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    Kirn-Sulzbach

    Zeitreise durchs Schleiferhandwerk

    Rund eineinhalb Jahrhunderte heimischer Industriegeschichte lassen sich an der Achatdoppelschleife "Im Edendell" ablesen. Zu erreichen ist sie über die markante eiserne Fußbrücke, die gegenüber der Zufahrt von Bärenbach zur B 41 über die Nahe führt - ein Ausflug in die Vergangenheit der Edelsteinindustrie, wie sie authentischer wohl an kaum einer anderen Stelle erlebbar ist.

    Mit vollem Körpereinsatz demonstriert Raphael Kuhn, wie hart die Schleiferarbeit war. Jeweils samstags und sonntags sowie an Feiertagen hat die Achatdoppelschleife bei Bärenbach zwischen 11 und 18 Uhr geöffnet.
    Mit vollem Körpereinsatz demonstriert Raphael Kuhn, wie hart die Schleiferarbeit war. Jeweils samstags und sonntags sowie an Feiertagen hat die Achatdoppelschleife bei Bärenbach zwischen 11 und 18 Uhr geöffnet.
    Foto: Jörg Staiber

    Bis 2003 war die 1852 errichtete Schleife in Betrieb, eindrucksvoll kann man hier beobachten, wie sich die verschiedenen Stadien technischer Entwicklung überlagern und ineinandergreifen, ohne dass das Alte vom Neueren völlig verdrängt wird. So dürften viele Teile der Einrichtung, wie etwa die Schleiferbänke, noch aus den Gründungstagen stammen. Bis zuletzt wurde die eine Hälfte der Schleifräder durch Wasserkraft bewegt, die andere mit Strom, der mit einen wassergetriebenen Generator vor Ort erzeugt wurde.

    Nachdem Raphael und Sarina Kuhn das umfangreiche Areal vor drei Jahren erworben hatten, machte sich der Bundeswehrsoldat an die Instandsetzung des Maschinenparks. "Alle Maschinen sind voll funktionsfähig", erklärt Kuhn. "Hier könnten auf der Stelle 15 Leute arbeiten."

    Fraglich ist allerdings, ob heute jemand unter diesen Bedingungen arbeiten würde. Mit fundiertem Fachwissen und ohne jede Verklärung beschreibt Kuhn die harten Bedingungen, unter denen die Menschen früher hier schuften mussten, die gesundheitlichen Schäden, die der Schleiferberuf unweigerlich mit sich brachte, die oftmals armseligen Lebensbedingungen, die schlechte Bezahlung.

    Und so perfektionieren die herumlaufenden Schafe, Ziegen und Gänse zwar für den Besucher die Idylle des abgelegenen Talabschnitts, aber sie sind gleichzeitig auch ein Stück Authentizität. "Allein vom Schleifen konnte man nicht existieren", erläutert Kuhn. "Um zu überleben, musste noch Landwirtschaft betrieben werden."

    Und allein von den Führungen durch den Betrieb würde sich das Projekt auch heute sicher nicht tragen. So wurde in den vergangenen Monaten der frühere Rinderstall zu einem urigen Gastraum ausgebaut, in dem man auch bei schlechtem Wetter zünftig essen und trinken kann. Ein Teil der früheren Wohnräume beherbergt einen Verkaufsladen. Hier kann man Edelsteine, Schmuck und Gravuren aus heimischer Herstellung sowie Naturprodukte aus der Region kaufen.

    Weitere Wohnräume sind als typische Schleiferwohnung, wie sie in den 1950er-Jahren ausgesehen haben mochte, wieder hergerichtet. "Wir versuchen, ein realistisches Bild davon zu vermitteln, wie die Leute hier früher gelebt und gearbeitet haben", unterstreicht Kuhn. "Wir haben hier nichts durch moderne Technik verändert."

     

    Von unserem Reporter Jörg Staiber

     

    • Die Achatschleife hat samstags, sonntags und an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei, Führungen kosten 2 Euro für Kinder, Jugendliche 3 Euro, Erwachsene 4 Euro. Nähere Infos unter www.achatschleife.de.

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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