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    NeuwiedDrogenhandel im großen Stil: Neuwieder droht langjährige Haftstrafe

    Ein 24-Jähriger aus Neuwied und ein 18-Jähriger aus Schneeberg in Bayern stehen wegen Drogenhandels vor dem Koblenzer Landgericht. Über Monate hinweg sollen sie in Bonn und Neuwied mit Cannabis gedealt haben.

    Die Angeklagten sollen laut Anklage später auch versucht haben, Kokain zu vertreiben. Dabei seien sie aber auf Absatzschwierigkeiten gestoßen.

    Außerdem wirft die Staatsanwaltschaft dem älteren Angeklagten vor, auf mindestens zwei Transportfahrten der Drogen Waffen bei sich gehabt zu haben. Dabei handelt es sich um ein Pfefferspray, ein Messer und einen Teleskopschlagstock. Zudem soll er eine Minderjährige zum Drogenhandel angestiftet haben. Dem Neuwieder droht damit eine mehrjährige Haftstrafe, die sich nach Andeutungen des Richters über vorangegangene, außergerichtliche Gespräche auf sechs bis acht Jahre belaufen könnte.

    Am ersten Prozesstag sagte der 24-Jährige aus und gestand, mit Cannabis gehandelt zu haben. Er machte dabei einen ruhigen und zurückhaltenden Eindruck, hatte aber auch immer wieder Erinnerungslücken, die er zum Teil auch mit dem Eigenkonsum begründete.

    Als Jugendlicher hatte er erste Erfahrungen mit Drogen gesammelt und denn seit seiner Zeit bei der Bundeswehr immer größere Mengen genommen. Bei Partys hätten er und seine Freunde viele Drogen ausprobiert. Den Entschluss zum Drogenhandel fasste er schließlich, weil sein Ausbildungsgehalt ihm nicht mehr reichte: „Irgendwann hatte ich die Idee, Arbeit und Konsum zu verbinden.“

    Zunächst versuchte der 24-Jährige im Sommer 2016 eigenständig, 70 Gramm Marihuana in Neuwied weiterzuverkaufen. Da er damit nicht besonders erfolgreich war, kontaktierte der damals noch minderjährige Mitangeklagte einen Drogendealer in Frankfurt. Der Jüngere habe die Treffen verabredet und kümmerte sich laut Aussage des Neuwieders auch um die Bezahlung des Händlers.

    Der 24-Jährige nahm die meist 300 bis 500 Gramm Betäubungsmittel, überwiegend Haschisch, mit nach Neuwied. Vor allem in Bonn verkaufte er dieses weiter an einen Kontakt, den ihm ein Bekannter vermittelte. Die Anklage wirft ihm in einem Fall vor, mit 1,6 Kilogramm Cannabis auf einmal gehandelt zu haben. „Ein Kilogramm war das höchste, an das ich mich erinnern kann“, sagte er dazu. Der Angeklagte gab zu, bei zwei Fahrten die in seinem Auto gefundenen Waffen mitgeführt zu haben. Er stritt allerdings ab, eine Minderjährige zum Handel angestiftet zu haben. Sie sei zwar einmal mit nach Bonn gefahren, habe aber im Auto auf ihn gewartet. Auch von einer Indoorplantage des 18-Jährigen hat der Neuwieder nach eigenen Angaben nichts gewusst.

    Der junge Mann aus Bayern wollte sich vor Gericht zunächst nicht zur Sache äußern. Der 18-Jährige aus Bayern soll schon mit 16 Jahren den Plan gefasst haben, eine eigene Indooranlage zur Aufzucht von Cannabispflanzen anzulegen, was er 2016 in die Tat umgesetzt haben soll.

    Für den Prozess sind 15 Folgetermine angesetzt, ein Urteil wird im Oktober erwartet. Der Aufenthaltsort eines dritten Mannes aus Neuwied, der Teil des Netzwerks der Angeklagten war, ist unbekannt. Er ist zur Festnahme ausgeschrieben und soll in einem gesonderten Verfahren angeklagt werden.

    Neuwied Linz
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