40.000
Aus unserem Archiv
Herrstein

Nationalpark-Eckpunkte einmütig abgesegnet

Der Verbandsgemeinderat Herrstein hat den nächsten Schritt auf dem Weg zu einem Nationalpark im Hochwald-Idarwald vollzogen: Einstimmig segnete er das kommunale Eckpunkte-Papier ab, das als Grundlage für das weitere Verfahren dienen soll. Bürgermeister Uwe Weber machte "bei allem Verständnis für jene, die dem Projekt kritisch gegenüberstehen", keinen Hehl daraus, dass er es eindeutig befürwortet.

Herrstein – Der Verbandsgemeinderat Herrstein hat den nächsten Schritt auf dem Weg zu einem Nationalpark im Hochwald-Idarwald vollzogen: Einstimmig segnete er das kommunale Eckpunkte-Papier ab, das als Grundlage für das weitere Verfahren dienen soll.

Bürgermeister Uwe Weber machte "bei allem Verständnis für jene, die dem Projekt kritisch gegenüberstehen", keinen Hehl daraus, dass er es eindeutig befürwortet. Den Bedenken der Holzindustrie begegnete er mit dem Hinweis, dass nur drei Prozent ihres Einschlags aus dem ins Auge gefassten Nationalparkgebiet stammen. Für Weber ist bereits jetzt deutlich erkennbar, dass das Land "uns als privilegierte Modellregion mit einem bunten Strauß an Maßnahmen unterstützen will". Er erhofft sich davon nachhaltige wirtschaftliche Impulse. Angesichts der Probleme vom Einzelhandel bis zum Fachkräftemangel reiche es nicht, mit Einzelmaßnahmen gegenzusteuern. Ob Sprudelfirmen, das Klosterhotel Marienhöh oder die Edelsteinklinik in Bruchweiler: Sie und andere sind laut Weber überzeugt, dass der Nationalpark ihnen im Wettbewerb mit der Konkurrenz ein Marketing- und Imageplus bringt. "Ich würde mir wünschen, dass er jedes Jahr 10 Millionen Euro kostet", meinte der Bürgermeister zur Diskussion über die möglichen Kosten. "Denn dieses Geld bleibt in der Region und wir alle profitieren davon." Auch bei knapper werdenden EU-Mitteln komme es auf schlüssige Konzepte an.

Für das Eckpunkte-Papier und für den Nationalpark sprach sich auch Dieter Albert (CDU) aus. Er bemängelte aber, dass ein Konzept der Landesregierung noch nicht zu erkennen sei. Wann kommt der große Plan? Wie viele Mittel werden wann zur Verfügung gestellt? Diese Fragen seien noch nicht beantwortet. Wenn man Eckpunkte miteinander verbinde, sollte sich eine markante geometrische Fläche ergeben, meinte Albert. "Das erkenne ich hier nicht. Es ist ein unregelmäßiges Vieleck."

"Wir stimmen zu in der Hoffnung, dass wir den Nationalpark bekommen", gab Horst Elz für die SPD ein klares Bekenntnis ab. Kritik übte er am Kreistag, der die Beratung der Eckpunkte jüngst auf Wunsch der CDU vertagt hatte: "Da steht sich der Kreis ja mal wieder selbst im Weg." Der Kreisbauerntag im Januar in Veitsrodt habe die Diskussion einseitig in eine negative Richtung gesteuert. Elz hält nichts davon, jetzt noch Wochen oder gar Monate weiter zu diskutieren. "Wenn das Fleisch gar ist, muss es gegessen werden", wählte er dafür einen besonderen Vergleich.

Kirsten Beetz (CDU) sprach von unnötiger Polemik. "Das Fleisch ist noch gar nicht auf dem Tisch", meinte Dieter Albert. Siegfried Burmann (SPD) mahnte, sich parteipolitisch nicht auseinander dividieren zu lassen. Man dürfe sich nicht von ein paar Landwirten irritieren lassen, die mit dem Nationalpark "eigentlich gar nichts zu tun haben". Weil es in der Region "viele vernunftbegabte Menschen gibt, sehe ich der Entscheidung mit großem Optimismus entgegen".

Klaus Görg, Büroleiter der Verbandsgemeinde, informierte die Ratsmitglieder darüber, dass alle betroffenen kommunalen Ebenen bis 22. März Stellung zu dem Papier genommen haben sollen. Am 2. Mai soll es dann der Vorstand des Naturparks Saar-Hunsrück endgültig beschließen, ehe es anschließend dem Umweltministerium übergeben wird.

Von unserem Redaktionsleiter

Kurt Knaudt

Idar-Oberstein Birkenfeld
Anzeige
Ihre Ansprechpartner in der Redaktion
Stefan Conradt (sc)
Redaktionsleiter
Tel. 06781/605-43
E-Mail
Vera Müller (vm)
Redakteurin
Tel. 06781/605-52
E-Mail
Bettina Schäfer (bet)
Redakteurin
Tel. 06781/605-56
E-Mail
Andreas Nitsch (ni)
Redakteur
Tel. 06781/605-45
E-Mail
Axel Munsteiner (ax)
Redakteur
Tel. 06781/605-44
E-Mail
Peter Bleyer (pbl)
Redakteur
Tel. 06781/605-58
E-Mail
Silke BauerSilke Bauer (sib)
Redakteurin
0171-2976119
E-Mail
Jörg Staiber (jst)
Reporter
Tel. 06781/605-63
E-Mail
Online regional

Bettina TollkampBettina Tollkamp
Chefin v. Dienst
E-Mail

Regionalwetter
Dienstag

13°C - 25°C
Mittwoch

13°C - 23°C
Donnerstag

11°C - 24°C
Freitag

11°C - 27°C
  • Meist gelesen in der Nahe-Zeitung
Anzeige
epaper-startseite
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
Anzeige