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    Bündnisgrüne: Schluss mit sexistischer Werbung

    Was darf Werbung? Wann schießt sie übers Ziel hinaus? Wann ist sie gar sexistisch? Und was folgert daraus für solcherart werbende Firmen in puncto Zusammenarbeit mit der Stadt? Das will die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen auf der kommenden Stadtratssitzung am 7. Mai klären lassen und reicht einen entsprechenden Antrag ein.

    Mit diesem Plakat wirbt die Firma Färber unter anderem in der Stadt Neuwied.
    Mit diesem Plakat wirbt die Firma Färber unter anderem in der Stadt Neuwied.

    Von unserem Redakteur Frank Blum

    Darin werden die Grünen deutlich: "Der Stadtrat beauftragt die Stadtverwaltung in die Vergaberichtlinien aufzunehmen, dass Firmen, die offensichtlich sexistische Werbung einsetzen, für zwei Jahre von der Vergabe öffentlicher Aufträge ausgeschlossen werden." Das ist im Antrag zu lesen.

    Was ist Hintergrund dafür? Die RZ sprach mit Regine Wilke, der Fraktionsvorsitzenden der Partei. Sie moniert, dass eine Neuwieder Heizungs- und Sanitär-Firma im Februar und März dieses Jahres im Stadtgebiet auf mehreren Werbeflächen Werbung mit eindeutig sexistischem Inhalt verbreitet habe. Auf dem angesprochenen Plakat versprach die Firma, dass sie einem Hausbesitzer zwar keine neue (leicht bekleidete) Frau, jedoch ein neues Badezimmer besorgen könne. Das wurde mit eindeutigem Bildmaterial unterlegt. Diese Werbung war zudem auf den Fahrzeugen des Unternehmens zu sehen. Der Tatsache, dass diese Werbeflächen auch noch am Internationalen Frauentag am 8. März zu sehen waren, empört die Grünen zusätzlich. Das zeige nur um so deutlicher, wie unsensibel manche Geschäftsführungen offenbar mit Werbung umgehen, so die Partei in ihrem Antrag.

    Partei ist empört

    "In unseren Augen ist diese Reklame sexistisch und aufreizend", erklärt Wilke. "Und das geht gar nicht." Sie sei darauf auch von Frauen, die nicht im Bündnis organisiert sind, darauf angesprochen worden. "Wir haben Jahre, wenn nicht Jahrzehnte darum gekämpft, sexistische Frauenbilder aus der Öffentlichkeit zu verbannen, und dann das." Wilke wundert sich allerdings, dass sich unter dem Strich nur wenige darüber empört hätten, die die Lieferung eines Bades mit der einer Frau gleichzusetzen. Offensichtlich finden nur noch diejenigen, die die "Ur-Frauen-Power-Zeiten" miterlebt haben, eine solche Reklame verwerflich. "Den meisten ist das gleichgültig", sagt Willke. "Haben sich die Dinge so gedreht?"

    Die Partei möchte wieder dafür sensibilisieren, dass diese "widerwärtige Werbung" nicht ins öffentliche Straßenbild gehört. Die beklagte Werbung sei zudem nicht die einzige ihrer Art, die in jüngster Zeit in der Stadt zu sehen war. Wilke spricht in diesem Zusammenhang von "Verrohung". Die Bündnisgrünen haben auch den Deutschen Werberat angeschrieben, dabei allerdings nur auf das aufreizende Foto hingewiesen. Der Rat sieht im Gezeigten indes keinen Grund zur Beanstandung.

    Für die Grünen bleibt allerdings klar: "Eine Zusammenarbeit der Stadtverwaltung mit einem Betrieb, der so achtlos mit Frauenrechten umgeht, ist nicht tolerabel." Sie fordern die Verwaltung auf, alle bestehenden Verträge mit den entsprechenden Firmen zu kündigen und für die Zeit von zwei Jahren keine weiteren Verträge abzuschließen.

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