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    Woldert

    Brand: Museumsscheune ist fast komplett zerstört

    Ganz Woldert steht noch immer unter dem Eindruck des Flammenmeeres, dem die Museumsscheune mitten im Ort am Mittwochabend zum Opfer gefallen ist. Den materiellen Schaden schätzen die Beamten auf etwa 100 000 Euro.

    Foto: Jörg Niebergall

    Von unserem Redakteur Ralf Grün

    Besonders getroffen hat es Karl-Heinz Hommer, der mit viel Leidenschaft mehr als 30 Jahre lang die Ausstellungsstücke zusammengetragen und in seiner etwa 150 Jahre alten Fachwerkscheune regelmäßig der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat.

    Das Feuer zerstörte den größten Teil der historischen Gerätschaften, Werkzeuge, Haushaltswaren und antiken Möbel, die das landwirtschaftliche Leben in früherer Zeit für die Nachwelt dokumentierten und zudem Einblicke ins Handwerk von einst oder auch in die Zeit der beiden Weltkriege ermöglichten. Die historische Scheune selbst ist laut Polizei nur noch eine einsturzgefährdete Brandruine. Den materiellen Schaden schätzen die Beamten auf etwa 100 000 Euro. Wie sich Eigentümer Karl-Heinz Hommer angesichts dessen fühlt, muss er sicher nicht erst noch in Worte kleiden.

    Für Bürgermeister Volker Mendel, der am frühen Mittwochabend kurz nach der Feuerwehr am Ort des Geschehens eingetroffen war, vernichtete das Feuer "ein hohes Kulturgut" für die gesamte Verbandsgemeinde: "Das alles ist höchst bedauerlich, und die Verluste sind nicht zu ersetzen." Dabei spielt der Verwaltungschef vor allem auf den "nicht zu bemessenden" ideellen Wert der Sammlung samt Scheune an. Mendel zum Brandgeschehen: "Es war schlimm. Das trockene Gebälk der Scheune, die Museumstücke - binnen einer Stunde ist fast alles verbrannt." Nicht nur Kinder in den Kindertagesstätten und Schulen müssen nun auf einen interessanten Ausflugsort verzichten, auch für den Tourismus in der VG ist eine Attraktion weggebrochen.

    Feuer breitete sich rasend schnell aus

    Dass sich die Flammen rasend schnell ausgebreitet haben, bestätigt auch Wehrleiter Dirk Kuhl. "Als wir eintrafen, brannten bereits große Teile der Scheune lichterloh." Einsturzgefahr erschwerte die Löscharbeiten für die Einheiten aus der VG Puderbach und die Dierdorfer Wehrleute samt ihrer Drehleiter zusätzlich. Somit lag das Hauptaugenmerk darauf, die umliegenden Gebäude, darunter auch Wohnhäuser, vor übergreifenden Flammen zu schützen. Immerhin gab es laut Bürgermeister Mendel auch massiven Funkenflug. "Dieses Ziel haben wir erreicht, wenngleich die Scheune bis auf einen kleinen Teil nicht mehr zu retten war", erklärt Dirk Kuhl.

    Zwischen 18.30 Uhr und 19 Uhr, nach etwa anderthalb Stunden, hatten die 80 Einsatzkräfte das Feuer unter Kontrolle. Die Meldung "Feuer aus" konnte jedoch erst am anderen Morgen um 7.30 Uhr gegeben werden. Kuhl: "Solange musste die Brandwache ausharren, um immer wieder auflodernde Glutnester zu löschen."

    Ein dickes Lob verteilen sowohl Dirk Kuhl als auch Volker Mendel an die Wolderter. Kuhl: "Ortsbürgermeister Volker Otto hat die Einwohner mobilisiert, die uns Einsatzkräfte bis Mitternacht mit Kaffee, Tee und Imbiss versorgt haben. Das war beispielhaft." Einen Dank richtete der Wehrleiter ferner an die schnelle Einsatzgruppe des DRK Puderbach.

    Experten suchen noch nach Ursache

    Die Experten der Kriminalpolizei Neuwied sahen sich gestern vor Ort um, um der Brandursache auf die Spur zu kommen. Bis dahin hatte es laut Wehrleiter und Polizeibericht noch keinen Hinweis auf eine mögliche Ursache des Feuers gegeben. Die Beamten informierten gestern Nachmittag: "Brandstiftung kann ausgeschlossen werden. Die Ursache ist aber noch nicht gefunden."

    Es gehörte in Woldert zum guten Brauch, in der Adventszeit eine Veranstaltung in der Museumsscheune zu organisieren. Diese war eigentlich für heute geplant. Aufgrund der dramatischen Ereignisse muss sie nun allerdings entfallen.

    Weitere Fotos von der Museumsscheune gibt es hier 

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