktive Kameraden in sieben Einheiten mit rund 25 Fahrzeugen verantwortlich. Heute sind es 360 Männer und Frauen in elf Einheiten mit 40 Fahrzeugen. Deswegen jetzt mit stolzgeschwellter Brust rumzulaufen, dafür ist Schäfer nicht der Typ. „Feuerwehr ist Teamarbeit.“ Bescheiden verweist er darauf, dass er die Arbeit auch im Sinne seiner Vorgänger weiterführen will. Natürlich verbraucht dieses Ehrenamt einen Teil seiner Freizeit, aber als Selbstständiger mit einem Planungs- und Sachverständigenbüro für Elektrotechnik lässt sich das gut vereinbaren. „Die vielen sozialen Kontakte machen die Sache interessant“, sagt der zweifache Familienvater. Der 49-Jährige schätzt den Spaß im Ehrenamt und die besondere Kameradschaft unter den Feuerwehrmitgliedern, die er auch als quasi „normales“ Mitglied der Kurtscheider Feuerwehr bei einem Einsatz erlebt. Wenn mitten in der Nacht die Mitglieder nach und nach im Feuerwehrhaus ankommen und in ihre Einsatzkleidung springen, das Ohr bereits am Funk, dann ist das für Schäfer ein besonderer Moment: „Das kann man nicht beschreiben, das muss man erleben.“

Foto: Feuerwehr

Als Wehrleiter bekommt er jede Alarmierung mit, früher waren das im Schnitt 160 bis 170 Einsätze, heute sind es 300. Handelt es sich „nur“ um einen Kaminbrand, kann Schäfer beruhigt mit dem fortfahren, was er gerade macht, weil er weiß, dass „seine“ gut ausgebildeten Kräfte das hinbekommen. Ist aber ein Menschenleben in Gefahr, springt er sofort ins Auto. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm der Wohnhausbrand mitten in Jahrsfeld im Dezember vergangenen Jahres. Die Bewohner hatten sich zwar bereits in Sicherheit gebracht, aber 150 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um ein Übergreifen des Brandes zu verhindern.

Zwei Bauvorhaben begleitet der neue Wehrleiter in nächster Zeit, die Neubauten für die Feuerwehr Oberraden/Straßenhaus und für die in Hausen. Das Fahrzeugkonzept wird fortgeschrieben, so soll die Kurtscheider Wehr demnächst ein neues Hilfsleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) bekommen. Mit den politisch Verantwortlichen müssen er und seine beiden Stellvertreter, Markus Schreiner und Uwe Kleinmann, die bislang auch die Stellvertreter in Waldbreitbach und Rengsdorf waren, über ihren Bedarf verhandeln. Wichtig dabei ist ein Weit- und ein Kostenblick, betont Schäfer. Einsparungen durch Zusammenlegungen sind im Zuge der Fusion aufgrund der Weitläufigkeit des Gebiets und der wenigen Verbindungsstraßen nicht möglich, weil die Feuerwehr acht Minuten nach der Alarmierung die ersten Maßnahmen eingeleitet haben muss.

Dem 49-Jährigen ist wichtig, dass die Ausstattung seiner Leute stimmt und sie zum Beispiel nicht mit Gummistiefeln, sondern mit Lederschnürstiefeln ausrücken können. „Das ist eine materielle Wertschätzung des Ehrenamts“, betont der Wehrführer. Und das scheint anzukommen – auch Dank einer guten Jugendarbeit plagen Schäfer noch keine Nachwuchssorgen. Von der Bevölkerung wird die Arbeit der Kameraden nach seinen Erfahrungen ebenfalls wertgeschätzt, Angriffe hat er noch nicht erlebt. Im Gegenteil da werden den Kameraden im Einsatz schon mal Kaffee und Brötchen gebracht. Für zehn Jahre ist Schäfer gewählt, offiziell ernannt wird er in der Sitzung des VG-Rats am 12. Juni. „Es ist eine Ehre so einen Job zu machen und dafür das Vertrauen der Kameraden zu bekommen.“

Von unserer Redakteurin Yvonne Stock

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