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Straßenhaus

B 256: Warum Laster freie Fahrt haben

Das Durchfahrtsverbot für Schwerlastverkehr auf der B 256 bleibt dauerhaft aufgehoben. Das hat die Kreisverwaltung nach einjähriger Testphase beschlossen. Jetzt erklären die Verkehrsexperten des Kreises, wie es zu der Entscheidung kam.

Lastwagen haben auf der B 256 auch in Zukunft freie Fahrt. Das gilt in Höhe Rengsdorf (Foto) ebenso wie in Straßenhaus und Oberhonnefeld. Ein vormals geltendes Durchfahrtsverbot hat der Kreis Neuwied nach einer einjährigen Testphase dauerhaft aufgehoben.
Lastwagen haben auf der B 256 auch in Zukunft freie Fahrt. Das gilt in Höhe Rengsdorf (Foto) ebenso wie in Straßenhaus und Oberhonnefeld. Ein vormals geltendes Durchfahrtsverbot hat der Kreis Neuwied nach einer einjährigen Testphase dauerhaft aufgehoben.
Foto: Robin Brand

Der Entscheidung zugrunde liegen unter anderem eine Verkehrszählung und Berechnungen der Lärmbelastung und des Schadstoffausstoßes entlang der B 256. Vor der testweisen Aufhebung des Durchfahrtsverbots seien auf der parallel verlaufenden L 258 Lastwagenfahrer gezielt befragt worden, ob sie nach der Aufhebung des Durchfahrtsverbots auf die B 256 ausweichen würden. Rund 250 Fahrer hätten das bejaht. In der Praxis allerdings seien nur 65 bis 105 Lastwagenfahrer am Tag tatsächlich auf die Bundesstraße ausgewichen, sagt Frank Laupichler. Insgesamt habe sich der Schwerlastverkehr auf der B 256 um 324 Fahrzeuge in 24 Stunden erhöht. Direkt vor der Aufhebung des Durchfahrtsverbots wurden 710 Schwerlastfahrzeuge gezählt, danach 1034. „Wenn man anhand der Zahlen die Lärmbelastung berechnet, ergibt sich nur ein marginaler Anstieg“, erklärt Laupichler.

Kritisch äußerten sich Betroffene in Straßenhaus, die monierten, dass sowohl Lärm- als auch Schadstoffbelastung berechnet und nicht tatsächlich gemessen wurden. Der Kreis verweist darauf, dass das ein erprobtes Verfahren des zuständigen Landesbetriebs Mobilität sei. Dennoch will man in Straßenhaus eigene Messungen der Stickoxidbelastung an der B 256 durchführen. Einem entsprechenden Antrag der Grünen habe der Gemeinderat zugestimmt, teilt die Fraktion der Bündnisgrünen mit. „Wichtig ist aber Wert darauf zu legen, dass der Verkehr nicht von A nach B verlagert wird, zum Beispiel nach Anhausen, sondern der Durchfahrtsverkehr die dafür vorhandenen Autobahnen nutzt“, teilt die Fraktion weiter mit. Da die Berechnungen die Grenzwerte teils weit unterschritten hätten, sei bei den Messungen aber nicht davon auszugehen, dass sie zu einer anderen Bewertung führen, sagt indes Laupichler.

Die zuständige Dezernentin Hildegard Person-Fensch betont derweil die Funktion einer Bundesstraße, die eben genau dazu da sei, den übergeordneten Verkehr zu ordnen. An der grundsätzlichen Situation in Straßenhaus und Oberhonnefeld ändere das nichts. „Wir haben vollstes Verständnis für die Leute, und wissen, dass sie belastet sind. Nur würde ein Durchfahrtsverbot für Schwerlastverkehr wenig ändern“, so Person-Fensch, die zudem auf den Sicherheitsaspekt der besser ausgebauten Bundesstraße verweist und wirtschaftliche Folgen für Unternehmen, die von einem Durchfahrtsverbot betroffen wären. „Auch das sind in der Rechtssprechung anerkannte Gründe.“ Dass der LBM ausgerechnet an den Tagen den Verkehr zählte, als die Bundesstraße wegen Arbeiten an einem Fahrbahnteiler gesperrt war, habe man auch moniert, so Person-Fensch. Allerdings habe das laut LBM keine Auswirkung gehabt, da zur Berechnung des Verkehrs nur die Tage ohne Sperrung herangezogen worden seien. Theoretischer Natur ist durch die Entscheidung des Kreises die Frage nach der Umsetzung eines Durchfahrtsverbots. „Das wäre in der Praxis kaum möglich gewesen“, sagt Person-Fensch. Einerseits, weil es kaum Platz entlang der Bundesstraße gebe, wo Lastwagen angehalten werden könnten. Andererseits, weil die Fahrer und Frachtpapiere auch recht aufwendig überprüft werden müssten, um festzustellen, ob sie ein Anliegen hatten, das sie zur Fahrt auf der Bundesstraße berechtigte. „Diese Überlegungen haben bei der Bewertung aber keine Rolle gespielt“, sagt Person-Fensch.

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