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Brücken

Letzte Ruhestätte unter Bäumen: Brückener Rat ebnet Weg für Bestattungswald

Die letzte kleine Hürde ist genommen, der Bestattungswald Trauntal ist auf dem Weg: Vor wenigen Tagen beschloss der Ortsgemeinderat in seiner Sitzung in der alten Schule die endgültige Fassung der Satzung für das Vorhaben, das die Beisetzung unter Bäumen ermöglichen soll, sowie das Gebührenverzeichnis für Grabstätten, Nutzungsrecht und Arbeiten direkt vor und nach den Trauerzeremonien. Der Bestattungswald wird dabei direkt angrenzend an den bestehenden Gemeindefriedhof an der Kreisstraße nach Buhlenberg entstehen.

Drei Ergänzungen beschlossen

Die Satzung für den Bestattungswald lag bereits seit August vor, allerdings nur in einer vorläufigen Fassung. Der Beigeordnete Günter Heß hatte sie zusammen mit der Fachabteilung der Verbandsgemeinde Birkenfeld ausgearbeitet. In den vergangenen Wochen gab es noch einmal ein Treffen mit dem Geschäftsführer des Ruheforsts in Niederhosenbach, Alfred Römer. Drei Ergänzungen wurden noch in die Satzung aufgenommen, für die es nach der Ratsentscheidung grünes Licht gibt.

Der Baumpflegebetrieb aus Marpingen, der bereits zuvor vom Brückener Gemeindeparlament mit der Prüfung der Verkehrssicherheit im künftigen Bestattungswald beauftragt worden war, hat im September zwei Bäume gefällt. Sie werden durch Neuanpflanzungen ersetzt. In den nächsten Wochen werden auf dem Gelände Hackschnitzel auf den künftigen Wegen verteilt und ein Platz hergerichtet, auf dem die Andachten gehalten werden sollen. „Wir werden dort aber kein Kreuz, sondern einen großen Findling aufstellen, der eine Art Altar symbolisieren soll“, sagt Heß.

Tafel mit Namen der Verstorbenen

Auch sechs Bänke für Besucher werden aufgestellt. Zudem ist ähnlich wie beim Ruhehain in Birkenfeld die Installation eine größeren Tafel geplant. Auf ihr wird – sofern es von den Angehörigen gewünscht wird – später der Name des Verstorbenen und die Nummer des Baums, unter dem er seine letzte Ruhe fand, zu lesen sein. Heß geht davon aus, dass ab Frühjahr 2018 in Brücken die Möglichkeit zur Beisetzung unter Bäumen gegeben sein wird.

Während der Bestattungszeremonien darf Musik gespielt werden, die dem Anlass entspricht: Überraschend ist das nicht, aber es muss festgeschrieben sein, erst recht, wenn unter den zahlreichen Dinge, die im Bestattungswald normalerweise verboten sind, auch das Abspielen von „Musikwiedergabegeräten“ fällt.

Ergänzt wurde auch ein Passus, der regelt, welche Personen auf dem Friedhof unter Bäumen in Brücken begraben werden dürfen: Neben jenen, die bei Geburt oder Tod Einwohner von Brücken waren oder beim Tod in einer der Trauntalgemeinden wohnten, haben jetzt auch jene ein Recht, dort bestattet zu werden, die „in Brücken aufgewachsen sind oder einen besonderen Bezug zu Brücken haben oder hatten“. Es habe Anrufe einiger Ur-Brückener gegeben, die kritisierten, dass sie nach der damaligen Form der Satzung nicht im Ort bestattet werden könnten, weil sie nicht mehr dort leben, informierte Ortsbürgermeister Karl-Otto Engel in der Ratssitzung. Auf diese aus Sicht der Gemeindepolitiker berechtigten Einwände wurde mit der Änderung der Satzung reagiert.

Unter dem Begriff Trauntalgemeinden sind alle zehn Dörfer zu verstehen, die sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen haben. Im künftigen Brückener Bestattungswald können also auch Menschen aus Abentheuer, Achtelsbach, Buhlenberg, Börfink, Dambach, Ellweiler, Hoppstädten-Weiersbach, Meckenbach und Rinzenberg ihre letzte Ruhestätte finden.

Bei der Auswahl der Gefäße für die Asche des Verstorbenen haben sich die Brückener für die „Gutenberger Urne“ entschieden: Jörg Gutenberger stellt in seiner Schreinerei in Sohren Urnen aus massivem Holz her. Sie sind biologisch abbaubar, nicht mal die Klebstellen stehen dem Weg zurück zur Natur entgegen: Geklebt wird mit Fischleim, erklärte Beigeordneter Heß. Die Gemeinde erwirbt die Urnen und sammelt einen Vorrat an, der jeweilige Bestatter des verstorbenen kauft sie ihr ab.

Investition liegt bei 20.000 Euro

Nach Auskunft des Niederhosenbacher Ruheforst-Geschäftsführers Römer habe sich dieses Vorgehen bewährt, erklärte Engel. Wer will, kann die Urnen auch bemalen. Natürlich nur mit biologisch abbaubaren Farben. Wie viel die Einrichtung des Bestattungswalds genau kosten wird, steht laut Heß zwar noch nicht 100-prozentig fest, „wir reden am Ende aber wohl über einen Investition zwischen 15.000 und 20.000 Euro“, sagt der Beigeordnete abschließend.

Von unserem Mitarbeiter
Karl-Heinz Dahmer
Idar-Oberstein Birkenfeld
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