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Stipshausen

Skulpturenpark: Vögel in Blau erobern Himmel

Hermann Mosel

Was sich am nordwestlichen Ortsrand der Idarwaldgemeinde schon seit 17 Jahren entwickelt, galt lange Zeit in der Kunstwelt als Geheimtipp. Doch mittlerweile gilt: Wer sich auf eine kulturell inspirierte Reise durch den Hunsrück macht, kommt am Skulpturenpark Stipshausen nicht vorbei. International renommierte Künstler wie Michael Good, Deborah Aguado, Nancy Lovendahl oder Enric Majoral sind mit ihren Werken hier ebenso zu finden wie die Arbeiten von herausragenden Kunstschaffenden aus der Region.

Foto: Hermann Mosel

Nun wurde der Park um eine weitere Attraktion bereichert. Der kirgisische Künstler, Metallbildhauer und Schmuckdesigner Victor A. Syrnev hat dazu die Blue Birds geschaffen und dem Stipshausener Geißenverein zur Verfügung gestellt. Der Verein, der sich dem Erhalt dörflicher Traditionen verschrieben hat und aus diesem Anlass auch eine kleine Herde weißer Edelziegen sein eigen nennt, zeichnet mit seinem langjährigen früheren Vorsitzenden Bernd Munsteiner für den Skulpturenpark verantwortlich.

Über Tom und Bernd Munsteiner kam auch die Verbindung zu Victor A. Syrnev zustande. Im Jahr 2008 gehörte Syrnev zu den ausstellenden Künstlern im Atelier Munsteiner. Schon seit Jahren, so der Altmeister Bernd Munsteiner, treffe man sich bei Kunstausstellungen, woraus sich im Laufe der Zeit eine Freundschaft entwickelt habe. Für Syrnev bedeutet das Aufstellen der blauen Vögel im Skulpturenpark Stipshausen nach eigenen Worten eine besondere Ehre. Der Standort sei so ungewöhnlich, er berühre das Herz.

In der Tat liegt der Skulpturenpark an einem ungewöhnlichen Ort, auf einer Waldwiese, nur einen Steinwurf von den Häusern des Dorfes entfernt, direkt neben einem alten jüdischen Friedhof, der einige der Künstler zu ihren Objekten inspiriert hat, die getragen sind von den Gedanken des Friedens und der Versöhnung. In diese Richtung gingen auch anscheinend die Gedanken von Cornelia König-Becker, der Galeristin von Syrnev, als sie die Blue Birds vorstellte, eine Arbeit, „geschmiedet aus leuchtend goldenem Messing und gefasst im strahlenden Blau des Himmels“.

Die Vögel stünden symbolhaft für Freiheit und die Überwindung menschengemachter Grenzen. Die Farben Gold und Blau erinnerten zudem an Kirgisistan in Zentralasien, wo die alte Seidenstraße verläuft. Diese geschichtsträchtige Straße habe nicht nur dem Transport von Waren gedient, sondern auch für einen regen Austausch von Ideen und Kunst gesorgt. So sei auch Victors Kunst von der europäischen wie von der zentralasiatischen Kultur beeinflusst. Cornelia König-Becker zeigte sich beeindruckt vom Ambiente des Skulpturenparks, der eine eigene Formensprache entwickelt habe. Vögel seien in der Regel ja nur Gäste, aber die Ziegen, so die Galeristin in Anspielung auf die anwesende kleine Herde des Geißenvereins, „stehen für Bodenständigkeit“.

In der Kombination stehe der Skulpturenpark für Schönheit, Professionalität, Freiheit und Grenzenlosigkeit. An die Anwesenden gerichtet – neben den Mitgliedern des Geißenvereins waren dies Ortsbürgermeister Frank Marx, mehrere Mitglieder des Gemeinderates sowie etliche kunstinteressierte Bürger – richtete König-Becker den eindringlichen Appell, den Skulpturenpark nicht nur mit den Augen zu betrachten, „nehmen Sie ihn mit dem Herzen wahr und kommen Sie mit Ihren Freunden hierher.“

Von unserem Mitarbeiter Hermann Mosel

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Künstler Victor A. Syrnev (im Anzug) und Cornelia König-Becker freuen sich gemeinsam mit dem Geißenverein über die Blue Birds.

Foto: Hermann Mosel

Herausragende Qualität: Renommierte Preise gewonnen

Victor A. Syrnev wurde im russischen Jekaterinburg geboren, in jener Stadt, die an der Schnittstelle von Europa und Asien liegt und die seit jeher eine wirtschaftliche und kulturelle Mittlerfunktion zwischen diesen beiden Kontinenten einnimmt. Syrnev machte eine Ausbildung zum Goldschmied und wanderte schon in den 1960er- Jahren nach Kirgisistan aus.

In seinem Schaffen hat er sich nie kulturellen Grenzen unterworfen. Im Gegenteil: Die scheinbaren kulturellen Widersprüche haben sich in seinen Werken offenkundig gegenseitig befruchtet. So war und ist Syrnev auf vielen Ausstellungen rund um den Globus präsent. Preise wie der renommierte A'Design Award in Italien in Gold und Silber 2013 und 2014 zeugen von der herausragenden Qualität seiner Arbeiten. mos

Idar-Oberstein Birkenfeld
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