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Linz

Alles nur Theater: MGL Linz wird zur Irrenanstalt

Sabine Nitsch

Die Zeit, in der das Linzer Gymnasium Lehranstalt war, ist vorbei. Denn jetzt haben sich die Räume in eine Heilanstalt verwandelt. „Willkommen im St. Martinus Sanatorium – Heim für Mentale Genesung in Linz, kurz MGL“, begrüßt Dr. Montgomery die Besucher heute und morgen am „Tag der offenen Tür“ in der „Irrenanstalt“. Wie es dort zugeht, zeigt der Grundkurs Darstellendes Spiel der Jahrgangsstufe 12 an diesem Donnerstag, 17., und Freitag, 18. Mai, jeweils um 19 Uhr in dem Stück „The sum of us“ mit einem szenischen Rundgang durch die Räume. Entwickelt, geschrieben und inszeniert wurde dieser außergewöhnliche Theaterabend von 26 Gymnasiasten.

Wer ist hier verrückt? Dieser Frage gehen die Schüler in dem Theaterstück „The sum of us“ nach.  Foto: Sabine Nitsch
Wer ist hier verrückt? Dieser Frage gehen die Schüler in dem Theaterstück „The sum of us“ nach.
Foto: Sabine Nitsch

„Sie wollten schon immer mal in die Abgründe der menschlichen Psyche eintauchen? Dann genießen Sie die exklusive Führung. Trinken Sie eine Tasse Tee und lassen Sie sich überraschen. Vielleicht landen Sie früher oder später selbst einmal hier. Für Ihre Sicherheit ist gesorgt, aber mit Belästigung muss gerechnet werden“, informiert der Sanatoriumsleiter in dessen Rolle Stefan Eberweiser geschlüpft ist, bevor Pfleger die Gäste in Gruppen aufteilen, die mit bunten Bändchen markiert werden, und durch die Anstalt führen.

An neun verschiedenen Orten begegnen die Besucher dem Personal und vor allem den Patienten, die einen Einblick in ihre Welt erlauben. „Wir haben recherchiert und uns über verschiedene Krankheitsbilder wie Paranoia oder Schizophrenie informiert“, erläutern die Schüler die Vorbereitungen. Die Erkenntnisse sind in die Entwicklung der einzelnen Rollen eingeflossen.

Vor einem Dreivierteljahr haben die Schüler zusammen mit den Fachlehrern Eric Feldges und Johann Imhoff begonnen, das Theaterstück, das von Improvisation lebt, zu schreiben. „Seit April proben wir auch fast jedes Wochenende“, berichten sie. Das Publikum soll während der Aufführung mit ins Spiel einbezogen werden. Aber auch für den Fall der Fälle, dass das nicht klappt, sind die Gymnasiasten gerüstet. „Wir haben immer zwei Möglichkeiten geprobt: Die Leute machen mit – oder eben nicht“, erläutern sie mögliche Schwierigkeiten. Die größte Herausforderung des Stückes sei jedoch eine ganz andere: „Ernst bleiben können, wenn man so hautnah vor den Besuchern agiert“, meint Joy Engebrecht schmunzelnd, die die Oma Gertrude spielt, einen erstklassigen Raucherhusten demonstriert und Kekse verteilt. Dr. Montgomery indes gibt Einblicke in eine Therapiestunde in der Gymnastikhalle, wo eine Patientin das Fliegen übt, weil sie glaubt, ein Vogel zu sein. Im Hochsicherheitstrakt der MGL-Psychatrie wartet der Teufel mit Überraschungen. „Bitte den Salzkreis nicht betreten!“ warnt ein Schild, und eine Nonne verteilt zum Schutz kleine schwarze Papierkreuze. Der Blick in den Spiegel wird für andere eine Herausforderung.

Von Szene zu Szene wird dabei allen Besuchern klar: Nichts ist so, wie es scheint. Im Laufe des Rundgangs verdichten sich die Hinweise darauf, dass ein schreckliches Geheimnis alle Patienten der Anstalt verbindet. „Was das ist, wird aber nicht verraten. Das müssen die Zuschauer selbst ergründen“, sagen die Schauspieler und geben sich sehr geheimnisvoll.

Von unserer Reporterin Sabine Nitsch

Hier gibt es Karten

Die Aufführungen finden im

Martinus-Gymnasium Linz am

heutigen Donnerstag, 17. und am Freitag, 18. Mai, statt. Beginn ist jeweils um 19 Uhr. Der Eintritt für Schüler beträgt 4 Euro, Erwachsene zahlen 6 Euro. Tickets im Vorverkauf im Sekretariat des MGL, Restkarten an der Abendkasse.

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