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    Spendenaktion: Krankenhaus in Songea erhält Röntgengeräte

    Im Alltagsleben ist Varto Seeid Oberarzt der Unfallchirurgie und Chef der Schulterchirurgie im Hermeskeiler St.-Josef-Krankenhaus. Eigentlich schon Verantwortung und Arbeit genug, doch Dr. Seeid engagiert sich auch darüber hinaus für bedürftige Menschen. Durch den Internisten Dr. Andreas Esser, der schon neunmal in Afrika war, wuchs die Idee, als Gastmediziner auf dem schwarzen Kontinent zu arbeiten, was im Januar dieses Jahres in die Tat umgesetzt wurde.

    Was Varto Seeid in Tansania auf medizinischem Terrain miterleben musste, schockierte ihn. Den Ärzten fehlen die grundlegendsten Hilfsmittel. Durch eine Spendenaktion kam jetzt einiges zusammen. Foto: privat
    Was Varto Seeid in Tansania auf medizinischem Terrain miterleben musste, schockierte ihn. Den Ärzten fehlen die grundlegendsten Hilfsmittel. Durch eine Spendenaktion kam jetzt einiges zusammen.
    Foto: privat

    In der 200.000-Seelen-Stadt Songea in Tansania praktizierte er für zehn Tage im Songea Regional Referral Hospital, das einzige in großem Umkreis und somit das Krankenhaus für 300.000 Tansanier. Die Verhältnisse sind eher primitiv, die Hygienebedingungen nicht mit europäischen Standards zu vergleichen: Der OP-Saal ist nicht ausreichend abgedichtet, wodurch Mücken während einer Operation umherschwirren können. „Jeder Zweite bekommt eine Infektion, es gibt nur ein Sterilisations- und kein Röntgengerät im OP, man muss ,blind' operieren“, schildert Seeid die Zustände.

    Er selbst erlebte, wie ein Mann einen viel zu dicken Metallnagel aus dem Fuß – im Sinne des Wortes – herauslief, den der deutsche Arzt zunächst desinfizierte und dann zurückschlug. Obwohl die Operation wahrlich nicht teuer ist, können sich die meisten Menschen eine solche aufgrund fehlender Krankenversicherung nicht leisten, weshalb auch die Ärzte improvisieren müssen. „Ich hab viel Erschreckendes gesehen, aber auch, wie man einem Verletzten mit den einfachsten Mitteln helfen kann, so etwas wäre in Deutschland undenkbar“, schildert Varto Seeid.

    Als er in den Straßen Songeas umherlief, wurde ihm ein Grund für die große Anzahl an Verletzten deutlich: Die Motorrad-Taxis, die sogenannten Pikipiki, fahren sehr rasant durch die engen und holprigen Gassen, und die Passagiere tragen keine Schutzkleidung. Und noch etwas fällt ihm auf – auf einem Haus steht: When door close, another door is open – wenn sich eine Tür schließt, ist immer noch eine andere offen. „Als ich das las, wurde mir klar, dass mein Besuch hier nicht das Einzige bleiben durfte, was ich für die Stadt und vor allem für die Klinik – die Ärzte und die Patienten – tue. Mein Engagement darf nicht mit dem Tag meiner Abreise abbrechen.“ Zurück in Deutschland, startete der in Brücken lebende Kurde eine Spendenaktion – sowohl für Sach- als auch für Geldspenden. Mit vollem Erfolg. Mehrere Tausend Euro befinden sich schon auf dem Spendenkonto, und auch medizinische Geräte sind en masse zusammengekommen.

    Ein Arzt aus Simmern, der sich in diesem Jahr in den Ruhestand verabschiedete, spendete sein gesamtes Praxisinventar, darunter auch zwei der insgesamt vier Röntgengeräte, die Seeid als „Herzstücke der Spende“ betitelt. „Endlich können meine Ärztekollegen in Songea Röntgenbilder im OP-Saal nutzen und damit die Qualität der Operationen enorm steigern.“ Auch ein Sauerstoffkonzentrationsgerät, ein Herzschockapparat, OP-Tische mit Wärmelicht, Sterilisationsmaschinen sowie ein „Dräger-Baby“, mit dem Frühgeborene unterstützt werden, kamen durch den Spendenaufruf zusammen.

    Schon sehr bald werden die gesammelten medizinischen Materialien in Kisten verpackt und in einem Container nach Tansania verschifft. Die Kosten für die Verpackung übernimmt die Firma Promed aus Föhren, die Transportkosten der Lions Club Hermeskeil. Auch mit der Unterstützung der Krankenhausbelegschaft ist Varto Seeid sehr zufrieden, so konnte man im Sommer gemeinsam einen Chirurgen aus Tansania in Hermeskeil begrüßen und ihn schon mal mit den Gerätschaften, die in Zukunft im Songea Regional Referral Hospital stehen werden, vertraut machen. Seeid will aber auch nichts dem Zufall überlassen, weshalb er dem afrikanischen Mediziner seinen Besuch im Januar 2018 ankündigte. Trotz des großen Organisationsaufwands wird die Spendenaktion weitergeführt.

    Von unserem Mitarbeiter Johannes Geiß

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